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Pressenachricht vom 28. Juli 2006

SPD Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann, MdL Dr. Thomas Beyer und Erster Bürgermeister Rainer Pohl besuchten das Sonderpädagogische Förderzentrum Altdorf.

ALTDORF - Rektor Bernd Albert stellte beim Besuch von SPD-Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann, MdL Dr. Thomas Beyer und Erstem Bürgermeister Rainer Pohl die Einrichtung und die Arbeit des Sonderpädagogischen Förderzentrums (SFZ)  dar. Das SFZ erziehe, unterrichte und fördere Mädchen und Jungen mit  sonderpädagogischem Förderbedarf und erfülle Aufgaben und Zuständigkeiten einer öffentlichen Förderschule für den südlichen Landkreis. 

In drei Gruppen der Schulvorbereitenden Einrichtung würden 30 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren gefördert und betreut, um sie danach möglichst in die Grundschule aufnehmen zu können. Für schulpflichtige Kinder und Jugendliche in den Jahrgangsstufen 1 und 2 biete das SFZ  Sonderpädagogische Diagnose- und Förderklassen an. In den Jahrgangsstufen 3 bis 6 bilde man Klassen,  die u.a. nach einem sonderpädagogisch aufbereiteten Grund- und Hauptschullehrplan und einem individuellen Förderkonzept darauf hin arbeiteten, möglichst vielen Schülerinnen und Schülern die Rückführung in die allgemeine Schule zu ermöglichen. In den Jahrgangsstufen 7 bis 9 habe der Unterricht einen stark berufsvorbereitenden Charakter. So habe man gute Erfahrungen mit so genannten Schülerfirmen gemacht, in denen die jungen Leute z. B. den Pausenverkauf selbstständig organisieren und durchführen, oder mit einer „Schreibwarenfirma“, in der sich die Schülerinnen und Schüler mit Papier, Schulheften, Stiften etc. kaufen können. Und gemeinsam mit nachschulischen Fördermöglichkeiten werde versucht, den Absolventen des SFZ gute Startbedingungen für Berufsausbildung und Beschäftigung zu verschaffen. Hier sah Rektor Albert die gleichen Probleme, die auch Hauptschüler seit Jahren haben: es werde immer schwieriger für diese jungen Menschen, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden.

Sonderpädagogen des SFZ betreuten in Kindergärten, Grund- und Hauptschulen des Einzugsgebietes Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf, und beraten Lehrer und Eltern mit dem Ziel, Förderung ohne Überweisung an eine Förderschule zu leisten. Aber leider müssten wegen der massiven Mittelkürzungen durch die Bayerische Staatregierung hier erhebliche Einschränkungen hingenommen werden.  Und ein weiteres Problem sei die befristete Einstellung von jungen Lehrkräften für ein oder zwei Jahre. Rektor Albert: „So ist eine langfristige konzeptionelle Arbeit nicht möglich.“ Und MdL Dr. Thomas Beyer hierzu: „Was ist wohl wichtiger: die Null im Haushalt oder ausreichend finanzielle Mittel zielgerichtet in der Bildung und Förderung junger Menschen einzusetzen?“

Insgesamt besuchten 231 Schülerinnen und Schüler in 16 Klassen und 30 Kinder der schulvorbereitenden Einrichtung das SFZ. Neben der Arbeit in den Gruppen und Klassen seien die 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Kindergärten, Grund- und Hauptschulen im südlichen Landkreis im Einsatz.

Rektor Albert lobte neben der schnellen und unbürokratischen Hilfe durch den Ersten  Bürgermeister Rainer Pohl und die städtische Verwaltung auch die sehr gute Zusammenarbeit mit den Grund- und Hauptschulen. Unproblematisch sei der Eintritt in die Schulvorbereitenden Gruppen, schwieriger dagegen das sogenannte Quereinsteigern.

Besonders stolz sei man auf ein Projekt, das bayernweite Beachtung gefunden hätte. Konrektorin Katja Schweiger: „Wir können unsere Lehrpläne etwas freier gestalten und haben die Unterrichtsstunden von 45 auf 40 Minuten reduziert. Die so gewonnene Zeit wird an drei Schultagen in der Woche für Arbeitsgemeinschaften verwendet, z. B. Klettern, Bücherei führen, Schulhausgestaltung.  Für dieses Projekt sei das Förderzentrum  2004 sogar mit einem “Innere Schulentwicklung Innovationspreis” (i.s.i.) des Bildungspaktes Bayern ausgezeichnet worden.

Zum Schluss wünschten sich Albert und Schweiger, dass das Förderzentrum auch als Veranstaltungsort mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen würde. Dank einer sehr guten Ausstattung könne man sich Konzerte, Ausstellungen und Tagungen vorstellen. Bergmann sagte zu, dies bei Anfragen wegen Veranstaltungsorten oder eigenen Planungen zu berücksichtigen. Im Übrigen wolle auch er diese Arbeit so gut wie möglich und nach den Möglichkeiten der Stadt unterstützen: „Gute Bildung ist kein Privileg, sondern steht allen Kindern und Jugendlichen zu.“ 

Pferd Ingalill mit der Haltung  „heute nicht“, die Holzskulptur des in Schweden lebenden Künstlers Armin Scholler in der Eingangshalle bekam Besuch. Rektor Albert (l) stellt vor: SPD Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann und MdL Dr. Thomas Beyer 




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