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Pressemitteilung vom 4. Februar 2008

Spazieren, Diskutieren, Informieren – Einkaufsmöglichkeiten im Fürstenschlag

Stadtteilspaziergang der Altdorfer SPD im Altdorfer Osten

ALTDORF – Die Stadtratskandidatinnen und –kandidaten der Altdorfer SPD hatten die Anwohnerinnen und Anwohner im Fürstenschlag, dem Oberpfalzviertel, der Georg-Lowig-Siedlung und der angrenzenden Straßen zu einem Stadtteilspaziergang eingeladen, dem ersten von insgesamt fünf im Stadtgebiet. Natürlich standen die Einkaufsmöglichkeiten im Fürstenschlag im Vordergrund des Interesses. Die SPD zeigte alle derzeit diskutierten Alternativstandorte. Einig waren sich die Teilnehmer, dass der Standort am Ortsausgang Hagenhausen zu weit abgelegen und zu nahe an der bestehenden Wohnbebauung ist. Eine Ausdehnung der Bebauung über den derzeitigen Ortsrand lehnt die SPD auch aus städtebaulichen Gründen ab, so Fraktionsvorsitzender Ernst Bergmann.

Einig war man sich auch, dass die Fläche der Textilaufbereitungsfirma Hauenstein das ideale Gelände wäre. So wurden die Bemühungen der Stadt auf dem Gelände Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen ausdrücklich begrüßt, zum anderen wurde sehr kritisch hinterfragt, wie künftig der Anlieferverkehr geregelt werden soll und welche Auswirkungen es für die unmittelbaren Anwohner haben würde, wenn dort vielleicht ein Lebensmittel-Discounter entsteht. Sehr unterschiedlich war auch das Stimmungsbild zu dem, was dort entstehen soll. Während sich die einen einen großflächigen Supermarkt wünschten, um die Fahrten ins Gewerbegebiet an der Prackenfelser Straße zu vermeiden, wünschten sich die anderen ein Nahversorgungszentrum mit kleinen Läden des täglichen Bedarf und eventuell Gastronomie. Ernst Bergmann machte deutlich, dass das Gelände so groß bemessen sei, dass auch eine Kombination möglich wäre und sogar im Bereich der Zöllerstraße auch noch Wohnbebauung als Puffer möglich wäre.

Ernst Bergmann wies darauf hin, dass die vorgenannte Nutzung des Hauensteingeländes keine plötzliche Erfindung der Stadtspitze ist. Schon 2005, als es um eine bauliche Erweiterung der Fa. Hauenstein ging, wurde in politischen Gremien eine Verlagerung der Firma ins Gewerbegebiet Unterwellitzleithen diskutiert, weil am jetzigen Standort nahezu keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr bestehen. Die Bewohner des Fürstenschlags drängen auf eine schnelle Lösung. Hierzu führte Bergmann aus, dass das Gelände für das Gewerbegebiet Unterwellitzleithen II zwar von der Stadt gekauft sei, es müssten dort aber erst noch die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen und das Gelände erschlossen werden. Erst danach könne die Firma Hauenstein dort neue Lagerhallen bauen und umziehen. Anschließend könnten dann im Fürstenschlag erst die bestehenden Gebäude abgerissen und mit dem Neubau begonnen werden. Dass dies in ein bis zwei Jahren machbar sei, sei seiner Meinung nach eher unwahrscheinlich.

Beim Hackschnitzel-Bunker des Fernheizwerkes erklärte Bergmann die mögliche Bebauung zwischen Fürstenschlag und Riedener Straße und die Straßenplanungen im momentan gültigen Flächennutzungsplan. Die Nordumgehung soll von der Riedener Straße quer durch den Wald zur Hagenhausener und weiter zur Neumarkter Straße gehen. Eine Trasse durch das Naherholungsgebiet „Riedener Wald“ sei für die SPD unvorstellbar und bei der jetzt anstehenden Neubearbeitung des Flächennutzungsplans muss diese Trasse wieder aus dem Plan herausgenommen werden – auch wenn man sich damit in der Konsequenz vom Umgehungsring um Altdorf verabschieden müsse. Aber diese Trasse sei nach heutigen Gesichtspunkten nicht mehr ernsthaft zu vertreten.

Vor dem Gebäude mit dem ehemaligen HL-Markt erläuterte Bergmann den Antrag der SPD-Fraktion auf Aufhebung der Grunddienstbarkeit. Die bestehende Grunddienstbarkeit bedeutet, dass der Parkplatz zwar Privatgrund ist, aber gegen Fremdparker rechtlich nicht vorgegangen werden kann – trotz der entsprechenden Beschilderung. Nach Aussagen des Vermieters der Liegenschaften gegenüber der SPD war dies bisher ein Haupthindernis für eine neue Vermietung. Aber nachdem im Stadtrat bislang unstrittig war, dass die Wiedervermietung des alten Standorts die oberste Priorität gegenüber einem neuen Standort hat, die Aufhebung der Grunddienstbarkeit doch kein Problem sein. Verwundert zeigte sich Bergmann, dass die Stadt Altdorf bislang nach Aussagen des 1. Bürgermeisters nichts von dieser eingetragenen Grunddienstbarkeit wusste und ausgerechnet nur die SPD. Nach Bergmanns Einschätzung gehen die Vermarktungschancen des HL-Marktes seit der Bürgerversammlung in der Stadthalle nun gegen Null. Wer werde sich denn ernsthaft um die nicht gerade attraktive Liegenschaft im ehemaligen HL-Markt bemühen, wenn gleichzeitig im Raume stehe, dass wenige 100 Meter weiter ein Nahversorgungszentrum entstehen könnte. Für die Sache wäre es besser gewesen, dass Thema Hauenstein im zuständigen politischen Gremium nicht-öffentlich zu diskutieren und weiter zu entwickeln, bevor man damit reißerisch an die Öffentlichkeit geht.

Beim anschließenden Ausklang im Alten Brauhaus wurden die Informationen noch einmal gründlich diskutiert. Und die roten Herzen, die Stadtratskandidatin Irmi Kuhr extra für den Abschluss gebacken hatte, fanden reißenden Absatz.

 

 




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