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Pressemitteilung
vom 24. Februar 2005
Tatort West-Tangente
Kritische Westtangenten-Wanderung der
Altdorfer SPD
Altdorf - Trotz des
schlechten Wetters am Sonntag nahmen sich insgesamt 38 interessierte und
betroffene Bürgerinnen und Bürger die Zeit, an der Veranstaltung der
Altdorfer SPD teilzunehmen. Sie wollten sich persönlich über den Verlauf
der Trasse, den damit verbundenen „Landschaftsfraß“, die Kosten und
Probleme informieren. 1. Bürgermeister Rainer Pohl und
Fraktionsvorsitzender Ernst Bergmann erläuterten den Sachstand und gingen
besonders auf die aktuell ungelösten Probleme und langfristig Folgen ein.
Zunächst
wurde klargestellt, dass Bürgermeister und
SPD-Stadtratsfraktion seit Jahren an den vorbereitenden Planungen
mitgewirkt und diese mitgetragen haben.. In den Haushaltsberatungen 2004
hat jedoch die SPD-Stadtratsfraktion erstmalig ihre Zustimmung verweigert,
mit der Begründung, dass für dieses Straßenbauprojekt derzeit
kein Geld in der Kasse ist. Denn trotz des beachtlichen Zuschussvolumens
von 5,6 Mio. Euro kann sich die Stadt derzeit den Bau nicht leisten,
weil der Eigenanteil der Stadt Altdorf mit 2,4 Mio. Euro nicht zu
finanzieren ist. Man hatte noch die Spardebatten bei den
Haushaltsberatungen für den Etat 2004 zu gut im Sinn, in denen lange und
heftig um jeden Euro Einsparpotential gerungen wurde. Offensichtlich
hinterließen die Sparappelle der Fraktionsvorsitzenden der bürgerlich-konservativen
Mehrheit bei ihren eigenen Stadtratskollegen keinen Eindruck, oder die Möglichkeit
der Förderung in Höhe von 76% der zuschussfähigen Kosten, wenn man denn
auch noch im Jahr 2004 mit dem Bau begänne, hat jede finanzpolitische und
planerische Vernunft vergessen lassen.
Das
die ganze Baumaßnahme wegen des Zwangs zum Baubeginn in 2004 überhastet
erfolgt, zeigt für Fraktionsvorsitzenden Ernst Bergmann die Tatsache, dass
noch nicht alle benötigten Grundstücke im Besitz der Stadt Altdorf sind.
Die bestätigte auch eine teilnehmende Grundstücksbesitzerin, die verkündete,
aus ihrem Grundstück keinen Anteil zu verkaufen. Sie müsse nämlich
ausgerechnet den Teil für die Westtangente abgebenden, der von der Sonne
beschienen würde. Notfalls wolle sie sich enteignen zu lassen.
Rainer
Pohl wies darauf hin, dass auch viele Grundstücksbesitzer verständlicher
weise mehr verkaufen wollen, als für die Straße benötigt werden ER
nannte folgendes Beispiel: Von einem Grundstück werden 1000 Quadratmeter für
die Trasse benötigt. Diese durchschneiden den Besitz aber so ungünstig,
dass links und rechts davon zwei relativ kleine Grundstücke übrig
bleiben. Der Besitzer will dann natürlich das ganze Grundstück verkaufen,
bezuschusst wird aber nur das für die Trasse benötigte Terrain. Den Rest
muss die Stadt ohne die 76%-Zuschüsse finanzieren. Und das seien
beileibe nicht die einzigen zusätzlichen Kosten. So haben sich zum
Beispiel die ursprünglich kalkulierten Kosten für die notwendige
Erdverkabelung der Stromleitungen von 65.000,00 EUR inzwischen auf 250.000
EUR erhöht.
Und
nicht nur wünschenswert - es bietet sich geradezu als sinnvoll an - wäre
es, wenn im Rahmen des Westtangentenbaus der Tangenten-Radweg nicht an der
Hersbrucker Straße enden würde, sondern gleich Richtung Röthenbach
weitergebaut werden könnte. Auch dies ist mit zusätzlichen Kosten
verbunden, die nicht in der ursprünglichen Kalkulation enthalten sind.
Rainer
Pohl konnte sich einen Seitenhieb auf die in seinen Augen andere schwere
Hypothek der Stadt Altdorf, das Gewerbegebiet Unterwellitzleithen nicht
verkneifen. Hier muss in Kürze noch die letzte Rate in Höhe von 1 Mio.
Euro für den Grunderwerb gezahlt werden. Wie die Westtangente ist auch das
Gewerbegebiet Unterwellitzleithen ein
Projekt, dass die bürgerlich-konservative Mehrheit gegen die Stimmen der SPD, des 1. Bürgermeisters und der GRÜNEN durchgesetzt
hat und die heute und künftig den städtischen Vermögenshaushalt schwer
belasten.
Die
nächste „Kritische Wanderung“ mit der Altdorfer SPD führt übrigens
zum Gewerbegebiet Unterwellitzleithen. Es wird rechtzeitig darauf
hingewiesen.
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SPD Altdorf
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Altdorf
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