Neujahrsempfang
der Altdorfer SPD
Zum
11. mal trafen sich Mitglieder und Freunde
im Kino Graffiti
Nach
der Begrüßung durch den Vorsitzenden Bernhard Heinlein und der
Ehrung von Heinrich Wack für 40 Jahre SPD-Mitgliedschaft zog der
Fraktionsvorsitzende Ernst Bergmann eine Bilanz der Stadtratsarbeit.
Wegen der bekannten Mehrheitsverhältnisse sei das Durchsetzen der
Ziele, die der SPD wichtig sind, und für die sie sich einsetzt, oft
sehr schwierig. Trotzdem konnten auch im abgelaufenen Jahr wieder
einiges erreicht werden. Als Beispiel nannte er die am Ende
abgelehnte Bebauung im Baudergrabens. Harte und heftige
Auseinandersetzungen mit den Unterstützern aus der bürgerlich-konservativen
Ecke habe es gegeben, bis hin zu persönlichen Verunglimpfungen und
Beleidigungen. Umso überraschender war dann das
Abstimmungsergebnis: 18 : 4 Stimmen gegen die vorgelegte Planung mit
4 Baukörpern. „Ein Grund der Ablehnung war sicherlich,“ meint
Bergmann, „dass es dem SPD-Ortsverein gelungen ist, die Öffentlichkeit
für dieses Thema zu sensibilisieren“
Auf
der positiven Seite sah Ernst Bergmann auch die Beschlüsse zu einem
weiteren Fußgängerüberweg im Verlauf der Staatsstraße über den
Marktplatz.. Für die SPD-Fraktion gilt es, den Fußgänger als den
schwächste Verkehrsteilnehmer besonders zu schützen. Die in diesem
Zusammenhang gefallene Äußerung aus dem Lager der CSU, man könne
ja bald vor lauter Fußgängerüberwegen nicht mehr über den
Marktplatz fahren, sorgt bei den Zuhörern für viel Gelächter. Die
SPD-Stadtratsfraktion werde auch den Antrag der UNA auf Errichtungen
eines weiteren Fußgängerüberwegs in der Nürnberger Straße
unterstützen.
Dass
es nun einen Bio-Bauern auf dem Marktplatz gäbe, sei besonders dem
Engagement der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF)
zu verdanken.
Die
Beteiligung Altdorfs am Nightliner und die Geschwindigkeitsbeschränkung
zwischen den beiden Stadttoren auf 30 Stundenkilometer zog er in
seine positive Bilanz mit ein. Nun gelte es, diesen Beschluss des
Stadtrats in diesem Jahr umzusetzen. Die SPD-Stadtratsfraktion werde
hierzu die Initiative ergreifen.
Nicht
zielbewusst genug angegangen habe der Stadtrat in der Vergangenheit
die Marktplatzentwicklung.
Städtebaufördermittel für eine mögliche Aufwertung des
Marktplatzes stünden voraussichtlich nicht mehr in dem Umfang wie
in den zurückliegenden Jahren zur Verfügung. Trotzdem will die
SPD-Fraktion bei den Planungen an ihren grundsätzlichen Zielen
festhalten: Reduzierung der Parkplätze (erst dann sähe man die
Notwendigkeit, an anderer Stelle Parkplätze auszuweisen),
Gleichberechtigung für Fußgänger und Autos, und gestalterische Maßnahmen
zur Stärkung der Innenstadt. Den Parkplatzwahn in Altdorf
kritisierte der Fraktionsvorsitzende deutlich. In anderen Städten
baue man Parks und Plätze, in Altdorf Parkplätze, so Ernst
Bergmann zynisch.
Die
anstehenden Haushaltsberatungen seien extrem schwierig.. Die Stadt müsse
einen ausgeglichener Haushalt vorlegen. Um dies zu erreichen müssten
ca. 700.000 Euro durch Ausgabenminderungen oder Einnahmenmehrungen
erbracht werden.
Es
sei richtig, wenn von der CSU gesagt werde, das alles auf den Prüfstand
müsse, aber es müsse auch im richtigen Verhältnis stehen. Eine
grundsätzliche Einsparung von ca. 6 Prozent im Verwaltungshaushalt
(ohne Personalkosten), würde genügen, um diesen Betrag zu
erreichen. Bergmann empfindet es als unfair, wenn, wie von der
Mehrheit vorgeschlagen, z. B. der Jugendtreff mit 27% und die
Musikschule mit 25% zu den Einsparungen beitragen sollen.
Und
wenn schon alles auf den Prüfstand müsse, dann könnte ja z. B.
auch der Stadtrat die Erhöhung seiner Aufwandsentschädigung zurücknehmen,
die gegen die Stimmen der SPD und DER GRÜNEN bei der ersten Sitzung
nach der Stadtratswahl 2002 beschlossen wurde. Immerhin würde das
rund 10.000 Euro bringen.
Auch
der Antrag, die Mittel für den Straßenunterhalt um 50.000 Euro auf 180.000 Euro zu erhöhen, was eine Steigerung
um 38 % bedeute, sei völlig daneben, wenn zugleich gespart, gespart
und nochmals gespart werden müsse.
Die
SPD werde sich wie auch in der Vergangenheit einer konstruktiven
Mitarbeit nicht verweigern, aber vor lauter Harmoniesucht nicht zu
allem Ja und Amen sagen.
Erster
Bürgermeister Rainer Pohl bestätigte Ernst Bergmann, im Besonderen
die Ausführungen zu den Haushaltsplanungen. Er verhehlte auch nicht
seine Enttäuschung darüber, dass keine Sparkommission, bestehend
aus Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung,
zustande gekommen sei. Hier hätten gemeinsam Sparvorschläge
erarbeit werden können, die dann von allen Beteiligten, auch in der
Öffentlichkeit, mitgetragen würden. Nun soll die Verwaltung ohne
Mitwirkung der Fraktionen einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.
Die Ergebnisberatungen würden dann aber erfahrungsgemäß nur
wieder dazu benutzt, die eigenen Projekte möglichst ungeschoren
davonkommen zu lassen, und alle unangenehmen Einsparungen dem Bürgermeister
in die Schuhe zu schieben.
Zum
Schluss gab es noch einen netten Gag: Dem
SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Bernhard Heinlein ist die städtische
Verordnung, dass die Anwohner bis 7:00 Uhr morgens die Gehsteige vom
Schnee säubern sollen, neuerdings persönlich stark betroffen. Als
Gastwirt müsse er schließlich auch mal ausschlafen. Ernst Bergmann
überreichte ihm eine Schneeschaufel und appellierte an seine
Vorbildfunktion. (s. Foto).
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