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Pressemitteilung vom 20. März 2004

Beeindrückend beeindruckend

SPD Altdorf besucht Dokuzentrum Nürnberg  

ALTDORF - Seit November 2001 ist das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in der Kongresshalle geöffnet. Mitglieder der Altdorfer SPD nutzten die einmalige Gelegenheit einer Führung durch Dr. Anja Proelß-Kammerer. Sie ist Historikerin und hat das Konzept „Pädagogik rund um das Dokumentationszentrum“ erarbeitet, das vom Projektbüro des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt für Kinder, Schülerinnen und Schüler aller Schulrichtungen, Auszubildende, Jugendverbände und interessierten, besonders auch internationalen. Gruppen angeboten wird.

Zwei Stunden geballte Informationen, didaktisch mit Schautafeln, der Raumgestaltung und mit Film- und Tondokumenten hervorragend aufgearbeitet, über die Umstände, die es Hitler und den Nazis ermöglichten, an die Macht zu kommen, das systematische und gigantische Aufrüsten für einen von Anfang geplanten finalen Krieg, den Größenwahn in der Inszenierung der Parteiveranstaltungen, die ihren „würdigen“ Ort in Nürnberg fanden, der Stadt der alten Reichstage, die Nürnberger Gesetze, mit denen die Judenverfolgung auf eine „rechtliche“ Basis gestellt wurden, aber auch das Elend der Soldaten und der Zivilbevölkerung, die die Folgen dieses Wahns ertragen mussten. Und kaum eine der Führungsfiguren bekannte sich bei den Nürnberger Prozessen schuldig, oder wollte etwas gewusst haben oder sich verantwortlich fühlen.

Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer habe diese Zeit als Kinder miterlebt. Richard Lösch erinnerte sich noch genau, wenn die Familie in seinem Heimatdorf Penzenhofen bei Fliegerangriffen auf Nürnberg vorsichtshalber in den Keller gehen mussten, oder wenn der Himmel über Nürnberg im wahrsten Sinne feuerrot erleuchtet war. „Juden raus“, dieses Plakat sah ein anderer noch genau vor sich, und die Flucht am Kriegsende wird auch nie vergessen.

„Beeindrückend beeindruckend“, so der Kommentar von Heidi Falk aus Hagenhausen.

Die SPD Altdorf plant weitere Veranstaltungen zum Thema III. Reich. Im Herbst ist eine Besichtigung des Schwurgerichtssaales geplant, in dem die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse stattfanden, Berichte von Zeitzeugen sollen veröffentlicht werden.

 

Dr. Anja Proelß-Kammerer (Mitte) infomiert über das Raumkonzept der Ausstellung 

 





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