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Pressemitteilung vom 22. September 2008
Staatminister
Günter Gloser bei der Altdorfer AWO ALTDORF – Günter Gloser, 58 Jahre alt, ehemaliger Leibniz-Schüler
– als Altenfurt noch zum Landkreis gehörte – Nürnberger
SPD-Bundestagsabgeordneter und im Bundesaußenministerium Staatsminister für
Europa und Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit war
beim politischen Frühschoppen in der Begegnungstätte der Altdorfer
Arbeiterwohlfahrt. AWO-Vorsitzender und AG 60plus-Sprecher Rudi Lodes hatte
ihn und interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Informationen
zur Bundes- und Europapolitik standen auf der Tagesordnung. Aber natürlich
wurde mehr über die anstehende Landtagswahl in Bayern gesprochen. Gloser
bezeichnete sich selbst erst mal an „unanständigen Bayer“, in
Anspielung auf Becksteins Äußerung, dass (sinngemäß) „nur anständige
Bayern richtig, d.h. CSU wählen“. Keiner wolle die positiven Seiten und
Entwicklungen kleinreden, aber es gäbe reichlich Beispiele für
Fehlentwicklungen. Er nannte nur die überhastete und völlig konzeptlose
Einführung des G8 wider alle fachlichen Anforderungen. Diese seinen nur möglich
gewesen, weil die CSU seit Jahrzehnten unangefochten hätte regieren und
Entscheiden können. Und nun betreibe man, kurz vor der Wahl,
„Spielchen“, z. B. die Einstellung von 2245 neuen Lehrern (für ca.
5500 Schulen in Bayern), bei denen es sich lediglich
um Aushilfslehrer mit befristeten Verträgen handelt. Gloser sei gespannt,
was davon nach der Wahl übrig bleibe. All diese Versprechungen hätte
man schon seit Jahren umsetzen können, wenn man gewollt hätte. Die Möglichkeiten,
sprich absolute Mehrheit, war seit Jahrzehnten gegeben. Und wenn dann z. B.
die Pendlerpauschale eine so wichtige Herzensangelegenheit sei, warum hätten
dann die CSU-Regierungsmitglieder in Berlin dies bei den
Koalitionsverhandlungen 2005 selbst ins Spiel gebracht und zusammen mit der
CDU durchgesetzt? Die SPD musste zustimmen, habe dafür aber im Gegenzug die
weitere Steuerfreiheit der Nacht-, Schicht- und Sonntagsarbeit gesichert. Und was den Europaminister schon sehr wunderte, waren die Äußerungen
des CSU-Parteivorsitzenden Huber zur angeblich "ungebremsten
Erweiterung" der EU. „Unsinn“, so Gloser. Beitrittswilligen
Staaten müssten sich an die Kopenhagener Verträge halten, die Mitte der
90er Jahre erstellt wurden. Darin werde die Demokratie als einzig gültige
Herrschaftsform verankert. Außerdem werde die Gewaltenteilung
vorgeschrieben, sowie die
Gleichstellung von Mann und Frau, die allgemeinen Menschenrechte, der
Minderheitenschutz sowie die Abschaffung der Todesstrafe gefordert. Damit
habe man nach dem Zerfall der Sowjet-Union den sich zu Europa gehörig fühlenden
Ländern eine Perspektive zur Aufnahme bieten können: „Erfüllt diese
Kriterien, und ihr könnt aufgenommen werden“, so Gloser weiter.
Sicherheit und Stabilität in diesem Machtvakuum, auch für Europa, standen
im Vordergrund. Also: keine ungebremste Erweiterungspolitik, wie Huber
populistisch behauptet. Und geradezu
abenteuerlich sei es, wenn dann gleichzeitig von Beckstein gefordert werde,
Kroatien auch ohne neuen Grundlagenvertrag in die EU aufzunehmen. Gloser
betonte ausdrücklich, dass die alleinige Zuständigkeit für diese Fragen
beim Bundesaußenministerium läge, und nicht bei der Bayerischen
Staatsregierung. AWO-Vorsitzender Rudi Lodes bedankte sich für die vielen
interessanten Informationen wünschte Staatsminister Günter Gloser
Gesundheit und viel Erfolg bei
seiner Arbeit für Europa und bei der Bundestagswahl 2009.
Günter Gloser, Staatsminister für Europa: „Europapolitik muß verantwortungsvoll diskutiert und entschieden werden. Populistische Äußerungen im Bayerischen Wahlkampf sind da nicht hilfreich.“
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