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SPD Altdorf bei Nürnberg >> Presse |
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Pressemitteilung vom 9. Januar 2009 „Staatsschauspieler Seehofer“
MDL Dr. Thomas Beyer greift beim
Neujahrsempfang der Altdorfer SPD Ministerpräsident Seehofer
und die CSU-Politik an ALTDORF
– Kinokneipe Graffiti: Mitglieder und Freunde der SPD Altdorf trafen sich
wie jedes Jahr am Dreikönigstag zum traditionellen Neujahrsempfang.
Vorsitzender Hartmut Romig begrüßte zu Beginn des „Politischen Jahres
2009“ die Anwesenden und Gäste: Fritz Körber, Bezirksrat und
Vorsitzender des SPD-Unterbezirks, Heinz Geyer, Vorsitzender des
Ortskartells der IG-Metall in Altdorf, den ehemaligen Ersten Rainer Pohl
und MdL Dr. Thomas Beyer, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender im
Bayerischen Landtag, Vorsitzender der AWO in Bayern, und Rudi Lodes,
Vorsitzender der AWO Altdorf. Wechsel
bei der Graffiti-Führung Zunächst bedankte sich Romig bei den (seit 1. Januar ehemaligen) Wirtsleuten Eva und Bernhard Heinlein. Diese hätten vor 26 Jahren das Graffiti aufgebaut, mit großem Erfolg geleitet, und es sei so etwas wie die politische Heimat der Altdorfer SPD. Er hob auch das politische Engagement der beiden hervor: Eva Heinlein 24 Jahre als Stadträtin, davon einige Jahre als Fraktionsvorsitzende, und Bernhard, 12 Jahre lang Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Altdorf. Das Graffiti ist nun in neue Hände übergeben. Dem Nachfolger Meino Zitting wünschte Romig „ein gutes Gelingen, ein gutes Händchen für die Kundschaft und allzeit eine volle Kneipe“ und hoffte, „dass Du alles tust, damit sich das schon erwähnte Heimatgefühl für uns hier fortsetzen lässt.“ Romigs Dank galt natürlich auch allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen des Empfangs und zum Buffet beigetragen hatten.
SPD-OV-Vorsitzender Hartmut Romig bedankt sich bei Eva und BernhardMeino Zitting bedankt sich bei Bernhard und Eva Heinlein und wünscht dem neuen Graffiti-Wirt Meino Zitting einen guten (v. l. n. r.) Start. Bernhard Heinlein ist es egal "wer unter ihm neuer Graffiti-Wirt ist".
Europa-
und Bundestagswahl Die
Europawahl am 7. Juni und die Bundestagswahl am 27. September würden schon
jetzt ihre Schatten voraus werfen, so Romig. Der Einsatz der SPD für
Solidarität und Gerechtigkeit sei
angesichts der weltweiten Krise besonders gefordert. Romig: „Wir werden
mehr und mehr erkennen können, wie sehr die Ideologie der Sozialdemokratie
gebraucht wird. Lasst uns weiter daran arbeiten, sowohl auf der kommunalen
als auch auf überregionaler Ebene, die richtigen Weichen für die Zukunft
unserer Gesellschaft zu stellen.“ Stadtpolitik
Altdorf, Einkaufsmöglichkeit im Fürstenschlag Die
politische Altdorfer Szene betreffend stellte er fest, dass sich seit der
Kommunalwahl 2008 doch einiges verändert habe. So gäbe es die „in der
Vergangenheit schon fast selbstverständlich gewordene Mehrheit des
konservativ-bürgerlichen Lagers nicht mehr. Wir konnten einen Sitz
hinzugewinnen. Die Grünen ebenfalls, mit denen wir häufig gleiche
Denkrichtungen haben. Und die
Stadträte der UNA haben sich abgenabelt von der einstmaligen Meinungsführerschaft
der CSU.“ Zwar fielen die meisten Entscheidungen im Stadtrat oder in den
Ausschüssen einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit über alle
Fraktionen hinweg, doch bei wichtigen
und zukunftsorientierten Dingen würden immer wieder neue Mehrheiten
gefunden. Beispielhaft nannte er die Entscheidung zur Auswahl der zu
pflanzenden Bäume am neu gestalteten Marktplatz oder beim derzeit heißen
Eisen, der Einkaufsmöglichkeit im Fürstenschlag. Dazu gab er einige Erläuterungen,
denn nur durch Presseberichte und Leserbriefe werde die intensive Arbeit
der SPD-Fraktion nicht deutlich genug. Romig: „Wie der Name schon sagt,
es soll sich um eine Einkaufsmöglichkeit handeln. Es wäre zu einfach
gewesen, dem Besitzer des Grundstücks alle Freiheiten für seine
Gewinnmaximierung zu gewähren, was sicherlich zu einem Riesenmarkt von
etwa 2000 qm führen würde und was dieses Gebiet wegen des
Verkehrsaufkommens nicht sinnvoll verkraften kann.“ Die Arbeit der
SPD-Fraktion habe darin bestanden, so Romig weiter, „dass wir uns nicht
nur intern mit dem Thema beschäftigt haben, sondern auch einen regen
Austausch führten mit den anderen Fraktionen, mit altdorf-aktiv und sogar
mit einem Investor, der sich für eine Marktgröße von 800 qm
interessiert. Nur hat sich leider die CSU-Fraktion einem solchen Gesprächsangebot
verweigert. Man fragt sich warum? Man könnte sich auch fragen, welche
Vorteile man sich für das eigene Klientel verspricht, wenn man sich im
Vorfeld nicht zu einem Meinungsaustausch mit anderen bereit zeigt?“ Die
SPD-Fraktion habe sich also mit großem Aufwand und in vielen Gesprächen,
auch basisorientiert in offenen Vorstandssitzungen des Ortsvereins, eine
Meinung gebildet, die sich mit den Meinungen der Grünen und der UNA deckt.
Und so sei es gekommen, dass die Stadtratsmehrheit entschieden hat, dass
ein Markt mit 800 Quadratmetern plus Bäcker und Metzger (entspricht etwa
dem Penny-Markt) für diese Lage ausreichend sei. Das Ganze sei aber noch
lange nicht endgültig und, einen befreundeten Leserbriefschreiber
zitierend, das Bärenfell noch nicht verteilt.
Denn nun komme es auf den Grundstücksbesitzer an und welche Zugeständnisse
er dem Stadtrat abringen wird, um eine Einkaufsmöglichkeit im Fürstenschlag
zu schaffen. Romig ging auch kurz auf durchaus diffamierdende Äußerungen
in Leserbriefen oder E-Mails wegen dieses Projektes ein, die als
Einzelmeinung stünden und die es den Stadträtinnen und Stadträten nicht
gerade leichter machen, die richtige Entscheidung für die Allgemeinheit zu
finden. Bezirksrat Fritz Körber blätterte in seinem Tagebuch 2008
Bezirksrat
Fritz Körber erinnerte an die Bombardierung Nürnbergsn und dass damals
unter weit größeren Schwierigkeiten als heute die Menschen zuversichtlich
in die Zukunft geschaut und angepackt hätten. Fritz
Körber verglich in seinem Grußwort das alte Jahr mit einem Tagebuch, das
nun zerlesen und mit „Eselsohren, mit verknickten Seiten, Markierungen
und verrutschten Lesezeichen“ da läge. Er wolle dazu einladen, das
Tagebuch des Jahres 2008 nicht zu schnell zuzuklappen. Gerade um die
Jahreswende fände man Zeit zur Besinnung und zur Bilanz. Er blätterte
noch mal zurück zu den Landtags-, Bezirks- und dramatische verlaufenen
Kommunalwahlen 2008. Er sah sich unterwegs in der Ukraine und in der Armenküche
in Charkiw, wo viele alte Menschen auf ihn warteten. Und er erinnerte an
liebe Menschen, wie Lucie Kurlbaum, von der „wir endgültig Abschied
nehmen mussten.“ Und er blätterte weiter und blieb bei beklemmenden
Bildern hängen. Ein Blick über die Grenzen zeige, wozu Menschen in ihrer
Verblendung oder ihrem Fanatismus fähig sind, zeige uns nationalistische
Spannungen, Bürgerkriege, Verfolgung, Armut und Not in vielen Teilen der
Welt. Diese Ereignisse machten uns auch bewusst, wie ungleich Wohlstand,
Sicherheit und positive Lebensmöglichkeiten auf unserer Welt verteilt
seien. Körber
verwies nach diesen sehr persönlichen Worten auf die anstehen Wahlen.
Pjotr Drozynski aus Wendelstein, Europa-Kandidat für die SPD, sei durch
seine weltmännische Erfahrung bestens geeignet, unsere Region in Brüssel
zu vertreten. Und Dr. Hannedore Nowotny werde wieder als Kandidatin bei der
Bundestagswahl antreten. Sie habe schon vor vier Jahren ihre Kompetenz für
ein solches Mandat unter Beweis gestellt. Er schloss seine Ansprache mit einem Vergleich: “ Wir haben erst am 2. Januar an die Zerstörung unserer Nachbarstadt Nürnberg gedacht. Angesichts der unvergleichlich viel größeren Probleme, vor denen man damals stand, sollten wir uns nicht von Pessimismus und Zaghaftigkeit anstecken oder gar leiten lassen, sondern mit Mut, Optimismus und Zuversicht in die Zukunft gehen, auch in Dankbarkeit dafür, dass wir 64 Jahre lang in Frieden leben durften und uns diesen für uns und alle Menschen auch für das Jahr 2009 wünschen.“ SPD-Fraktionsvize Dr. Beyer plädiert für Abgabensenkung
MdL
und SPD-Fraktionsvize Dr. Thomas Beyer zählt das 800 Millionen Euro
schwere Konjunkturprogramm der SPD-Landtagsfraktion auf Aus
der derzeitigen Krise helfe nur eine Unterstützung des privaten Konsums,
so Dr. Thomas Beyer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im
Bayerischen Landtag. Die Menschen müssten dafür mehr Geld in den Taschen
haben. Abgabensenkung sei das Gebot der Stunde. „Wer sich, wie die CSU
auf Steuersenkungen fixiert, unterschlägt, dass die Senkung der
Sozialabgaben wesentlich schneller und auf breiter Front wirkt. 25
Millionen Haushalte zahlen keine Lohn- und Einkommenssteuer, aber jeder,
vom Minijob aufwärts, zahlt für den ersten Euro aufwärts Sozialabgaben.
Trotzdem brauchen wir natürlich mittelfristig eine Veränderung der
Besteuerung besonders im Bereich der Progression, aber wir benötigen
sofort eine Entlastung bei den Sozialabgaben", argumentiert Beyer. Darüber
hinaus fordert der Mittelfranke, alle Instrumente, die die private
Nachfrage anregen können, ohne ideologische Scheuklappen zu prüfen.
Beyer: „Konsumgutscheine können, richtig eingesetzt, ein sinnvolles
Mittel sein." Und er vermisst bei Ministerpräsident Horst Seehofer
angesichts der aktuellen Verhandlungen über ein Konjunkturpaket das nötige
Verantwortungsbewusstsein. „Die Krise verlangt klare Entscheidungen und
keine Blockadedrohungen. Der bayerische Ministerpräsident wird seiner
Verantwortung nicht gerecht, wenn er das Thema Steuerentlastungen benutzt,
um sich in der Union wichtig zu machen. Die Lage ist zu ernst für
Show-Effekte wie z. B. im Fall der misslungenen Spitzen-Platzierung von
Monika Hohlmeier auf der Europa-Liste", erklärte Beyer. Und
der CSU warf er beim Thema Ankurbeln der Konjunktur totalen
Etikettenschwindel vor. Das angebliche Milliarden-Programm der CSU sei nur
die Addition ohnedies vorgesehener Maßnahmen. Damit werde keine zusätzliche
Beschäftigung geschaffen, stellt Beyer fest und fordert die
Staatsregierung auf, mit der SPD gemeinsam einen tatsächlichen
Rettungsschirm für Arbeitsplätze zu schaffen. Angesichts der
Steuermehreinnahmen von rund einer halben Milliarde gehe die SPD davon aus,
dass der Rettungsschirm ohne neue Schulden finanziert werden könne.
"Wenn wir jetzt nichts tun, werden die Zeiten noch schlechter als
ohnehin schon und dann werde der ausgeglichene Haushalt plötzlich zu einem
Dogma, das mehr schadet, als es nutze. Das Konjunkturprogramm der
Bayerischen SPD sehe 800
Millionen Euro an zusätzlichen Investitionen vor – vor allem im
Infrastrukturbereich, bei den Hilfen für den Mittelstand bei Liquiditätsschwierigkeiten,
bei gezielten Hilfen für einzelne Branchen", betont Beyer. „Dies
erleichtert kommunale Wirtschaftsmaßnahmen und Investitionen, die
langfristig Nutzen stiften und kurzfristig Beschäftigung schaffen." Staatsschauspieler
Seehofer
Beyer
vermisse bei der CSU und bei
Seehofer, den er als Staatsschauspieler bezeichnete, die klare
Linie, welche sie jedoch von Merkel beim Thema Steuerentlastungen
einfordere. „Was die CSU wirklich will, nämlich Steuerentlastungen für
die große Einkommen, das ist mit uns nicht zu machen. Die Steuerentlastung
à la CSU würde völlig verpuffen und käme im Wesentlichen nur denen
zugute, die es finanziell sowieso schon leichter hätten. Wir wollen eine
Senkung der Abgabenlast, die gerade den Beziehern mittlerer und kleinerer
Einkommen überproportional zu Gute käme.“ Und im Angesicht drohender Misserfolge bei den anstehenden Europa- und Bundestagswahlen könne man sich getrost darauf einstellen, dass die CSU mit sehr harten Bandagen kämpfen würde, und dass ihr jedes Mittel recht sein werde, um den Absturz in die europa- und bundesweite Bedeutungslosigkeit zu verhindern. |
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