Nordtangente: Altdorfer SPD informiert sich vor Ort

Freitag, 16. September 2011 in Aktuelles

Pro und Kontra Nordtangente – Bergmann: Sorgfältige Abwägung nötig

Die Altdorfer SPD-Stadtratsfraktion und Mitglieder des SPD-Ortsverein trafen sich am „Feuchten Bühl“, um sich vor Ort ein Bild über das „Nordtangente“ zu verschaffen. SPD-Fraktionsvorsitzender Ernst Bergmann erläuterte die Trasse, die im derzeit noch gültigen Flächennutzungsplan von 1996 in zwei Varianten enthalten ist und die deutlich nach Süden verschobene Trasse, die in den neuen Flächennutzungsplan aufgenommen werden soll. Diese neue Trasse wird wegen ihrer Nähe zum nördlichen Altdorfer Ortsrand derzeit heftig in der Bevölkerung diskutiert. Mit den durchaus berechtigten Einwendungen müsse man sich intensiv auseinandersetzen, so die einhellige Meinung der Teilnehmer.

Was ist wichtiger? Der Erhalt einer intakten Kulturlandschaft mit Wanderwegen und Gärten, oder die verkehrsmäßige Entlastung der nördlichen Altstadt Altdorfs? Diese Frage steht für die Altdorfer SPD im Mittelpunkt, wenn es um den geplanten Bau der Umgehungsstraße im Altdorfer Norden geht. „Straßenbau bedeutet immer einen Eingriff in die Landschaft, Grundbesitz und Lebenssituationen. Hier im Norden wiegt er aufgrund der gewachsenen Strukturen besonders schwer“, sagt Ernst Bergmann. Deshalb ist eine gewissenhafte Prüfung von Für und Wider unerlässlich.

Für den Bau einer Nordtangente spricht die notwendige Entlastung der Türkei- und Bahnhofsstraße, dem gegenüber steht der Eingriff in eine gewachsene Kulturlandschaft (Wanderwege, private Gärten), und die Belastung angrenzender Wohngebiete – insbesondere bei der jetzt diskutierten neuen Trasse, die wesentlich näher am Ortsrand verläuft.

Allerdings belastet die Trasse der Nordtangente, wie sie derzeit im Flächennutzungsplan vorgesehen ist, genauso die angrenzende Wohnbebauung, in diesem Fall in Ziegelhütte. Ernst Bergmann machte deutlich, dass es auch immer noch eine weitere Variante gibt: Die „Nullvariante“, also den Verzicht auf jegliche Umfahrung der Stadt im Altdorfer Norden – wenn der Schutz der Wohnbevölkerung vor neuem Verkehrslärm in der Abwägung höher gewichtet wird als die Entlastung der nördlichen Altstadt.

Die Altdorfer SPD wird sich diese Entscheidung nicht leicht machen. „Bei einem so wichtigen Thema darf man die Entscheidung gerne auch in die Hände aller legen – Bürgerbegehren und Bürgerentscheid bieten dazu die rechtlichen Möglichkeiten“, meint Ernst Bergmann abschließend.