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Pressemitteilung vom 29. Januar 2010 „Verantwortungsloser
Umgang mit Steuergeldern“
MdL Dr.
Thomas Beyer greift die Bayerische Staatsregierung beim Neujahrsempfang
der
Altdorfer SPD an
ALTDORF – Für
MdL Dr.
Thomas Beyer war der Besuch des Altdorfer Neujahrsempfangs die erste
öffentliche Veranstaltung im neuen Jahrzehnt. Er griff gleich die
Themen
Landesbank-Debakel und Hypo-Group-Alpe-Adria-Desaster
auf: „Geld spielt hier anscheinend keine Rolle mehr!“ 3,75
Milliarden Euro beim
Kauf der maroden Kärntner Bank wider besseres Wissen verbrannt,
und zur Rettung
der Bayerischen Landesbank müssten insgesamt 10 Milliarden Euro
aus Steuergeldern
aufgebracht werden. Diese Beträge zusammen entsprächen etwa
einem Drittel des
Landeshaushaltes. Unsichere Geschäfte in Millionen- und
Milliardenhöhe seien
anscheinend nur noch Kavaliersdelikte, während Kleinstverfehlungen
zu
fristlosen Entlassungen führten. Der von der SPD und den
GRÜNEN beantragte
Untersuchungsausschuss werde hoffentlich
an den Tag bringen, was beim Kauf ablief. Die CSU signalisiere öffentlich zwar Aufklärungsbedarf,
versuche
aber intern zu mauern und blockieren, wo es nur gehe. Man könne
auf die
Ergebnisse gespannt sein, zum Beispiel wer vielleicht vom
überhöhten Kaufpreis
profitiert habe. Zum „Konzept Mittelschule“ der
Staatsregierung stellte er dar,
dass dieses nur den Zweck habe, die Hauptschulstandorte zu bereinigen
sowie
kleine Hauptschulen zu schließen, was auf wenige Mittelschulen im
Landkreis
hinaus laufe. Das Ziel sei, die Bildungsverantwortung „nach
unten“ auf die
Kommunen zu verlagern, verbunden mit Einsparungen auf Kosten der
Vor-Ort-Bildung. Was
man alleine mit den 3,75 Milliarden anfangen könne, die das
Balkan-Abenteuer
gekostet habe, ließe sich gut an zwei Beispielen aus dem
Bildungsbereich verdeutlichen: davon
hätten 5.000 neue Lehrer
10 Jahre lang bezahlt werden können oder man hätte für
die etwa 260.000
Studierenden in Bayern die Studiengebühren (500 Euro pro Semester)
für 14 Jahre
erlassen können, Der Freistaat hätte diesen Betrag aber auch
zum Schuldenabbau
einsetzen und so jährlich 150 Mio. Euro Zinsausgaben sparen
können. Zuvor
jedoch begrüßte SPD-Vorsitzender Hartmut Romig alle
Anwesenden und wünschte im Namen des
SPD-Ortsvereins und
der SPD-Fraktion „Alles Gute und Gesundheit im Neuen Jahr“. Nach
der Begrüßung der Gäste, neben Dr. Thomas Beyer, MdL
und stellvertretender Vorsitzender
der SPD im Landtag, 1. Vorsitzender der AWO Bayern, auch Norbert Reh,
stellvertretender Landrat, Fritz Körber, SPD
Unterbezirksvorsitzender Nürnberger Land und Heinz Geyer, Vorsitzender des DGB-Ortskartells
Altdorf ging Romig auf die wichtigsten
politischen
Themen in Altdorf ein, „zur Zeit sicherlich die Bildungseinrichtung Hallenbad.“ Es gäbe eine mehrheitsfähige
Lösung im Kreistag und im Stadtrat,
nämlich ein Schulschwimmbecken mit
einem separaten kleinen Aufenthaltsbecken. Die SPD-Fraktion unterstütze diese Lösung.
Der Ausstieg
von Winkelhaid und Schwarzenbruck sei schade, aber nicht
entscheidend. Die
Mehrkosten
für Altdorf machten nur einen geringen Teil
aus. Und
für die Schulstadt
Altdorf sei
eine solche Bildungseinrichtung
sehr
wichtig. Romig
konnte sich einen Seitenhieb auf die stärkste Fraktion im
Altdorfer Stadtrat
nicht verkneifen: „Liest man das Parteiorgan
der CSU Altdorf, so muss der
unbedarfte Leser zu dem Schluss kommen, dass man Altdorfs Bürgermeister
gerne alle wesentlichen Projekte
und Taten dieser Welt ans Revers hefte,
natürlich
nur Positives. Es fehle
eigentlich nur noch
der Fußball-Weltmeistertitel. Aber dazu gäbe es ja noch in 2010 die Chance.“ Aber manchmal müsse
man
dann doch helfen, wie zum Beispiel bei der Beantragung einer
Stadtratssondersitzung am 12. November durch die SPD- und
Grünen-Fraktion.
Diese Sitzung war fast ausschließlich dem Thema Schule gewidmet
und hat endlich
mal in aller nötigen
Tiefe die mögliche Zukunftsausrichtung der unterschiedlichen
Schularten und
Trägerschaftmodellen (Mittelschule,
Hauptschule, Schulverband, Schulverbund)
klar
gestellt, unter anderem auch
durch
einen Sachvortrag des Schulrates. Natürlich wettere die CSU gegen diese
notwendige Initiative zur
Informationsverbreitung, denn sie stammte
ja nicht von ihr, meinte Romig. Zum
Röderbau, oder dem „Neuen Ärztehaus“, wie es inzwischen schon genannt wird,
stellte er klar,
warum die SPD-Fraktion gegen diesen massiven Bau war: In der Kinderstube Altdorfs wirke
der
alles überragende Klotz besonders scheußlich. Und das geplante Parkdeck sollte
die
Parkplatznot während der Marktplatzumbauphase entschärfen, so
Bürgermeister und
CSU in ihren Plädoyers für diesen Bau, mit
denen sie damals die Beschlüsse
durchpeitschten.
Romig: „Es ist bis
heute nicht für die Öffentlichkeit zugänglich“. Er
ging auch auf die fehlende Einkaufsmöglichkeit im
Fürstenschlag ein, die auf
dem Hauensteingelände hätte entstehen sollen. Dass dieses
Projekt nicht
zustande kam, lag nicht daran, dass mögliche Investoren durch
vernünftige Ideen
und Vorschläge von Seiten der SPD zur Größe der
Verkaufsflächen und zur
Gestaltung des Areals verschreckt wurden, wie die CSU dies in ihrer
Zeitung
darstelle. Es lag einzig und alleine daran, dass die Firma Hauenstein
aus
gesamtwirtschaftlichen Überlegungen einen Rückzieher gemacht
habe. Dies werde
von der CSU nur zu gerne verschwiegen, wahrscheinlich auch
zukünftig. Stellvertretender
Landrat Norbert Reh ging ebenfalls auf die finanziellen Auswirkungen
ein, die
die bayerischen Finanzabenteuer auf die Landkreise und Kommunen habe.
Trotzdem
stehe der Landkreis zu seinen Verpflichtungen, auf Altdorf bezogen dem
Neubau
der Fachakademie und dem Schulschwimmbecken, das man übrigens nach
seiner
Meinung schon bei der großen Gebietsreform 1972 hätte
angehen können. Keine
Abstriche solle es geben in den Bereichen Soziales, Familien und
Jugend. Dass
der Landkreis im Jahr 2010 die höhere
Bezirksumlage
selbst tragen wolle und nicht auf die Gemeinden umlegen wolle,
läge nicht an
der CSU-Fraktion, die offensichtlich um jeden Preis positiv auffallen
möchte,
sondern sei der Vorschlag des Landrates und der Kreisverwaltung, die
damit ihr
partnerschaftliches Verhältnis zu den Gemeinden demonstrieren
wollen. Fritz
Körber ging auf die sehr unbefriedigenden Ergebnisse der letzten
Wahlen ein und
empfahl seiner Partei, aktuelle Themen – örtliche, landes-
und bundesweite - aufzugreifen
und damit wieder „öffentlicher“ zu werden. Dadurch
ergäben sich neue Wege und
Chancen für die Partei, auch gegen den allgemeinen Trend der
Politkverdrossenheit. Zum Schluss bedankte sich Vorsitzender Hartmut Romig bei den fleißigen Helferinnen und Helfern für die köstlichen Buffet-Spenden. Und mit seinem Dank an den Gastgeber und Graffiti-Inhaber, Meino Zitting, verband er auch den Hinweis auf die Auszeichnung 2009 durch die Bayerische Staatsregierung für die besonders engagierte Kinoarbeit des „Gräff“, die sich nicht nur von wirtschaftlichen Gesichtspunkten leiten lasse, sondern sich auch der Filmkunst verpflichtet fühle. „Alles Gute zum Neuen Jahr, Gesundheit, und dass die Wünsche in Erfüllung gehen“ wünschten MdL Dr. Thomas Beyer, SPD-Vorsitzender Hartmut Romig, stellvertretender Landrat Norbert Reh, SPD-Unterbezirksvorsitzender Fritz Körber und Wolfgang Lahm, stellvertretender Vorsitzender der Burgthanner SPD (v. li.) den Gästen beim Neujahrsempfang der Altdorfer SPD im Kino Graffiti
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