Gefundene Artikel zum Thema: Stadthalle

Stadthalle Altdorf: Eine für Alle – Vom Geflügelzuchtverein bis zur Highend-Kultur

Freitag, 28. Juni 2013 in Aktuelles

„Wie viel Stadthalle braucht Altdorf?“ – Rund 80 Bürgerinnen und Bürger beschäftigten sich auf Einladung der Altdorfer SPD ausführlich mit dieser Frage – Mögliche neue Stadthalle braucht flexibles Raumkonzept – Auch die „alte“ Stadthalle wurde nicht vergessen – Konzept für Kulturarbeit nötig

Braucht Altdorf eine neue Veranstaltungshalle? Und wenn ja, wie soll diese aussehen? Diese Frage wird seit Schließung der „alten Stadthalle“ nicht nur im Altdorfer Stadtrat, sondern auch bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Altdorf rege diskutiert. „Uns sind die Meinungen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürgern sehr wichtig, denn nur gemeinsam können wir eine optimale Lösung für alle finden. Deshalb suchen wir immer wieder das Gespräch und den Austausch mit den Altdorferinnen und Altdorfern“, sagte Karin Völkl, Vorsitzende des Altdorfer SPD-Ortsvereins. Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde klar: Der Bedarf für eine neue Stadthalle in Altdorf besteht, und: Es braucht ein Konzept für die Kulturarbeit.

Nicht nur Vertreter der zahlreichen Altdorfer Vereine und Kulturschaffenden folgten der Einladung der Altdorfer SPD – auch viele Bürgerinnen und Bürger diskutierten angeregt mit. „Visionen sind erlaubt“, so Dr. Günther Schauenberg, der die Veranstaltung eröffnete. „Visionen sind notwendig um kreativ zu arbeiten und ein Lösung für alle zu finden – Denkverbote schränken nur ein.“ Ernst Bergmann, Fraktionsvorsitzender der Altdorfer SPD gab einen kurzen Abriss über die Historie der „alten“ Stadthalle und fasste den aktuellen Stand in Sachen mögliche neue Veranstaltungshalle zusammen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf einen Beitrag in der Lupe aus dem Jahr 2000. Bereits damals äußerte die SPD den Bedarf nach einer neuen Veranstaltungshalle. Die Diskussion auf die Schließung der „alten“ Stadthalle zu reduzieren greife damit zu kurz. Nach der Schließung wegen baurechtlicher Mängel kam allerdings erneut Bewegung in diese Debatte. Der Stadtrat beauftragte daraufhin Prof. Kress mit der Untersuchung verschiedener Standorte. Ein vernünftiger Entschluss, denn hätte man sich nicht – neben einer Untersuchung der „alten“ Stadthalle – parallel bereits nach Alternativen umgesehen, so hätte man weitere Jahre ohne bespielbare Veranstaltungsstätte riskiert. Aktuell stehen drei Standorte in der Diskussion: Nürnberger Straße gegenüber des Autohauses Stahmer, am Bahnhof Altdorf West und ein Grundstück im Altdorfer Norden in der Nähe des S-Bahnhofs Altdorf. Beschlossen sei aber noch nichts.

SPD-Stadtrat Martin Tabor erläuterte den Begriff „Kultur“ aus wissenschaftlicher Sicht und machte zwei Tendenzen in der Kulturarbeit aus: Zum einen die sog. „McDonaldisierung“ – damit ist gemeint, dass weltweit die gleichen kulturellen Güter konsumiert werden können: „Diese sind dann gleichförmig und vereinheitlicht“, erklärte Tabor. Im Gegensatz hierzu steht die Tendenz der „Abschottung und Heterogenisierung“, die wiederum dazu führt, dass sich heute schon, selbst in Ländern Europas, nationalistische Bewegungen neu gründen. „Auch in Deutschland können transkulturelle Konflikte drohen.“

Weder die eine noch die andere Tendenz ist für Altdorf erstrebenswert – in diesem Punkt waren sich alle einig. Doch, wie viel Stadthalle braucht Altdorf nun? Nach angeregtem Austausch und verschiedensten konstruktiven Beiträgen kristallisierten sich folgende Schwerpunkte heraus:

 

  • Der Bedarf für eine große Halle, die bis zu 600 Zuschauer fasst, besteht ganz konkret auch bei Altdorfer Nutzern wie VHS und Musikschule
  • Es müssen aber auch kleinere Veranstaltungen möglich sein – deshalb ist ein flexibles Raumkonzept sinnvoll und nötig
  • Die Stadthalle muss gut erreichbar und barrierefrei sein
  • Die „alte“ Stadthalle darf nicht vergessen werden – sie könnte alternativ genutzt werden: als Markthalle, Bibliothek mit Gastronomie, als Übungs- bzw. Proberäume oder rückgebaut als Turnhalle.

 

Stadtrat Tabor fasste die gesammelten Ideen und Vorschläge abschließend zusammen: „Altdorf braucht eine neue Veranstaltungshalle. Aber das ist dann keine Entscheidung gegen die Kleinkunst. Weiterhin müssen auch kleinere Spielorte gefördert werden. Eine Halle soll sich nicht nur für die großen kulturellen Schaufenster-Events eignen, sondern auch der Geflügelzuchtverein sollte sich dort präsentieren können. Konferenzräume, welche vor allem auch die Volkshochschule nutzen könnte, sind eben so wichtig wie Räumlichkeiten für Altdorfs Jugend. Natürlich denken wir auch an die Zukunft der „alten“ Stadthalle. Tabor bekräftigte nochmals die Notwendigkeit eines klaren Konzeptes für die Altdorfer Kulturarbeit und schlug in diesem Zusammenhang die Gründung eines Kulturvereins – in Form einer öffentlich–privaten Partnerschaft – vor.

Karin Völkl kündigte weitere Diskussionsrunden mit Bürgerinnen und Bürgern zum Thema an. Des Weiteren wird die SPD mehrere Veranstaltungshallen in anderen Städten besichtigen und sich ausführlich über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Hallen informieren, um für Altdorf die bestmögliche Lösung zu finden.

SPD bringt Haushaltsanträge zur Stadthalle und Kulturzelt durch

Donnerstag, 7. Februar 2013 in Aktuelles

Die SPD-Fraktion im Altdorfer Stadtrat freut sich über die positiven Beschlüsse aller ihrer Haushaltsanträge – unter anderem wurden Anträge zur Bedarfanalyse einer möglichen neuen Veranstaltungshalle und zum Kulturzelt-Probebetrieb gestellt. Kritisch äußert sich die SPD zur sechsmonatigen Verzögerung  bei der im Juli beschlossenen Untersuchung zu den Sanierungskosten der alten Stadthalle.

Nicht allzu oft kommt es vor, dass die „Opposition“ den Beschluss aller ihrer Haushaltsanträge herbeiführen kann – auch im Altdorfer Stadtrat nicht. Umso zufriedener zeigte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Ernst Bergmann: „Diese Tatsache zeigt, dass die Politik der Altdorfer SPD auf eine breite Zustimmung stößt – auch beim sogenannten politischen Gegner“.

Dass es im kulturellen Bereich endlich weitergehen muss, haben nun auch die anderen Fraktionen erkannt. So wurde der Haushaltsantrag auf den Probebetrieb eines Kulturzeltes im Herbst und Winter diesen Jahres mit deutlicher Mehrheit angenommen. „Der Patient Kultur siecht dahin, wir müssen dringend einen Wiederbelebungsversuch starten, sonst stirbt er“, so Martin Tabor. Nach Ansicht der SPD-Fraktion steht die Uhr in Sachen Kultur auf fünf vor zwölf: Nach der Schließung einer weiteren Kulturstätte (Graffiti) und der zeitlichen Verzögerung bei der Errichtung einer neuen Veranstaltungshalle haben sich die Rahmenbedingungen für das kulturelle Leben in Altdorf weiter verschärft. Schon im Jahr 2012 hatte die SPD einen Antrag auf den Betrieb eines Kulturzeltes gestellt, der zwar im Hauptausschuss eine Mehrheit fand, im Kulturausschuss aber letztlich wieder mehrheitlich verworfen wurde.

Verärgert zeigte sich die SPD-Fraktion darüber, dass seit sechs Monaten kein Auftrag zur Untersuchung der Sanierungskosten der alten Stadthalle vergeben worden ist, obwohl der Antrag bereits im Juli 2012 mit 19 zu zwei Stimmen angenommen wurde: „Der Altdorfer Stadtrat hat die Verwaltung bereits im Sommer letzten Jahres zur Vergabe von Planungsleistungen für Voruntersuchungen  der alten Stadthalle in einer Höhe von bis zu 40.000 Euro ermächtigt. Eigentlich wollten wir jetzt diese Ergebnisse präsentiert bekommen, jetzt erfahren wir, dass der Planungsauftrag noch nicht einmal vergeben wurde. Nur auf der Basis einer gewissenhaften Prüfung aller Fakten, können wir sinnvolle Entscheidungen treffen“, bekräftigt Bergmann. Warum sich Bürgermeister und die gesamte Bauverwaltung nicht an diesen positiven Beschluss vom Juli letzten Jahres erinnern konnten, ist aus Sicht der SPD-Fraktion schwer nachzuvollziehen.

Im Vorfeld einer solchen wichtigen Entscheidung, wie die nach der Frage einer neuen Veranstaltungshalle, ist es aus Sicht der SPD nötig, die spezielle Situation der Stadt Altdorf und deren Bedarf zu erarbeiten. Eine Bedarfanalyse die auch die städtische Kulturarbeit, die nutzenden Vereine, Organisationen und private Anbieter mit in ihre Überlegungen mit einbezieht, ist daher sinnvoll und notwendig, um für Altdorf einen idealen Ort für kulturelle Veranstaltungen und gesellschaftliches Leben zu finden. Die SPD-Stadtratsfraktion wollte dafür 5.000 Euro in den Haushalt 2013 einstellen – dem schloss sich das gesamte Gremium an.

Besonders wichtig, so Bergmann weiter, sind ihm und der gesamten Fraktion die Anträge zu Kinderspielplätzen im Stadtgebiet. Die von der SPD beantragte dauerhafte Erhöhung der Spielplatzpauschale von 10.000 EUR auf 20.000 EUR ist bei rund 30 öffentlichen Spielflächen im Stadtgebiet genauso notwendig wie die Einstellung von Planungsmittel für den neuen Spielplatz im Baugebiet an der Rascher Straße. Bergmann machte deutlich, dass die SPD bereit ist, in den kommenden Haushalt durchaus einen hohen Betrag für die Herstellung der rund 1.000 m² großen Spielfläche in die Hand zu nehmen, damit dort etwas Wertvolles und Zeitgemäßes entstehen kann.

Ebenfalls die Zustimmung aller Mitglieder des Hauptausschusses fand der Antrag der SPD zwei kommunale Förderprogramme ins Leben zu rufen: zum einmal die Unterstützung privater Haushalte bei Maßnahmen zur Energieeinsparung, zum anderen die Unterstützung privater Bauherren bei baulichen Maßnahmen zur Barrierefreiheit. „In Sachen `Barrierefreiheit´ muss gerade Altdorf wegweisend sein und private Initiativen nicht nur ideell sondern auch finanziell fördern“, betont Bergmann.

Denkanstöße zur Bürgerbeteiligung

Donnerstag, 8. November 2012 in Aktuelles

Auf Einladung des Altdorfer SPD-Ortsvereins ging Reinhard Sellnow, Experte zum Thema Bürgerbeteiligung der zentralen Frage nach: Was bedeutet Bürgerbeteiligung und wie kann diese konkret umgesetzt werden.

Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bereits im Vorfeld politischer Entscheidungen ist eines der Hauptanliegen der Altdorfer SPD. Der in der Stichwahl nur knapp unterlegene SPD-Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann hatte sich dieses Thema immer wieder auf die Fahnen geschrieben. „Natürlich werden wir auch nach der Bürgermeisterwahl weiter an diesem Thema arbeiten“, betont Bergmann. Die Altdorfer SPD hatte sich schon vor Beginn des Bürgermeisterwahlkampfes dafür ausgesprochen, Entscheidungen wie den Bau einer Nordtangente mittels Ratsbegehren und Bürgerentscheid in die Hände aller Altdorferinnen und Altdorfer zu legen. „Auch das Thema Stadthalle ruft förmlich nach Bürgerbeteiligung“, so Bergmann weiter. Umso mehr freute sich Karin Völkl, Stadträtin und SPD-Ortsvereinsvorsitzende, dass mit Reinhard Sellnow ein ausgewiesener Experte den Weg nach Altdorf gefunden hat, um verschiedene Modelle der Bürgerbeteiligung vorzustellen und aufzuzeigen, welche Vorteile die Beteiligung auch und vor allem für die Politik und Verwaltung bringt.

Sellnow nannte in seinem Vortrag „Stuttgart 21“ als zentrales Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Bürgerinnen und Bürger bei wichtigen politischen Entscheidungen nicht ausreichend informiert und beteiligt werden. In Stuttgart hat sich gezeigt, dass politische Entscheidungen, die zwar rechtlich einwandfrei gelaufen sind, von großen Teilen der betroffenen Bevölkerung überhaupt nicht akzeptiert werden, weil sie nicht am Zustandekommen beteiligt waren. „Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die sogenannten formalen Beteiligungsverfahren und -methoden, zum Beispiel im Rahmen der Bauleitplanung, Bürgerversammlungen oder Bürgermeistersprechstunden nicht ausreichen“, erklärt Karin Völkl. „Deshalb setzen wir uns für eine echte Bürgerbeteiligung mit standardisierten Verfahren ein“.

Wie sieht so eine „echte“ Bürgerbeteiligung nun konkret aus? Und wie könnte das in Altdorf realisiert werden? Grundsätzlich wird zwischen formalen und informellen Beteiligungsverfahren unterschieden. Formale Verfahren, wie zum Beispiel Ratsbegehren oder Bürgerentscheide fußen auf klaren gesetzlichen Kriterien und sind hinlänglich bekannt. Darüber hinaus können informelle Beteiligungsverfahren, die freiwillig stattfinden, einen großen Vorteil für Politik und Verwaltung darstellen und zu breiter Akzeptanz und Nachhaltigkeit von politischen Entscheidungen beitragen. „Üblicherweise werden bei solchen Prozessen 20 bis 100 Personen, meist Repräsentanten der entsprechenden Interessengruppen miteinbezogen“, erklärt Sellnow. „Entscheidend ist hier, dass die Auswahl der beteiligten Bürgerinnen und Bürgern transparent und akzeptiert ist.“

Die informelle Bürgerbeteiligung kann anhand von drei verschieden Modellen umgesetzt werden: Die sogenannte informative Bürgerbeteiligung, die rein auf die Information der Bürgerinnen und Bürger, zum Beispiel im Rahmen von Bürgerversammlungen, abzielt. Bei der konsultativen Bürgerbeteiligung bekommen oder erhalten Politik bzw. Verwaltung Stellungnahmen einzelner Interessensverbände. Das stärkste Instrument ist sicherlich das Modell der kooperativen Bürgerbeteiligung. „Hier kann mitgewirkt und mitbestimmt werden. Diese Beteiligungsform ist verbindlich geregelt, so dass sie von Politik und Verwaltung nicht ignoriert werden kann“, erklärt Sellnow abschließend.

„Die Altdorferinnen und Altdorfer sollten aus meiner Sicht bei den Themen Nordtangente und Stadthalle mitreden können und zwar bereits jetzt, und nicht erst dann, wenn alles unter Dach und Fach ist. Auch das Thema der Kanalbaumaßnahme im Gebiet „Am Berglein“ kann zusammen mit den Anwohnern bearbeitet werden“, erläutert die OV-Vorsitzende Karin Völkl. „Die Altdorfer SPD wird sich für entsprechende Beteiligungsverfahren stark machen und Informationsveranstaltungen zu diesen Themen befürworten oder selbst abhalten.“

nach oben