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SPD Altdorf bei Nürnberg >> Presse |
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Pressemitteilung vom 01.Februar 2009 Albtraum
Post-Partnerfiliale? Das Risiko und Haftung bleiben voll beim Betreiber! ALTDORF – Das ganze Jahr über ist das
Postamt in Altdorf gut frequentiert. Trotzdem sucht die Deutsche Post aus
rein wirtschaftlichen Überlegungen nach einem Betreiber für eine
Partnerfiliale als Ersatz für die derzeitige Postfiliale. Die Post in
Altdorf würde sich nicht verabschieden, es fände lediglich eine
Neuorientierung (!) statt, wie es so schön heißt. Wie sieht nun diese
Neuorientierung für Partnerfilial-Betreiber aus? Werner Birn, der
Pressesprecher der Altdorfer SPD hat recherchiert, bei ehemaligen
Partnerfilialbetreibern, die froh sind, aus dem Vertrag raus zu sein, bei
angefragten Geschäftsinhabern, die nach reiflicher Überlegung kein
Interesse hatten, und im Internet. Hier eine Zusammenfassung aus Sicht der
Altdorfer SPD, die vehement gegen die Schließung der Postfiliale in der
Bahnhofstraße kämpft. Ein
genauer Zeitpunkt der Schließung ist noch nicht bekannt. Die PostAG muss
erst vor Ort einen Interessenten finden, der eine sogenannte Partnerfiliale
betreiben will. Aber schon der Begriff „Partnerfiliale“
sei ein Hohn, angesichts des Umstandes, dass die Deutsche Post AG die
einseitig erstellten Agenturverträge einfach zur Unterschrift vorlegt. Und
vereinbarte Vergütungen würden nach einiger Zeit um 30 Prozent kürzt,
wie ehemalige „Partner“ berichten. Für
das Einrichten einer Partnerfiliale sollten 30 bis 40 Quadratmeter zur Verfügung
stehen. In Frage kämen Schreibwarengeschäfte, Bäckereien, eine
Toto/Lotto-Annahmestelle, auch ein Supermarkt. Gesichert sein sollten
barrierefreier/behindertengerechter Zugang, zentrale Lage und gute
Erreichbarkeit. Gesucht wird ein Geschäft in zentraler Lage, das die
bisherigen Dienstleistungen des Postamtes samt technischer
Ausrüstung übernimmt. Welcher
Altdorfer Laden bietet solche räumlichen Möglichkeiten? Wohin zum
Beispiel mit den vielen Paketen zur Weihnachtszeit? In den Hof stellen und
hoffen, dass es nicht regnet oder schneit? Es bleibt vermutlich nur ein
Supermarkt. Der würde mit Sicherheit kein eigenes Personal einsetzen,
sondern wahrscheinlich nur eine Fläche vermieten und das Postgeschäft an
einen Subunternehmer weitergeben. Und der Subunternehmer stünde dann, wie
auch jeder Partnerfilialbetreiber, voll in der Verantwortung, zum Beispiel
die gesamte Haftung für alle angebotenen Postdienstleistungen,
Aufrechterhaltung des Angebotes und der Öffnungszeiten auch bei Urlaub
oder Krankheit. Für die Haftung könne man auf eigene Kosten eine
Versicherung abschließen, und für Personalausfälle bzw. –überbrückungen
könne man ja Aushilfen einstellen, natürlich auch auf eigene Kosten. Für
deren Handlungen haftet dann wieder der Filialbetreiber. Und wenn der
Post-Computer oder die Post-Software ausfällt, was nach den bisherigen
Erfahrungen öfter vorkommt, muss alles, aber wirklich ALLES auf
Handbetrieb umgestellt werden. Natürlich
werden Partnerfilial-Mitarbeiter ausgebildet. Aber Ausbildung und
Einarbeitung sind extrem kurz und können nicht alles abdecken. Die
Mitarbeiter der Partnerfiliale werden eine Woche lang geschult und
begleitet, wenn der Postbetrieb in der Partnerfiliale beginnt. Im Gegensatz
dazu hatten die Schalter-Mitarbeiter der Post eine zweijährige (!)
Ausbildung. Hier drei Meldungen aus dem Internet von
Partnerfilialbetreibern: „Gerne hätte man den Filial-Leiter aus B. übernommen,
der dem Angebot nach den ersten Tagen als Coach für die neuen Mitarbeiter
der Partnerfiliale gerne nachgekommen wäre. Leider haben die
Verantwortlichen der Deutschen Post hier einen Strich durch die Rechnung
gemacht.“ und „Ab Donnerstag den 17. September zieht die Deutsche Post
nach einer Woche Ausbildung (an Stelle der zugesagten 4 Wochen) Frau K.
wegen Personalmangel ab. Wir versuchen den Betrieb so gut wie uns möglich
aufrecht zu halten.“ Und „Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht ist
über die Partnerfiliale allein das Personal nicht zu finanzieren.“ Und
noch eine Meldung zum in Altdorf besonders wichtigen behindertengerechten
Zugang: „Die Deutsche Post AG ist
nicht verpflichtet beim Eingang eine Auffahrt für Rollstuhlfahrer zu
machen, also bezahlt sie auch nichts. Die Gemeinde möchte auch nichts
dazugeben. So bleibt auch das auf uns sitzen. Wir werden demnächst eine
Erleichterung schaffen. Bis dahin bitte klingeln, wir helfen dann!“ Albtraum
Partnerfiliale? Die SPD Altdorf meint „ja“ und empfiehlt Interessenten
dringend, sich auf der Homepage des Postagenturunternehmerverbandes
Deutschland e. V. (PAGD) „FAQ Agenturübernahme", umzuschauen. Am
Dienstag, 10. März um 15:30 Uhr übergibt der Vorsitzende des Altdorfer
SPD-Ortsvereins, Hartmut Romig, vor der Altdorfer Postfiliale in der
Bahnhofstraße das Ergebnis der SPD-Unterschriftensammlung gegen die Schließung
der Postfiliale an den SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Burkert. Harald
Moeller und Jürgen Alber vom Vorstand „altdorfaktiv“ werden ebenfalls
anwesend sein. 2992 Unterschriften von Altdorfer Bürgerinnen und Bürgern
wurden in der Zeit vom 23. Januar bis 7. Februar in altdorfaktiv-Geschäften
und bei Infoständen vor der Post und auf dem Markt gesammelt. Hugo
Scheuenpflug, der „Regionale Politikbeauftragte Gebiet Nürnberg“ wurde
informiert und gebeten, ebenfalls zu dieser Unterschriftenübergabe zu
kommen. Interessierte Altdorferinnen und Altdorfer sind ganz herzlich zu
diesem Termin eingeladen. Programm „Postagentur 2010“ Nach
dem Programm des Deutschen Städte- und Gemeindetages „Postagentur
2010“ soll ein Teil der hohen Postgewinne verwendet werden, die
postalische Infrastruktur zu verbessern. Im Vergleich zu anderen europäischen
Ländern, beispielsweise Großbritannien, verfügt Deutschland über eine
wesentlich geringere Poststellendichte. Die Vergütung der dortigen
Agenturbetreiber ist um ca. fünfzig Prozent höher (bei nahezu gleichem Tätigkeitsbereich),
der Vertrag wird dort zwischen der nationalen Postgesellschaft und dem
Agenturverband ausgehandelt - was in Deutschland nicht statt findet, weil
sich die Deutsche Post AG trotz einer diesbezüglichen Aufforderung durch
den Bundestag (Juli 2003) bislang verweigert. Rattenfänger PostAG? Die
PostAG versucht mit der folgenden Internet-Information Interessenten zu
werben: „Als Vertriebspartner der Deutschen Post bieten Sie Ihren Kunden
Dienstleistungen an, die auch in anderen Filialen der Deutschen Post dieser
Größenordnung jeden Tag nachgefragt werden. Im Rahmen unserer
Filialplanung kann dabei mit Ihnen ein einfaches oder auch ein erweitertes
Leistungsangebot vertraglich vereinbart werden. Ihre Kunden werden die
Vorteile des zusätzlichen Post-Angebots zu schätzen wissen. Sie festigen
den Bekanntheitsgrad Ihres Kerngeschäfts und werten die eigene
Wettbewerbsposition auf. Unsere Erfahrungen zeigen, dass das postalische
Sortiment eine deutliche Frequenzbelebung und ein spürbares Umsatzplus im
Kerngeschäft mit sich bringt. Sie können mit Ihrem Geschäft davon
profitieren.... Mit einer attraktiven Vergütung (Pauschale und Provision)
honorieren wir Ihre vertriebliche Leistung.“ Empfehlung
des Postunternehmerverbandes Deutschland e.V. Wenn
Sie eine Postagentur eröffnen wollen, bedenken Sie bitte zusätzlich zu
den Argumenten der Post, daß ...
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