Zum Jahresende zogen SPD-Ortsvereinvorsitzender
Bernhard Heinlein und SPD-Fraktionsvorsitzender Ernst Bergmann
Bilanz.
Trotz des schlechten Abschneidens der Bayerischen
SPD bei der diesjährigen Landtagswahl sehen die Altdorfer Genossen
zumindest einen kleinen Erfolg. Der Landkreiskandidat Dr. Thomas
Beyer wurde vom Zweitstimmen-Listenplatz 10 auf Platz 6 vorgewählt,
und das auch Dank des intensiven Einsatzes der Altdorfer SPD. Er
informiert regelmäßig im BOTEN über sein Engagement und seine
Meinung zur politischen Arbeit im Landtag.
Die Herausgabe der 100. LUPE war Anlass für ein
großes Fest im Mai. Es ist schon eine besondere Leistung, über
Jahre hinweg 4 mal im Jahr eine Ortsvereinszeitung herauszubringen.
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat dies ausdrücklich in seinem
Grußwort gewürdigt. Die SPD und die LUPE-Redaktion konnten im
Graffiti-Biergarten eine Vielzahl von Gästen, langjährigen
Inserenten und Helfern begrüßen. Und auch der eine oder andere „politischer
Gegner" hat das LUPE-Fest besucht. Das wertet die SPD als
besondere Wertschätzung ihrer Arbeit.
Der SPD-Ortsverein stellt zu den anstehenden
Haushaltsberatungen klar: keine einseitigen Einschränkungen, die
nur zu Lasten der Jugendarbeit und Bildung gehen.. Es kann nicht
sein, dass erfolgreich arbeitenden Einrichtungen wie der
Jugendtreff, die Musikschule oder die Stadtbibliothek in ihren
finanziellen Möglichkeiten übergebührlich eingeschränkt werden.
Die deutliche Ablehnung der geplanten
Baudergraben-Bebauung mit 18 gegen 4 Stimmen im Stadtrat angesichts
der im Vorfeld hitzigen Debatte hat die SPD erstaunt, sieht sie aber
als einen ihrer wichtigen Erfolge 2002 an. Ausdrücklich weist die
SPD Altdorf darauf hin, dass sie nicht – wie vom politischen
Gegner immer wieder behauptet wird - gegen weitere Bebauung der
Außenorte oder auch der Altstadt ist. Aber ständige Ausweitungen
des 1997 mit deutlicher Mehrheit beschlossenen und damit
rechtsgültigen Flächennutzungsplans in den Außenbereich oder in
festgesetzte Grün- und Freiflächen auf Grund einzelner Bauvorhaben
lehnt sie ab. Sie kann die regelmäßig vorgebrachte Begründung,
dies diene doch nur der „Ortsabrundung" nicht mehr hören.
Dieser Ausdruck hätte aus der Sicht der SPD die besten Chancen, zum
Altdorfer Unwort des Jahres 2003 erklärt zu werden.
Die Stadt musste für ein Wunschprojekt der
bürgerlich-konservativen Mehrheit im Stadtrat – dem Parkdeck
neben der Stadthalle – ein Grundstück von Privat erwerben. An der
Haltung der SPD zu diesem Projekt hat sich nichts geändert:
überflüssig, weil es derzeit genügend innenstadtnahe Parkplätze
gibt, und mit ca. 950.000 Euro zu teuer. Aber der Stadtrat hält in
seiner Mehrheit an diesem Projekt nach wie vor fest. Es wurde nur
aufgeschoben, nicht aufgehoben.
Die SPD-Fraktion bedauert ausdrücklich, dass es
für das Gewerbegebiet Unterwellitzleithen nach wie vor kaum
Interessenten gibt. Entgegen allen Unkenrufen des politischen
Gegners, ist auch die SPD-Stadtratsfraktion an einer schnellen
Vermarktung des Gewerbegebiets interessiert. Immerhin wird ab dem
Jahr 2005 die Maßnahme den städtischen Etat belasten oder
vielleicht entlasten, was zu hoffen wäre.
Als wichtige verkehrspolitische Erfolge sieht die
SPD den mit 13:10 gefassten Beschluss, dass zwischen den beiden
Stadttoren nur noch eine Geschwindigkeit von 30 Km/h zugelassen
werden soll. Hier hatte die SPD-Stadtratsfraktion den ablehnenden
Beschluss des Verkehrsausschusses im Stadtrat überprüfen lassen
und mit Unterstützung von GRÜNEN, UNA und Teilen der FWG ein
positives Votum erreicht. Nun gilt es diesen Beschluss im Jahr 2004
zügig umzusetzen – auch gegen die Widerstände mancher Behörden.
Und auch der mehrheitliche Beschluss zur Errichtung eines neuen
Fußgängerüberweg am Krankenhaus freut die SPD. Sie wird auch den
Vorschlag der UNA nach einem weiteren Zebrastreifen in der
Nürnberger Strasse unterstützen.
Sorge bereitet der SPD, dass die Sensibilität
für Angelegenheiten des Denkmal- und Naturschutzes erheblich
nachgelassen hat. Entgegen - auch landesweiten - Proklamationen zum
Erhalt der Natur und wertvoller Bausubstanz wurden 2003 einige
Baudenkmäler in Altdorf zum Abriss freigegeben. Und mit dem Antrag
auf Aufnahme der ehemaligen Gaststätte Goldener Anker in der
Nürnberger Straße in die Denkmalschutzliste wird sie wohl im
Stadtrat scheitern. Auch der Vollzug der Baumschutzordnung lässt
sehr zu wünschen übrig.
Der Stadtmarketingprozess verlief nach
übereinstimmender Einschätzung aller Fraktionen nicht so, wie man
sich dies erhofft hat. Die SPD war von Anfang an – auch wegen der
enormen Kosten – eher skeptisch.. Nachdem aber nun das
Maßnahmenhandbuch, an dem auch viele Bürger engagiert
mitgearbeitet haben, vorgelegt wurde, sollte es nicht in der
berühmten Schublade verschwinden. Wenigstens kleinere Maßnahmen
daraus sollen Schritt für Schritt im Rahmen der zur Verfügung
stehenden Mittel realisiert werden. Die SPD denkt dabei z.B. an das
„Fußgängerleitsystem , das „Neubürger-Scheckheft" oder
an die Hinweise auf die Namensgebung an den Straßenschildern.
Das die Beteiligung am Nightliner-Projekt von
allen im Stadtrat vertreten Fraktionen einstimmig beschlossen wurde,
freut die SPD, besonders wenn man das bedauerliche Parteiengezänk
in Burgthann beobachtet, wo erst ein Bürgerbegehren die Beteiligung
durchsetzen konnte.
An dieser Stelle weist Fraktionsvorsitzender Ernst
Bergmann darauf hin, dass ja in der Regel die Kooperation im
Stadtrat zufriedenstellend sei, und dass ¾ der Entscheidungen
fachlich fundiert und einstimmig beschlossen würden.
Für das 1. Quartal 2004 stehen die
Haushaltsberatungen an erster Stelle. Das schwierige Ziel ist ein
ausgeglichener Haushalt. Man wird um harte Einschnitte nicht
herumkommen, darüber besteht Konsens in allen Parteien. Aber sicher
werden die Schwerpunkte dieser Einschnitte unterschiedlich gesetzt.