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Pressemitteilung vom 24. Juli 2007 Was
„Oben“ beschlossen wurde, braucht „Unten“ nicht mehr erörtert zu
werden SPD
Ortsverein und Stadtratsfraktion unterstützen uneingeschränkt das Bürgerbegehren
zum Erhalt des Bolzplatzes im Rentamtsgarten Von
wegen Politikverdrossenheit: Bürgerbegehren und Bürgerentscheide zeigen,
dass die Menschen auch außerhalb von Wahltagen mitentscheiden wollen, auch
in Altdorf.
ALTDORF - Bei der letzten Vorstandssitzung der Altdorfer SPD stand
der Erhalt des Bolzplatzes im Rentamtsgarten im Mittelpunkt der
Diskussionen. Zunächst informierte Ernst Bergmann, Vorsitzender der SPD
Stadtratsfraktion, sehr ausführlich über das zur Zeit laufende Bürgerbegehren.
Bürgermeister Erich Odörfer wurden über 1500 Unterschiftern übergeben,
fast 50 Prozent mehr, als erforderlich, um einen Bürgerentscheid zum
Erhalt des Bolzplatzes im Rentamtsgarten
auf den Weg zu bringen. Wie gehe es nun weiter? Die Stadt müsse nun
die Rechtmäßigkeit dieser Unterschriften prüfen. Die Unterzeichner müssen
volljährig sein und mindestens seit drei Monaten in Altdorf wohnen. Der nächste
Schritt sei dann die Prüfung, ob das Bürgerbegehren überhaupt die
rechtlichen Voraussetzungen erfülle, um einen Bürgerentscheid durchzuführen.
Wenn diese Hürde genommen sei, müsse der Stadtrat einen Termin innerhalb
der nächsten drei Monate für den Bürgerentscheid festlegen. Inzwischen fand die Überprüfung der Unterschriften und der Rechtmäßigkeit
des Antrages statt. Das Bürgerbegehren ist zulässig, und ein Bürgerentscheid
wird am 16. September durchgeführt. Im Rahmen einer Stadtratssitzung am
16. September soll auch über ein sogenanntes Ratsbegehren entschieden
werden, das die Meinung der Stadtratsmehrheit für einen Parkplatz und
gegen den Bolzplatz am Rentamtsgarten zum Inhalt hat. Beim Bürgerentscheid
hätten die Bürger dann über zwei Fragen zu entscheiden: „Sind Sie dafür,
dass der Bolzplatz im Rentamtsgarten und der Fußweg erhalten bleibt?“
oder, wie es der Antrag der CSU vorschlägt: „Sind Sie dafür, dass im
Rentamtsgarten altstadtnahe Parkplätze geschaffen werden, der Fußweg
erhalten und der Bolzplatz verlegt wird?“ Für Bergmann allerdings ein Rätsel:
Wie sollen die Zufahrt zum Parkplatz geschaffen werden, wenn gleichzeitig
der Fußweg erhalten bleiben soll? Natürlich ist das erfolgreiche Bürgerbegehren keine Bestätigung
für die Politik der Stadtratsmehrheit. Offensichtlich ein erheblicher Teil
der Bürger mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und sogar bereit,
sich für eine Änderung zu engagieren und nicht nur zu kritisieren. Hier
zeige sich, dass die Menschen auch
außerhalb von Wahltagen mitbestimmen und mitgestalten wollten. Jedes Bürgerbegehren hat aber den
Vorteil, dass das Thema längerfristig auf der kommunalpolitischen Tagesordnung steht. Es
wird heftig, kontrovers und ausführlicher diskutiert, als wenn nach dem
Motto gehandelt würde: Was „Oben“ beschlossen wurde, braucht
„Unten“ nicht mehr erörtert zu werden. Und Menschen, die ansonsten
vielleicht keine Kenntnis von dem Vorgang erhalten hätten, werden mit der
Angelegenheit konfrontiert. Wichtig sei allerding auch, wie diskutiert
werde. Dies habe ja nach dem positive oder negative Auswirkungen auf die örtliche
politische Kultur. Wenn es keine Boykottstrategien mehr gäbe, sondern alle
Aspekte eines Themas öffentlich diskutiert würden, führt das ganz
zwangsläufig dazu, dass Entscheidungsprozesse transparenter werden. Die
Befürworter, aber auch die Gegner, müssen ihre Beweggründe und Argumente
offen legen. Das kann in Bürgerversammlungen, bei Informationsständen,
oder in einer ausführlichen Debatte in den örtlichen Medien erfolgen.
Argumente, die sonst kein Gehör gefunden hätten, kommen nun zu Wort. Bürgerbegehren
erhöhen die Transparenz politischer Prozesse. Bergmann hofft „dass die
Argumentation von Seiten der Parkplatzbefürworter sachlich und im Respekt
vor dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger geführt wird, und weitere
Entgleisungen erspart bleiben.“ Die
Zeit bis zum Bürgerentscheid müsse nun im vorgenannten Sinn genutzt
werden, um natürlich möglich viele Stimmen für den Erhalt jetzigen
Zustandes zu gewinnen. Im Übrigen
könne der Stadtrat bei seiner Sitzung am 26. Juli (ab 18 Uhr) ja auch
immer noch beschließen, alles dafür zu tun, den Bolzplatz im
Rentamtsgarten zu erhalten. Dann wäre der Bürgerentscheid überflüssig,
Kosten ca. 10.000 bis 12.000 Euro. Und könnte dieses Geld dann nicht in
eine herausragende Sanierung des Platzes gesteckt werden?
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