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Ausgabe November 2007
Inhalt
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Beste Vorraussetzungen für eine starke SPD-Fraktion im Stadtrat
Liebe LUPE-Leserinnen und -Leser,
„Ausgewogenheit und Kompetenz“ sind die Merkmale der Kandidatinnen und Kandidaten, die auf der Liste der SPD am 2.3.2008 für Sie zur Wahl stehen. Einstimmig votierte die Nominierungsversammlung des SPD-Ortsvereins für den Listenvorschlag des Vorstandes. Ein guter Vertrauensbeweis für den Vorstand sowie ein solides Fundament für eine starke Motivation der Kandidatinnen und Kandidaten während der Wahlkampfphase und als gewählte Stadträtin oder Stadtrat. Die vielfältigen Erfahrungen, welche die Bewerber/Innen durch Beruf oder ehrenamtliches Engagement mitbringen (siehe unten) zeugen von Kompetenz in allen Lebensbereichen und gleichzeitig spiegelt die Liste in ihrer Gesamtheit eine gut balancierte Ausgewogenheit wider, indem alle Altersgruppen repräsentiert sind sowie Personen, die sich in unterschiedlichsten Gruppierungen in leitender Funktion engagieren.
Gerechtigkeit ist eines der obersten Ziele der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und sie ist auch der wichtigste Leitfaden für derzeitige und zukünftige Stadträte, um Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet und den Außenorten zu finden. Wichtigstes Beispiel für Gerechtigkeit ist der freie Zugang zu Bildung. Bildung war schon immer wichtig. Aber gerade in einer Zeit, in der man allenthalben über Fachkräftemangel klagt und gar die wirtschaftliche Zukunft des Staates gefährdet sieht, muss es primäres Ziel sein, die Bildung zu fördern und den Zugang zur guten Bildung jedem Kind, jedem Jugendlichen, jedem jungen und älteren Erwachsenen zu ermöglichen. Darauf muss unser Kultur- und Wirtschaftssystem ausgelegt sein sowohl auf Bundesebene als auch auf Landes- und kommunaler Ebene. Denn man muss die Talente suchen, erkennen und schließlich fördern. Das kostet Geld, aber das muss es uns wert sein, das muss uns unsere Zukunft wert sein. Bildung ist die einzige Ressource, die wir in unserem Land haben und hier muss investiert werden, anstatt die Steuermittel zu verschleudern in einer Art Auffanggesellschaft für risikoreiche Technikprojekte wie den „Transrapid“, wodurch die Weiterentwicklung der Gesellschaft wegen fehlender Finanzmittel stark behindert würde. Stattdessen sollte für kleinere Schulklassen und Aufrechterhaltung der Lernmittelfreiheit gesorgt werden.
Unser Rathaus in Altdorf stellt eine andere Ebene dar, auf der für Gerechtigkeit gesorgt werden muss. Dafür stehen die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD im Besonderen. Ich halte es schlicht für ungerecht, wenn ein einfach formuliertes Bürgerbegehren zum Rentamtsgarten durch ein sogenanntes Ratsbegehren absichtlich unverständlich gemacht wird und damit viele Bürgerinnen und Bürger verunsichert und von der Wahl abgehalten werden. Das hat die bürgerliche Mehrheit im derzeitigen Stadtrat vollbracht. Ein Schandfleck in der kommunalpolitischen Geschichte Altdorfs, wie ich meine. Anders ausgedrückt sind diese Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat in eine Machtarroganz ausgeartet, gegen die man angehen muss.
Liebe Leserinnen und Leser, die SPD hat sich in der Vergangenheit stets für bürgernahe Themen wie Verkehrsberuhigung, Marktplatzneugestaltung, Umweltschutz, alternative Energien, Jugendhaus, Musikschule und Kinderspielplätze eingesetzt. In diesem Sinne wird die Arbeit fortgesetzt und verstärkt werden. Die Liste der Kandidatinnen und Kandidaten der SPD wird Ihnen am 2.3.2008 die Möglichkeit bieten, die Bedingungen im Stadtrat zurechtzurücken für einen gerechten, zukunftsorientierten und offenen Einsatz für Sie.
Hartmut Romig
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Die Stadtratskandidaten der Altdorfer SPD auf der Titelseite von links nach rechts: Peter Grimm, Irmgard Kuhr, Norbert Käsmann, Andreas Kasperowitsch, Werner Birn, Karin Pichlik, Rudolf Lodes, Gerhard Fiedler, Dr. Günther Schauenberg, Ursula Weser, Karin Völkl, Robert Holzmann, Hans Assmus, Silke Kempe-Ruß, Martin Tabor, Jens Bürkle, Ulrich Oberste-Schemmann, Ilse Hottner, Ernst Bergmann, Wolfgang Werthner, Michaela Tabor, Bernd Distler, Heinz Geyer, Hartmut Romig
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Marktplatzumbau
In der Stadtratssitzung am 23.10.2007 hat sich der Stadtrat grundsätzlich für eine Umgestaltung des Altdorfer Marktplatzes ausgesprochen und dabei die wichtigsten Grundsätze beschlossen:
- Verschwenkung der Fahrbahntrasse (einstimmig)
- Schaffung von 84 Stellplätzen gegenüber derzeit 113 (gegen sieben Stimmen)
- Schaffung eines altstadtnahen Parkplatzes im Rentamtsgarten (gegen die Stimmen von SPD und GRÜNEN)
- keine finanzielle Beteiligung der Anlieger an der Baumaßnahme (einstimmig)
- barrierefreier Ausbau d.h. keine Bordsteine und Absätze (einstimmig)
Zudem wurde das Planungsbüro beauftragt, die Möglichkeit der Anordnung von „Winterstellplätzen“ zu prüfen, ob es gestalterische Möglichkeiten gäbe, Flächen im Winter als Parkplätze zu nutzen, die in den Sommermonaten zum Bespiel Fußgängern und Außenbestuhlung vorbehalten sind.
Damit sind nach über 20 Jahren politischer und öffentlicher Diskussion die wesentlichen Pflöcke für die Marktplatzumgestaltung eingeschlagen. In der Folge muss jetzt die Diskussion über die Details und den Zeitplan geführt werden.
Marktplatzumgestaltung - warum überhaupt?
Über einen langen Zeitraum wurde im Stadtrat nicht das „Wie?“ sondern das „Ob?“ diskutiert. Nicht wenige Stimmen im Stadtrat wie auch in der Öffentlichkeit bezweifelten überhaupt den Sinn dieser – zugegebenermaßen viel Geld verschlingenden – Baumaßnahme. Vielleicht hatte man sich mit dem jetzigen Zustand abgefunden. Die Beschränkung der Funktion des Marktplatzes als Durchgangsstraße und Parkplatz hat offensichtlich vielen genügt. Diese Position wird im Stadtrat in allen Fraktionen nicht mehr geteilt. Und auch in der öffentlichen Diskussion erkennt man, dass zunehmend die Stimmen weniger werden für den Zustand wie er jetzt ist. Zu dieser neuen Erkenntnis hilft sicherlich auch die Tatsache, dass derzeit die Haushaltslage der Stadt Altdorf dieses große Projekt erlaubt.
Die Altdorfer SPD hat schon auf die Notwendigkeit einer Umgestaltung hingewiesen, als viele den jetzigen Zustand noch lobten. Es ist bedauerlich, dass man diesen mutigen Schritt der Veränderung zum Besseren nicht schon vor Jahren gemacht hat. Die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat sind heute nicht wesentlich anders als vor sechs oder zwölf Jahren und ein breiter Konsens für eine Umgestaltung hätte sich auch damals finden lassen, wenn es die Stadtratsmehrheit aus CSU und FWG nur wirklich gewollt hätte.
Bei der Marktplatzumgestaltung geht es nicht darum, diesem Stadtrat ein bauliches Denkmal zu setzen. Es geht nach unserer Auffassung schlicht darum, eine der größten Altdorfer Bausünden der 70er-Jahre wieder zu beseitigen und die stets gerühmten „hohen räumlichen und baulichen Qualitäten“ des Altdorfer Marktplatzes wieder herauszuarbeiten. Unser beauftragtes Planungsbüro hat mehrfach deutlich gemacht, dass der Altdorfer Marktplatz einer der schönsten mittelalterlichen Marktplätze Frankens ist, dass die Anordnung der Gebäude mit Vor- und Rückspringen, die geschwungene Anlage und die Topographie eine Ausprägung besitzt, der die Gestaltung der Freifläche nicht gerecht wird. Oder um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: „kein gut gestalteter öffentlicher Platz sondern derzeit nur ein schlechter Parkplatz“.
Wo liegen die Probleme?
In der Vergangenheit haben die SPD-Stadtratsfraktion – und auch immer wieder die LUPE – versucht, deutlich zu machen, dass der Marktplatz so wie er derzeit ist, eben nicht passt. Er passt nicht gestalterisch, er passt nicht technisch und er passt nicht funktional. Der Marktplatz ist einseitig auf den Kraftfahrzeugverkehr ausgerichtet. 70% der Fläche sind für den ruhenden und fließenden Verkehr reserviert. Andere Nutzungen, die schon vorhanden sind oder aber neu entstehen können, werden im wahrsten Sinne des Wortes an den Rand gedrängt. Der übermäßige Kraftfahrzeugverkehr belastet durch Lärm und Abgase erheblich den Wert des Freiraums und beeinträchtigt sein Bild. Bordsteinkanten werden zum unterüberwindbaren Hindernis für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Möchte man sich eigentlich am Marktplatz mehr oder länger aufhalten als unbedingt nötig? Der Marktplatz ist für Anwohner, Kunden und Geschäftsleute gleichermaßen unattraktiv. Und schließlich entspricht die heutige Gestalt nicht dem historisch-denkmalpflegerischen Ensemble, welches im Altstadtbereich wünschenswert wäre und welches in den Nebengassen so aufwändig wiederhergestellt wurde.
Welche Leitlinien gibt es für die Marktplatzumgestaltung?
Beitrag zur Altstadtsanierung und Ensembleschutz
Das hochwertige mittelalterliche Ensemble des Marktplatzes verdient eine Gestaltung, die diesem Wert auch gerecht wird. Der Platzcharakter muss in den Vordergrund treten und nicht der Parkplatzcharakter. Dazu trägt beispielsweise eine ansprechende Oberflächengestaltung ebenso bei wie eine dezente, aber doch Struktur schaffende Begrünung.
Verkehrsberuhigung
Unstrittig - die Durchfahrt am Marktplatz soll erhalten bleiben. Aber durch bauliche und rechtliche Maßnahmen der Verkehrsberuhigung am Marktplatz soll der Durchgangsverkehr, der außer Durchfahren nichts am Marktplatz will, herausgehalten werden. Die Erschließung der Stellplätze von der Fahrbahn aus trägt zu dieser Verkehrsberuhigung wesentlich bei sowie eine entsprechende Beschränkung der Geschwindigkeit („verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“), die Beibehaltung der Verkehrsregelung „rechts vor links“ und für den „schwachen“ Verkehrsteilnehmer das sichere Queren der Fahrbahn.
Barrierefreiheit
Ganz wichtig ist der SPD der barrierefreie Ausbau des Marktplatzes und der schließt nicht nur die öffentlichen Straßenräume ein. Eine Vielzahl von Geschäften ist vom Marktplatz aus nur über Stufenanlagen zu erreichen. Der Marktplatzumbau böte die Chance zusammen mit den Eigentümern und Betreibern - und in Abstimmung mit dem Denkmalschutz - hier zumindest in Teilbereichen Abhilfe zu schaffen. Barrierefreiheit bedeutet aber nicht nur Verzicht auf Bordsteine, bedeutet nicht nur an Menschen im Rollstuhl zu denken. „Menschen mit eingeschränkter Mobilität“ sind auch Sehbehinderte, Menschen mit Orientierungsproblemen und selbst Menschen, die „nur“ einen Kinderwagen schieben. Also geht es auch darum Strukturen zu schaffen, die die Orientierung erleichtern und ausreichend Platz für den Fußgänger zu schaffen.
Stärkung der Aufenthaltsqualität
Am neuen Marktplatz soll man sich gerne aufhalten können, also nicht nur während der Geschäftszeiten den PKW abstellen, schnell zum Bankautomat hetzen und bevor die örtliche Verkehrsüberwachung kommt, wieder abzurauschen. Aufenthaltsqualität bedeutet sowohl die „öffentlichen“ Angebote im Stadtraum wie auch die privaten Nutzungen des öffentlichen Raums, beispielsweise Außenbestuhlungen, vorzusehen. Ebenso gehört nach unserem Verständnis dazu, für die Nutzergruppe „Kinder“ und/oder „Eltern mit Kinder“ etwas anzubieten. Keiner spricht davon, dass am Marktplatz ausgewiesene Kinderspielplätze entstehen sollen. Aber kleine Angebote zu machen, die auch etwas mit „Spielen“ zu tun haben, wäre doch denkbar. Es gibt inzwischen eine Fülle von gut gestalteten Spieleinrichtungen speziell für den Einsatz auf Plätzen und in Fußgängerzonen. Dies wäre ein weiterer Baustein auf dem Weg zur „bespielbaren Stadt“, die der SPD vorschwebt.
Stärkung der Innenstadt
Ein umgestalteter Marktplatz – auch mit der Reduzierung des gegenwärtigen Stellplatzangebots – bedeutet nicht, die Verödung des Marktplatzes voranzutreiben sondern im Gegenteil, die Innenstadt attraktiv zu machen und zu stärken – auch und gerade für den Kunden der Geschäfte und der Gastronomie. Wenn man ein möglichst breites und vielfältiges Warenangebot und dazu noch ausreichend Parkplätze haben will, gibt es jetzt „auf der grünen Wiese“ in und um Altdorf Möglichkeiten, mit denen man nicht konkurrieren kann. Ein attraktiver Marktplatz hilft nach unserer Auffassung zum einen den Geschäftsleuten sich im Konkurrenzkampf zu behaupten, zum anderen den Kunden das Verweilen am Altdorfer Marktplatz zu genießen.
Diese wesentlichen Grundsätze sieht die SPD-Stadtratsfraktion in der vorliegenden Planung eingearbeitet und durch den Beschluss des Stadtrats bestätigt. Und die SPD hat sowohl in der zurückliegenden Diskussion als auch in der letzten Stadtratssitzung gezeigt, dass sie bereit ist, den Konsens zu suchen und nicht auf Positionen zu verharren, die nur zur Kontroversen führen. Mit Ausnahme beim Thema „Rentamtsgarten“ natürlich, hier haben wir unsere ablehnende Position immer wieder deutlich gemacht.
Ernst Bergmann
Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion

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Ersatzparkplätze
Unstrittig ist auch für die SPD, dass für die entfallenen Parkplätze am Marktplatz „Ersatz“ geschaffen werden muss. Es bleibt nur die Frage, welchen Zeitpunkt man für die Bilanz ansetzt. Nach Auffassung der SPD-Stadtratsfraktion wurden im Vorgriff auf eine mögliche Marktplatzumgestaltung in den letzten zehn Jahren 36 altstadtnahe Parkplätze hinter dem Jugendtreff und 25 an der Stadthalle neu geschaffen wurden. Darf man diese 61 Stellplätze in die Parkplatzbilanz nicht miteinbeziehen? Wurden nicht schon dadurch mehr altstadtnahe Parkplätze geschaffen, als jetzt am Marktplatz durch die Umgestaltung entfallen? Genügt es nicht vielleicht, die am Röderparkplatz und am Parkplatz hinter dem Jugendhaus fest-vermieteten Stellplätze wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, um die Parkplatzsituation zu entspannen? Darf das geplante, privat betriebene, aber öffentliche Parkdeck in der Röderstraße nicht in die Parkplatzbilanz einbezogen werden, nur weil die SPD aus guten Gründen dagegen gestimmt hat?
Nicht verhandelbar ist für die SPD die ablehnende Haltung zur Errichtung eines altstadtnahen Parkplatzes im Rentamtsgarten. Die SPD hat sich in den zurückliegenden Jahren und auch im Vorfeld zum Bürgerentscheid eindeutig in dieser Frage positioniert und sich für die Beibehaltung der jetzigen Situation ausgesprochen. Die Frage, wie das – leider am Zustimmungsquorum gescheiterten - Bürgerbegehren zu interpretieren ist, wurde schon ausführlich und höchst kontrovers diskutiert: „Die Entscheidung wird wieder dem Stadtrat zugeleitet“, „es ist den Altdorfer eigentlich egal, was mit der Fläche geschieht“ oder „für den Erhalt des Bolzplatzes sprechen sich nur wenige aus“, sind mögliche Interpretationsmodelle je nach politischer Denke. Man kann auch ableiten, dass die wenigen Bürgerinnen und Bürger, die diese Frage überhaupt interessiert, dem Vorschlag den Parkplatz Rentamtsgarten zu errichten eine eindeutige Absage erteilt haben, während sich eine deutliche Mehrheit für den Erhalt der bestehenden Situation ausgesprochen hat.
Unabhängig von der Frage, ob es nicht einem Stadtrat gut anstünde, bei der Abwägung zwischen Bolzplatz und Parkplatz sich prinzipiell für Kinder und Jugendliche und gegen Kraftfahrzeuge auszusprechen, bleibt die Tatsache, dass jeder der diskutierten Erschließungen dieser Fläche keine vernünftigen Lösungen sind. Weder über den Mühlweg noch über die Prof.-Franz-Becker-Straße. Und die jetzt in die Diskussion gebrachte Zufahrt über den Schlossplatz und Abfahrt über die Prof.-Franz-Becker-Straße erhöht sicher die Akzeptanz des Parkplatzes für Marktplatzbesucher, zieht aber gleichzeitig wiederum Verkehr in den Marktplatz, was man ja eigentlich vermeiden will. Abgesehen davon, dass dies derzeit aufgrund der Grundstückverfügbarkeit gar nicht möglich ist.

Die geplante Zufahrt zum „Parkplatz Rentamtsgarten“. So sieht es zweimal täglich aus, wenn die Schulkinder gebracht und abgeholt werden. Es braucht keine Phantasie, sich das Chaos vorzustellen, wenn Kinder dann aus- oder einsteigen müssen und zusätzlich der Parksuchverkehr hier durch muss.
Bürgerentscheid und was nun?
Was bleibt vom Entscheid? Verbrannte Erde, wenn es nicht Gras wäre? Die Auseinandersetzung um den Rentamtsgarten samt Fußweg, einem lange vertrauten Stück Altdorf, wurde nahezu erbittert geführt. Verbale Grenzüberschreitungen wie „Kindermissbrauch“ und „Volkssturm“, die gelegentliche Androhung von Handgreiflichkeiten, endlose und unendlich ermüdende Protokoll-Verlesungen, dann wieder knallende Türen und schrille Ordnungsrufe im Sitzungssaal, ein verwirrendes und unbegründetes Ratsbegehren gegen das ungebührliche Bürgerbegehren, „böse“ Fernsehberichte und komplexe Leserbriefe auf höchstem Niveau - es war auch für etwas altgedientere Polit-Akteure eine ungewohnt intensive Erfahrung.
Was war eigentlich der Grund, warum dieses Altdorfer Drama einen interessierten Teil der Öffentlichkeit so bewegte? Weil es nicht so war, wie sonst in Altdorf? Weil es nicht alle drei Jahre in gewohnter und geliebter Regelmäßigkeit leidenschaftlich aber routiniert aufgeführt wird? War es der Überraschungseffekt? Vielleicht lohnt ein Blick auf die „politische“ Vorgeschichte, die eigentlich mit der Entscheidung Bolzplatz oder Parkplatz eher weniger zu tun hat. Bürgermeister Odörfer hatte die Wahl, bei sehr geringer Wahlbeteiligung, mit seiner deutlichen Mehrheit in den Außenorten gewonnen. Altdorf, die Kernstadt, galt es fortan zu umarmen. Mit dem strategischen Blick des Quasi-Berufspolitikers auf die Stadtratswahl wurden alle erdenklichen Themen besetzt, alle alten und nun hinderlichen Vorbehalte zur Seite geschoben, Hände im Dauerwahlkampf geschüttelt, Bürgermeister für alle, neuer Stil im Rathaus, Einigkeit im Stadtrat, alle an einem Strang, Geschäftsleute, Arbeitnehmer, Autofahrer, Fußgänger, Senioren, Behinderte, Jugendliche, Kinder, das Hallenbad wird er bauen und sein neues Büro in seinem neuen Rathaus und den Marktplatz wach küssen und dazu gefühlte zehntausend Bilder in der Zeitung. Ungetrübte Harmonie, keine Kritiker, nur noch Bewunderer wie Dr. Pöllot. Und die CSU erstrahlt in diesem Glanz im Boten und sichert ihm 2008 die absolute Mehrheit, dann endlich auch noch ohne FWG. Und dann das, diese Fiasko. Gut, auch die eierlegende Wollmilchsau soll es nicht geben und wir hatten dieses glänzende Fassade in alter Gewohnheit nach Rissen abgesucht. Aber ein paar wenige Menschen haben es dann in unwahrscheinlich kurzer Zeit und mit einem unglaublichen Einsatz geschafft , die Fassade ins Bröckeln zu bringen. Nicht die Auseinandersetzung um die Sache war so entlarvend, sondern was dabei zum Vorschein kam. Dieser Mangel an Souveränität im Umgang mit anderen Meinungen, die Trickserei mit dem Ratsbegehren – „der Weg soll erhalten bleiben, aber wir sagen nicht wie...“, die „Informationspolitik“, die man nur in Anführungszeichen setzen kann, wenn die Presse Artikel längst geschrieben hat, bevor der Stadtrat informiert wird, der plötzliche Austausch einer höchst unpopulären Zufahrtsvariante durch eine völlig undurchdachte Lösung, die auch noch als gelungener Kompromiss verkauft wird, die Rückzugs-Aufforderung an das Bürgerbegehren ohne den Beschluss zum Ratsbegehren kippen zu wollen und dann noch der Umgang mit dem Ergebnis des Entscheids, die wenig überzeugende Uminterpretation vor laufender Kamera, von manchen Leserbriefen ganz zu schweigen. Das alles wäre schlicht nicht nötig gewesen. Und was bleibt? Alle Altdorfer, zumindest die, die es interessiert, dürfen auch in Zukunft Entscheidungen der CSU hinterfragen, ob es dann was nützt, wir werden sehen.
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Rathausneubau und Parkdeck in Altdorfs Kinderzimmer

Löhehaus --> Röderstraße <-- Parkplatz
Spielplatz, Löhehaus, Heilpädagogische Tagesstätte, Hort, Kindercafe, Montessori-Kinderhaus, Evangelischer Kindergarten – das Umfeld der Röder- und der Ohmstraße ist der Altdorfer Entwicklungsraum für Kinder, quasi das Kinderzimmer. Was der lebendig guten Stube gerade noch fehlt? Fragen Sie Altdorfs „Kinderfreundlichste Partei!“ – die sensiblen Stadtentwickler von der CSU. Natürlich ein Parkdeck, Autos, zusätzlicher Verkehr. Der Fraktionschef und sein Bürgermeister wollen an der Röderstraße klotzen. Diese Chance eröffnete der, zu diesem Zeitpunkt, völlig unnötige Verkauf des Sammler-Grundstücks an einen gut eingebundenen Bauträger. Neben dessen „Irgendwie-Ärztehaus“ sollen südlich ein Parkdeck am Röder-Areal mit Blick in die Kinderzimmer des Löhehauses und nördlich ein Verwaltungsneubau anschließen. Trotz der bekannt schlechten Zufahrtssituation. Aber - in diesem Rathausanbau bekäme der Bürgermeister endlich ein ihm angemessenes Büro und der Stadtrat einen geräumigen Sitzungssaal, in dem sich die CSU künftig noch breiter machen könnte. Eine verlockende Aussicht. Als Begründung dient, die Verwaltung müsse endlich zusammengeführt werden. Das mag in Zeiten anhaltend voller Kassen wünschenswert sein, aber hat Altdorf nicht noch andere Schwergewichte zu stemmen? Die Einnahmen werden in absehbarer Zeit nicht mehr im heutigen Umfang sprudeln. Müsste die Stadt da nicht die Prioritäten anders setzen? Abgesehen von Marktplatz und Hallenbad - vor allem in den Schulen und Kindergärten wäre es so richtig notwendig und lohnend, nachhaltig zu investieren. In einer globalisierten Welt müsste eigentlich auch Altdorfs Verwaltung mittels funktionsfähiger Technik so ganz lokal und dezentral handlungsfähig bleiben. Deshalb die dringende Bitte an die CSU, bleibt bescheiden, beschränkt den Verkehr, belasst den Kindern ihren Schonraum, schafft Parkraum dort, wo es Sinn macht, in der Nähe des Ärztehauses am Bahnhof.
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Schloss Eismannsberg – mit viel Liebe und Engagement restauriert
Im September 2004 berichtete die LUPE über den Stand der Renovierungen am Schloss Eismannsberg. Nach dem Abschluss der Arbeiten im Jahre 2006 hat sich die LUPE beim Ehepaar Wild über dieses umfangreiche Projekt informiert.
Da war zunächst das Dach. Am Dachstuhl mussten z. B. statische Problempunkte durch Einbauten von Druckriegeln und Zugsicherungen behoben werden. Rekonstruiert wurden, weil über die zurückliegenden Jahrhunderte „verschwunden“, 12 Dachgauben auf der Ost- und Westseite, ein Zwerchenhaus auf der Nordseite und die barocken Kaminköpfe. Schließlich wollten die Besitzer das Schloss wieder so originalgetreu wie möglich haben. In alten Unterlagen fand man die nötigen Hinweise. Die Traufgesimsquader mussten mit Eisenstangen gesichert und durch sogenannte Sparrenknechte von Drücken entlastet werden. Und längslaufende Eisenbänder, durch das ganze Dachgeschoss hindurch, dienen der Zugsicherung des Walms.
Damit eindringender Wind das Dach nicht abdecken könne, wurde das gesamte Dach unter der Dachlattung verschalt, und jeder dritte Dachziegel verschraubt. Bei den Bieberschwanzziegeln wählte Familie Wild die gotische Form, die man sich wie ein Ritterschild vorstellen muss. Verbaut wurden zirka 75 Kubikmeter überwiegend aus eigenem Bestand.
Auch die Fassade war in erheblichem Umfang renovierungsbedürftig. Unsachgemäß verwendeter Zementputz war abgefallen oder hatte Mauerschäden verursacht, an salzbelasteten Stellen mussten neue Tuffsteinquader eingesetzt werden. Weil auch großer Wert auf eine Restaurierung mit möglichst originalen Baustoffen gelegt wurde, wurde der Neuverputz der Fassade mit trocken gelöschtem Kalkmörtel nach historischer Herstellungsart durchgeführt. Dieser wurde wie früher mit Flachsfasern gegen Rissbildung versetzt. Auch die Farbgebung entspricht originalem historischem Befund: Faschen (plastischen Hervorhebungen der Fenstereinrahmung aus der Fassadenfläche heraus) und Lisenen (das sind die senkrechten plastisch hervorgehobenen Bänder an den vier Hausecken sowie die waagrechten plastischen Hervorhebungen zur visuellen Untergliederung des Baukörpers in die Etagen - siehe hierzu auch die Luftaufnahme) im Grauton (gemahlene Holzkohle) und der Baukörper in Altrosé (natürliches Ocker und rotes Ziegelmehl). Der Auftrag der Fassadenfarbe erfolgte in freskaler Methode zur Erhöhung der Haltbarkeit. Dabei wird die Farbe auf den noch feuchten Putz aufgebracht.
Und damit nicht genug. Die Freitreppe des Hauptportals auf der Ostseite wurde im barocken Stil rekonstruiert. Das Sandsteingewände, das Haustor aus Eiche am Hauptportal und das West-Haustor wurde ebenfalls gemäß historischem Vorbild restauriert. Auf der Westseite wurde auch das Eingangspodest rekonstruiert und als Wetterschutz für die westliche Haustür eine Altane, das ist ein säulengestützter Balkon, angebaut. Schließlich wurde noch ein Entfeuchtungsgraben rings um das Gebäude zur Mauerwerkstrockenlegung angelegt.
Diese umfangreiche und gelungene Maßnahme wurde mit Mitteln des Bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz (als herausragendes Denkmal) und des Amtes für ländliche Entwicklung (als Prestigeobjekt) großzügig unterstützt. Auch dem Landkreis und der Stadt Altdorf gilt der Dank von Familie Wild, die ebenfalls nach ihren finanziellen Möglichkeiten geholfen hätten. Bei einer internationalen Fachtagung der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung wird im kommenden Frühjahr eine Exkursion nach Eismannsberg stattfinden, bei dem das Schloss als Beispiel für eine gelungene Maßnahme im Rahmen der Dorferneuerung im Mittelpunkt steht.
Man kann Familie Wild von ganzem Herzen beglückwünschen. Was hier mit sehr viel Liebe und Engagement wieder hergerichtet wurde, ist bewundernswert.

Schloss Eismannsberg (Foto: D. Wild)
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SPD
Ortsverein Altdorf
Hartmut
Romig
Steingrubenweg 2
90518
Altdorf
09187
8770
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