Mehr als starken Tobak, um nicht zu sagen Kanonen gegen die eigene Bevölkerung, hat das Parteiorgan der Altdorfer CSU aufgefahren, um gegen den Bürgerprotest von Eltern und Kindern zu wettern. Jedoch im Zusammenhang mit der Nutzung von demokratischen Rechten von Kindermissbrauch, und das noch mit Ausrufezeichen und in der Überschrift, mit großen und fetten Lettern, zu sprechen, überschreitet jegliche journalistische Grenze. Die Diskussion wurde damit auf eine unangemessene Ebene hinunter gezogen. Es ist unter jeder Würde, das auch noch tiefer zu kommentieren. Nur zeigt der Vorgang überdeutlich, in welch arroganter und mehrheitsbewusster Art die CSU doch glaubt, mit den Wählerinnen und Wählern umgehen zu können.
Wie jedes Ding hat auch dieses zwei Seiten. Die eine ist weidlich bekannt. Die Mehrheit des Stadtrates (CSU und FWG) will auf Biegen und Brechen aus dem Rentamtsgarten einen Parkplatz machen mit dem Argument, man müsse unbedingt den Kaufvertrag von 1993 umsetzen, der dem Land Bayern nach fünf Jahren ein Rückkaufsrecht einräumt, wenn kein Parkplatz entstanden ist. Nun hat Bayern nach so langen Jahren kein Interesse gezeigt, dieses eingeklemmte Grundstück zurück zu erwerben, dass man sicher davon ausgehen kann, dass niemand mehr darauf bestehen wird.
Die zweite Seite ist, dass das Thema zur Bewährungsprobe für Bürgermeister und Stadtratsmehrheit geworden ist. Nun können die Verantwortlichen unter Beweis stellen, mit welchem Fingerspitzengefühl sie die aktuelle Meinung eines Großteils der Bevölkerung würdigen werden. Wenigstens die CSU glaubt, diese wohl mit Füßen treten zu können. Denn nichts sei klarer als der Stand der Unterschriftensammlung zu einem entsprechenden Bürgerbegehren, so die Verantwortlichen, die sich dafür engagieren. Bürgerinnen und Bürger aller Couleur würden kommen und nachfragen, wo man denn unterschreiben könne. Die erforderliche Anzahl von Unterschriften sei schon zusammen gekommen. Es ist also mit einem baldigen Bürgerentscheid zu rechnen, in dem die Altdorfer Wahlberechtigten endgültig an der Wahlurne entscheiden sollen, ob im Rentamtsgarten ein Parkplatz entstehen soll oder nicht.
Die nächsten Monate werden also spannend werden.
Hartmut Romig
___________________________________
Rentamtsgarten 1
Die SPD-Stadtratsfraktion spricht sich deutlich gegen die von der Mehrheit im Stadtrat beschlossenen Errichtung eines Parkplatzes im Rentamtsgarten und den Ausbau des Fußweges vom Mühlweg zur Prof.-Franz-Becker-Straße zur Erschließungsstrasse aus und unterstützt das derzeit laufende Bürgerbegehren wie auch einen möglichen Bürgerentscheid zu diesem Thema.
Richtig ist, dass auch die SPD-Stadtratsfraktion in der Vergangenheit den Bebauungsplan mit Parkplatz und Straße unterstützt hat. Der Erste Bürgermeister hat in der Stadtratssitzung ja aufs Ausführlichste alle bisherigen Beschlüsse der letzten zehn Jahre dokumentiert und die Auszüge aus dem Beschlussbuch sogar an die Wand projiziert. Wir sind noch heute für diese kurzweilige geschichtliche Nachhilfe zutiefst dankbar. Damit steht natürlich – unausgesprochen – der Vorwurf im Raume, die SPD hänge ihr Fähnchen in den Wind und schwenke jetzt angesichts des massiven Bürgerprotestes um.
Zunächst einmal ist eine Änderung der Position zu einem politischen Thema nichts Neues. Das kommt immer wieder vor – auch bei der CSU und den anderen Fraktionen. Der eine oder andere CSUler möge sich doch bitte daran erinnern, was er 2004 zum Thema Parkplatz im Rentamtsgarten in nicht-öffentlicher Sitzung gesagt hat.
In der Vergangenheit haben wir tatsächlich für die Festsetzung eines Parkplatzes im Bebauungsplan gestimmt. Wir waren der Meinung, dass dies die notwendige Voraussetzung für einen Marktplatzumbau und der damit verbundenen Reduzierung von Stellplätzen seien. Heute sind wir der Auffassung, ein Marktplatzumbau gelingt auch ohne Parkplatz im Rentamtsgarten, weil zwischenzeitlich an anderer Stelle – nach unserer Auffassung – genügend neue Stellplätze geschaffen worden sind. Und außerdem wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt nicht, wie viele Parkplätze am Marktplatz bei einer Umgestaltung überhaupt entfallen. Ja, wir wissen nicht einmal, ob es überhaupt zu einer Marktplatzumgestaltung kommt. Warum müssen wir dann jetzt schon die Schaffung von 48 Ersatzstellflächen beschließen?
Seit 2004 – als es um die Grundabtretung für den Bau der Erschließungsstrasse ging – habe ich für die SPD-Stadtratsfraktion erklärt, es sei nun der Punkt erreicht, wo man sich von den Parkplatzplänen verabschieden solle. Bei dieser Haltung sind wir seitdem geblieben und haben beispielsweise bei den Haushaltsberatungen 2007 auch beantragt, keine Mittel hierfür in den Mittelfristigen Investitionsplan aufzunehmen.
Bei aller ermüdenden Vergangenheitsbewältigung des Ersten Bürgermeisters, darum geht es heute nicht. Diese Antwort gab interessanterweise bereits der Fraktionsvorsitzende der CSU seinem Bürgermeister. Darum gehe es heute nicht. Stimmt. Völlig egal, wer wann wie und warum in der Vergangenheit abgestimmt hat, es geht um die jetzt anstehende Entscheidung. Es geht heute um die Abwägung zwischen dem Verlust an erhaltenswerter Struktur und einem möglichen Gewinn für die Marktplatzumgestaltung. Ich unterstelle, dass keinem Stadtrat der Eingriff, den wir dort mehrheitlich beschlossen haben, gefällt und dass sich jeder bewusst ist, was Straße und Parkplatz für diese Ecke der Stadt Altdorf bedeutet. Die SPD-Stadtratsfraktion hat sich in genau in dieser Abwägung für die Beibehaltung der bestehenden Situation entschieden, für die Grünfläche „Rentamtsgarten“ und des Weges und gegen Parkplatz und Straße. Dabei ist die derzeitige Nutzung als Bolzplatz für uns nachrangig. Und die Diskussion, ob die Fläche nun nach Regenfällen Pfützen hat oder wie viel oder wie wenig der Bolzplatz genutzt wird, ist müßig.
Wenn aber der Erhalt der Grünfläche nur über einen Bürgerentscheid für die Beibehaltung des Bolzplatzes geht – und so sieht es derzeit aus - dann werden wir diesen Weg auch mitgehen.
Ernst Bergmann
Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion
________________________________________
Rentamtsgarten 2
In der Diskussion um den Rentamtsgarten ist viel von Verpflichtungen der Stadt die Rede, die jetzt eingehalten und umgesetzt werden müssen. Was ist damit gemeint?
Bebauungsplan
Es besteht der rechtskräftige Bebauungsplan 12 b, der im Rentamtsgarten einen Parkplatz und eine Erschließungsstraße mit einer Breite von 4,50 m festsetzt. Bebauungspläne sind verbindlich, aber Bebauungspläne kann der Stadtrat in seiner Planungshoheit jederzeit ändern. Er hat es oft genug getan. Wir erinnern uns an die atemberaubend schnelle Änderung des Bebauungsplans Pfaffentalstraße, als es dem Stadtrat darum ging, ein Ärztehaus im Burgthanner Weg zu verhindern. Und auch der Bebauungsplan 12 b wurde bereits so oft geändert, dass er eine weitere Änderung sicher erträgt. Es ist jederzeit möglich, das „P“ für Parkplatz herauszunehmen und beispielsweise das Planzeichen für öffentliche Grünfläche einzutragen. Es ist jederzeit möglich, die Erschließungsstraße herauszunehmen und den bestehenden Fußweg einzutragen. Der Stadtrat muss es nur wollen.
Kaufvertrag
1993 hat die Stadt Altdorf den Rentamtsgarten zweckgebunden für die Errichtung eines altstadtnahen Parkplatzes gekauft. In diesem Vertrag räumt die Stadt Altdorf dem Verkäufer ein Wiederkaufsrecht für den Fall ein, dass innerhalb einer Frist von fünf Jahren ab dem Tage der Beurkundung der Ausbau zu einem öffentlichen Parkplatz nicht erfolgt ist.
Juristisch wäre zu prüfen, ob dieses Wiederkaufsrecht überhaupt noch besteht. Nach laienhafter Auffassung ist der Anspruch wohl verjährt. Und es wäre zu klären, ob überhaupt das Verlangen des Freistaats Bayern nach dieser Fläche besteht. Der Freistaat müsste ja die Fläche zurückkaufen, die die Stadt Altdorf damals für 123.400,00 DM gekauft hat. Die Polizei ist auf die Fläche sicherlich nicht angewiesen, Fläche hat die Dienststelle ja mehr als genug.
Grundstücksabtretung
Mit den Eigentümern der Grundstücke, die Grund abtreten müssen, damit die Erschließungsstraße gebaut wird, hat die Stadt Altdorf einen gerichtlichen Vergleich geschlossen. Dieser beinhaltet u.a., dass bis 31.12.2008 der Baubeginn der Straße erfolgen müsse, sonst sei der Vergleich hinfällig und die Stadt Altdorf bekomme die notwendigen Flächen nicht. Wenn also im nächsten Jahr nicht mit dem Bau begonnen wird, kann die Erschließungsstraße nicht errichtet werden, außer die Grundabtretung erfolgt irgendwann freiwillig. Wenn der Stadtrat – sei es durch Einsicht oder sei es durch einen Bürgerentscheid – zu der Ansicht gelänge, die Pläne für Parkplatz und Straße aufzugeben, wird die Grundabtretung nicht notwendig und damit auch der Vergleich hinfällig. Wo liegt also das Problem?
Es gibt also tatsächlich eine Reihe von Verpflichtungen, auf die die Verwaltung korrekterweise hinweisen muss. Der Stadtrat aber ist souverän und kann sich dennoch anders entscheiden. Die LUPE meint, dass es auch eine Verpflichtung des Stadtrats und der Verwaltung gibt, den Bürgerwillen umzusetzen. Und der hat sich deutlich in kürzester Zeit mit beeindruckendem Ergebnis beim Bürgerbegehren gezeigt.
Dr. Thomas Beyer
MdL, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion
Politik für Vollbeschäftigung in Bayern machen Die Menschen brauchen mehr Geld in der Tasche
Angesichts des erwarteten deutlichen Wirtschaftsauschwungs muss es auch Lohnerhöhungen geben. Die Menschen müssen vom Aufschwung profitieren - sie brauchen mehr Geld in der Tasche, um über den Konsum die positive Wirtschaftsentwicklung zu verstärken. Dazu gehört auch die Einführung eines Mindestlohns.
Die guten bayerischen Wirtschaftsdaten sind stark am Export orientiert - woran es noch fehlt, ist die Binnenkonjunktur. Besonders wichtig ist auch, dass es sich bei den neuen Stellen um sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze handle. Das ist gut für unsere Renten- und Sozialversicherung.
Bayern befindet sich auf dem Weg zur Vollbeschäftigung. Aber man muss noch viel dafür tun.
Vor allem sind mehr Investitionen nötig. Die in der 13jährigen Regierungszeit Stoiber von 21,6 auf unter 12 Prozent gesunkene Investitionsquote des Freistaats ist viel zu niedrig und muss deutlich steigen, um den Nachholbedarf bei der Infrastruktur auszugleichen. Ich nenne hier die Bereiche Hochschulbauten, Schulen und Verkehr mit einem Milliarden-Investitionsbedarf. Hier befindet sich Bayern im Rückstand - da muss man noch Gas geben.
Das Henzler-Zukunftsgutachten hat viele vernünftige Vorschläge gemacht. Da findet sich sehr vieles, was die SPD seit Jahren immer wieder gefordert hat und die CSU im Landtag immer wieder ablehnte. Ich hoffe sehr, dass sich das jetzt ändert.
Wenn’s gerecht zugeht in Bayern, müssen wir Politik für Vollbeschäftigung in Bayern machen.
Arbeitsplätze werden durch Nachfrage angeregt und durch Investitionen geschaffen. Das gilt für private Investitionen ebenso wie für staatliche.
Die SPD-Fraktion tritt für den Dreiklang Investitionen, Innovationen und Qualifizierung ein, um Arbeitsplätze zu schaffen.
§ Investitionsoffensive: Notwendig ist die Revitalisierung derstaatlichen Investitionen in Bayern. Und: wir müssen durch verstärkte Akquisition ausländischer Direktinvestitionen globales Kapital nach Bayern holen. Das bringt Arbeitsplätze.
§ Innovationsoffensive: Bayern sollte Weltmarktführer bei regenerativen Energien werden. Das bringt Arbeitsplätze. Im Gegensatz dazu wollen Staatsregierung und CSU aus ideologischen Gründen vom Zukunftsmarkt der regenerativen Energien nichts wissen und setzen lieber auf Atomenergie.
§ Qualifizierungsoffensive:Schon heute gibt es in Bayern einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Es müssen daher alle Instrumente der Qualifizierung und der Arbeitsmarktpolitik eingesetzt und genutzt werden. Das bringt Arbeitsplätze.
Die SPD hat im aktuellen Doppelhaushalt einen Schwerpunkt auf die Investitionen gelegt und – ohne Neuverschuldung! - zusätzliche Investitionen in Höhe von 439,8 Millionen Euro vorgeschlagen. Damit steigt die Investitionsquote pro Jahr um 0,6 Prozent.
________________________________________
Europafest
Preisverleihung and die Sieger des traditionellen Europaquiz
von lins: Schirmherr des Festes und Landratskandidat der SPD Norbert Reh, die Glücksfee Jasmin, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Hartmut Romig sowie Dr. Thomas Beyer, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion im Bayrischen Landtag
________________________________________
Marktplatz – es geht voran!
Die Altdorfer SPD vertritt schon seit nahezu 20 Jahren die Auffassung, dass der Umbau des Marktplatzes Anfang der Siebziger Jahre aus heutiger Sicht als Fehler zu bezeichnen ist und dass dieser Fehler wieder gutgemacht werden müsse. 30 Jahre nach dem Umbau und nach 20 Jahren Diskussion sind wir endlich an diesem Punkt angelangt und die Marktplatzumgestaltung ist im Grundsatz im politischen Bereich unstrittig.
Der Marktplatz verdankt seine heutige Gestalt einer unter rein funktionalistischen Gesichtspunkten durchgeführten Umgestaltung in den Jahren 1971-1973, die den Denkmodellen der damaligen Zeit durchaus entsprochen hat. Die Umgestaltung nahm weder Rücksicht auf Fragen der Gestaltung, des Denkmalschutzes oder einer möglichen Nutzungsvielfalt. In den vorbereitenden Untersuchungen zur Altstadtsanierung 1978 wird dem Marktplatz einerseits hohe räumliche und bauliche Qualität durch die Gebäude und ihre Anordnung bescheinigt, andererseits im Bezug auf die Umgestaltung des Marktplatzes von „unsensiblen technischen Eingriffen", die diese „ursprünglichen Werte empfindlich gestört" haben, gesprochen.
Der Freiraum „Marktplatz" ist somit gestalterisch, aber auch funktional unbefriedigend, weil er zu einseitig auf das Kraftfahrzeug ausgerichtet ist und dadurch die Nutzung durch den „schwachen“ Verkehrsteilnehmer erschwert. Durch die Überbetonung der Nutzung „Kraftfahrzeug" werden andere Nutzungen, die z. T. schon vorhanden sind, z. T. neu entstehen können, im wahrsten Sinne des Wortes an den Rand gedrängt. Zudem belastet der Kraftfahrzeugverkehr durch Lärm und Abgase erheblich den Wert des Freiraums und beeinträchtigt das Bild des Marktplatzes. Und: die heutige Gestalt des Marktplatzes entspricht nicht dem historisch-denkmalpflegerischen Ensemble, welches im Altstadtbereich wünschenswert wäre.
Der Marktplatz hat vielfältige Nutzungsansprüche. Er dient nicht nur gewerblichen Zwecken, sondern ist auch wichtiger Freiraum für die in der Altstadt ansässige Wohnbevölkerung wie für Besucher unserer Stadt. Deshalb ist es wichtig, den Aufenthaltswert dieses Freiraums zu steigern bzw. überhaupt wieder herzustellen.
Hinzu kommen neue Ansprüche an den Altdorfer Marktplatz, die vor über 30 Jahren noch nicht bekannt waren. Es soll auch inzwischen in Altdorf Menschen geben, die zu Fuß einkaufen und denen „Aufenthaltsqualität“ wichtiger ist als der Parkplatz vor der Geschäftstür. Laut Umfrage der CIMA zum Stadtmarketing kommen zwischenzeitlich 38% der Kunden zu Fuß und 20% mit dem Fahrrad in die Innenstadt. Diesem geänderten Verhalten der Bürgerinnen und Bürger muss eine Marktplatzumgestaltung gerecht werden. Ein anderes Beispiel: 1973 hat noch keiner der Verantwortlichen die besonderen Ansprüche von „Menschen mit eingeschränkter Mobilität“ berücksichtigt. Das führte dazu, dass heute am Altdorfer Marktplatz für diese Gruppe oft unüberwindliche Hindernisse bestehen. Gerade in Altdorf mit seinem hohen Anteil an Menschen mit Behinderung muss dieser Aspekt besonders berücksichtigt werden.
Der gesamte Marktplatz mit seinen rund 10.000 m² reserviert 75% der Fläche für den fließenden oder ruhenden Verkehr. Wichtigster Punkt ist für die SPD-Stadtratsfraktion daher, dass es zu einer Neuverteilung der Fläche kommt, die den nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer stärker berücksichtigt und ihm quantitativ als auch qualitativ gleichberechtigten Raum gibt.
Diese Neuverteilung wird relativ simpel durch den Entfall der Ladestraßen erreicht. Diese „parallele Verkehrsführung“ führt zu dem oben genannten Ungleichgewicht. Parkplätze – in welcher Zahl auch immer – können direkt von der Straße angefahren werden. Durch das Ein- und Ausparken stellt sich eine verkehrsberuhigende Wirkung nahezu von selbst ein. Die Ladestraßen können im vollen Umfang den Fußgängerbereichen zugeschlagen werden. Dadurch verschiebt sich der Flächenanteil bereits mit mehr als 50% zu Gunsten der Fußgängerbereiche.
Zwangsläufig ergibt sich dadurch eine Reduzierung der vorhandenen Stellplätze. Für die SPD-Stadtratsfraktion ist es jetzt noch zu früh, eine Schmerzgrenze für entfallende Stellplätze festzulegen. In der bisherigen Diskussion haben wir gezeigt, dass wir in dieser Frage sicherlich weiter gehen können als manche anderen Fraktionen. Wichtig war für uns, dass dem jetzt beauftragten Planer bezüglich der möglichen entfallenden Stellplätze keine Vorgabe als Höchstgrenze gemacht wird, sondern dies im Zuge des gesamten Planungsprozesses in Abstimmung mit der Öffentlichkeit geklärt wird. Wir gehören aber mit Sicherheit zu den Fraktionen, die nicht jeden Winkel als Stellplatz ausweisen wollen.
Es gibt noch eine ganze Reihe wichtiger Detailfragen wie Belagsarten, Ausstattung, Bäume, Brunnen, Kunst usw., die unserer Meinung aber erst zu klären sind, wenn das räumliche Grundkonzept steht.
Ein umgestalteter Marktplatz soll mehr „Aufenthaltsqualität“ schaffen und muss für die vielfältigen Nutzungen die Rahmenbedingungen schaffen. Ob diese Angebote dann angenommen werden, kann der politische Bereich nur schwer beeinflussen. Hier sind private wie öffentliche Initiativen gefordert. Wenn durch eine Umgestaltung beispielsweise mehr Raum für Außenbestuhlung ermöglicht wird, ist es an der Gastronomie, dieses Angebot zu nutzen. Wenn beispielsweise durch eine Umgestaltung mehr Raum für Verkaufsstände oder die Außenpräsentation von Waren ermöglicht wird, ist es am Einzelhandel, dieses Angebot zu nutzen.
Verkehrsberuhigung, städtebauliche Qualität und Nutzungsvielfalt sind die Punkte, auf die die SPD-Stadtratsfraktion bei einer Marktplatzumgestaltung besonderes Gewicht legen wird. Daraufhin werden wir die Pläne kritisch überprüfen. Jetzt aber ist unser beauftragter Planer am Zuge, er soll frei von kleinlichen Vorgaben mögliche Gestaltungspläne vorlegen, auch in Varianten. Die grundsätzlichen Vorgaben hat der Stadtrat schon vor langer Zeit beschlossen. Diese sind natürlich bindend. Es ist für die Sache eher kontraproduktiv, wenn wir jetzt schon wieder „erbsenzählerisch“ über entfallende Parkplätze reden oder wenn jetzt schon – noch bevor vom Planer überhaupt der erste Strich zu Papier gebracht wurde – Alternativvorschläge oder eigene Konzepte auf den Markt geworfen werden. Alle Parteien und Fraktionen haben erklärt, dass eine Marktplatzumgestaltung offen mit allen Beteiligten diskutiert werden soll und dass es hier nicht zu einsamen Rathausentscheidungen kommt. Nach unserer Meinung das einzig richtige Modell, alle an dieser großen Bauaufgabe teilhaben zu lassen. Aber jetzt ist zunächst unser Planer dran. Wir haben mit Jens Meyer-Eming von der Freien Planungsgruppe 7 einen profunden Kenner der Stadt Altdorf beauftragt und einen Planer, der mit der Umgestaltung von historischen Ortskernen große Erfahrung hat – lassen wir ihn doch jetzt einfach einmal planen!
Ernst Bergmann
Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion
Denkmalschutz in Altdorf – Burg Grünsberg Besuch der LUPE-Redaktion bei Frau von Stromer-Baumbauer
In der LUPE vom September 2004 berichteten wir über Bauvorhaben am Denkmal Burg Grünsberg. Seither hat sich viel getan. Grünsberg ist ein Denkmal von europäischem Wert und trägt das UN-Kulturgutzeichen. Somit unterliegt es der höchsten vorstellbaren Stufe von Denkmalschutz. Die Kostenschätzung für den jetzigen, letzten Bauabschnitt der Generalsanierung betrug 2,5 Millionen Euro alleine dafür, dass die Burg stehen bleiben könne, also reine Substanzerhaltung. Nicht einmal für Schönheitsreparaturen, wie Erneuern der Farben des Stucks und Überstreichen der Risse im Stuck waren Gelder vorgesehen. Da die Große Städtebauförderung, die Gelder zugesagt hatte, ersatzlos entfiel, musste ein Teil der Sanierungsvorhaben wieder gestrichen werden. Damit entfielen z. B. der ursprünglich vorgesehene zweite Rettungsweg und eine richtige öffentliche Toilettenanlage, da das Modernisierungen und nicht Denkmalsanierungen gewesen wären. Mit diesen Einbauten hätte man vermehrt öffentliche Veranstaltungen, z. B. Konzerte, Theateraufführungen, anbieten und für die Sanierung weitere Gelder erwirtschaften können. Nach dieser Reduzierung wird die Sanierung „nur“ noch ca. 2,1 Mio. Euro kosten, wovon die öffentliche Hand (Entschädigungsfond des Landesamts für Denkmalpflege, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bayerische Landesstiftung, Landkreis Nürnberger Land und die Stadt Altdorf) ca. 1 Million Euro übernehmen wird und die Stiftung die restlichen 1,1 Millionen zu tragen hat. Das geht z. B. auch dadurch, dass Altdorf das neue Baugebiet "Auf der Röth" jetzt schon erschließen lässt und die Stiftung die ihr dort gehörenden Baugrundstücke verkauft.
Der nahezu völlig von Hornissen aufgefressene Glockenturm ist inzwischen als Gebäudeteil vollständig fertig, die Glocke kann man wieder läuten, was seit 35 Jahren wegen der Gefahr des Einstürzens nicht mehr möglich war. Für die Restaurierung des noch vollständig erhaltenen barocken Uhrwerks im Glockenturm fehlen noch 2000 von 8000 Euro. Frau von Stromer-Baumbauer hofft auf Sponsoren.
Die geologischen Untersuchungen des Untergrunds haben ergeben, dass die Burg zwar auf einem Felssporn erbaut worden war, dass der aber im Laufe der Jahrhunderte zu einem reinen Sandhügel zerfallen ist. Die gefährdeten Außenmauern sind inzwischen mit sogenannten Betoninjektionen gesichert. Es muss auch schon früher Versuche gegeben haben, die Außenmauern mit Eisenbändern am Wegrutschen zu hindern. So sind deutlich Einkerbungen zu sehen, die sich nur so erklären lassen. Fachleute kennen diese Technik z.B. von den großen gotischen Kathedralen. Um nun festzulegen, wie das Abrutschen des Hanges verhindert werden kann, bedarf es zunächst noch gründlicher Untersuchungen des Sandhügels, auf dem die Burg steht.
Die Generalsanierung ist hoffentlich im Jahre 2008 zu Ende und die Stiftung hat nur noch die "normale Pflege" und den "normalen Bauunterhalt" zu leisten. Aber dann stehen weitere Sanierungsprojekte an, z. B. die Sophienquelle, und, und, und .... Zum Glück kommt die Temperierung des Palas jetzt schon, da sonst das Inventar auf Dauer zerstört würde.
Nach dem Tod des letzten Besitzers, Prof. Dr. Wolfgang Freiherr Stromer von Reichenbach, wandelten seine Erben den ganzen Besitz zur Erfüllung eines Vermächtnisses in eine öffentliche gemeinnützige Stiftung um, in der Hoffnung, auf diese Weise dieses überregional bedeutende Ensemble mit seinem Inventar besser erhalten zu können. Rotraut von Stromer-Baumbacher ist Administratorin des Stiftungsrates und hat mit allen Höhen und Tiefen dieser Sanierung zu tun. So wurde unser Besuch dadurch unterbrochen, dass die Polizei den kurz zuvor entdeckten Diebstahl einer Blitzableiteranlage aufnehmen musste. Der dadurch entstandene Schaden in Höhe von 3000 Euro stellt bei dem engen finanziellen Rahmen schon eine kleine Katastrophe dar. Für dieses und andere Probleme, die bei der Sanierung eines so alten Gebäudes zwangläufig immer neu entstehen, wird sie durch das Können der Handwerker und deren Begeisterung entschädigt, mit der, in Zusammenarbeit mit der Architektin und dem Statiker, alle großen und kleinen Komplikationen gelöst werden. Als Beispiel zeigte sie uns den Kamin der Schlossküche, der einzustürzen drohte. Der Lösungsvorschlag des Zimmermanns wurde dann erfolgreich realisiert . Sehr erfreulich sei auch, dass der „Stromerwald“ inzwischen sogenanntes FFH-Gebiet ist (Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum, Richtlinie des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten). Er unterliegt damit Änderungsverboten aus dem „Natura 2000 Projekt“ der EU.
Zum Schluss des Gesprächs fragte die LUPE, ob es noch einen ähnlichen Sponsoring-Wunsch gäbe wie bei der Sanierung der Turmuhr. Frau von Stromer-Baumbauer hatte einen. An der Westseite des Hauptgebäudes sei eine Sonnenuhr, die allerdings wegen des Sonnenstandes erst um 13 Uhr anzeige. Es wäre wunderschön, wenn man einen Sponsor fände, der bereit wäre, ca. 3000 Euro für das Wieder-Aufmalen eines „Gegenstücks“ an der Ostseite zu spenden. Diese Uhr „ginge“ dann vom Morgen bis zum Mittag. Spendenkonto: Raiffeisenbank Altdorf-Feucht e.V., BLZ: 760 694 40, Konto: 509876
Hinweise: Förderverein Burg Grünsberg e.V. Am 10.6.2006, genau 775 Jahre nach der ersten bekannten urkundlichen Erwähnung, wurde mit einem feierlichen Glockenläuten durch alle Gründungsmitglieder der neue Förderverein Burg Grünsberg aus der Taufe gehoben. Gegründet zum Zwecke der Unterstützung der Stromer'schen Kulturgut-, Denkmal- und Natur-Stiftung soll er dazu beitragen, mit Geld, Rat und Tat das europaweit bedeutende Denkmal Burg Grünsberg mit seinem Inventar und Umgriff wie Barockscheune und Himmelgarten, die Sophienquelle, die Teufelskirche, Wald und Schwarzach zu alter Blüte zu bringen. Der Verein ist gemeinnützig. Die Vereinsbeiträge liegen pro Jahr nach eigener Einschätzung und finanzieller Möglichkeit zwischen 20 und 50 Euro, können aber auch in Arbeitsstunden abgeleistet werden (5 Euro/Stunde). Führungen Die Stiftung bietet ganzjährig Führungen und Besichtigungen für Interessierte nach Voranmeldung an.
Die Burg ist jährlich zum "Tag des offenen Denkmals", dieses Jahr am Sonntag, den 9. September, geöffnet. Es können die Wehrgänge und die Burgkapelle besichtigt werden. Außerdem ist am 8. und 9. September Mittelaltermarkt im Burghof.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Rotraut von Stromer-Baumbauer
Donaustr. 16
91052 Erlangen
Telefon: 09131/ 36092
Fax: 09131/ 128506 E-Mail: rotrautbaumbauer@stromerstiftung.de
Veranstaltungen s. Terminmitteilung in der LUPE
Quellen: Gespräch mit Frau von Stromer-Baumbacher vom 14. Juni 2007 und Internet, www.stromerstiftung.de
________________________________________
. WIR GRATULIEREN
Frau Frieda Manz zum 90. Geburtstag am 3. August Herrn Klaus Rostalski zum 87. Geburtstag am 13. Juli Frau Lisbeth Creutz zum 86. Geburtstag am 26. September Herrn Hans Stelzl zum 81. Geburtstag am 31. Juli Frau Lotte Hirschmann zum 73. Geburtstag am 12. Juli Herrn Ernst Sichert zum 73. Geburtstag am 23. September Herrn Rainer Pohl zum 65. Geburtstag am 15. September Herrn Dr. Günther Schauenberg zum 60. Geburtstag am 25. September Frau Ingrid Liebel zum 50. Geburtstag am 8. August
________________________________________
Dr. Thomas Beyer
MdL, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion
Jetzt zeigt sich: Die G8-Einführung war ein Schnellschuss
Drei Jahre hat es gedauert, bis die Klagen, Warnungen und Hilferufe von Schülerinnen und Schülern, Eltern und aus der Lehrerschaft bei der Staatsregierung Gehör gefunden haben. Jetzt endlich denkt der verantwortliche Minister Schneider über eine „Reform der Reform“ des G8 nach. Das ist ein Fortschritt, aber er kommt viel zu spät und viel zu zögerlich. Die Probleme des G8 sind lange bekannt, und sie wurden von Betroffenen, Verbänden und der SPD im Landtag immer wieder benannt.
Von Anfang an hat sich beim G8 gezeigt, dass die Rahmenbedingungen nicht stimmten. Die Klassen waren und sind gerade in der Unterstufe viel zu groß. Das Tempo im Unterricht ist aufgrund der Stoffmenge – die Lehrpläne wurden nämlich anders als immer wieder behauptet, kaum bis gar nicht gekürzt - viel zu hoch. Zeit zum Üben und Vertiefen bleibt trotz der Intensivierungsstunden kaum. Die Erhöhung der Wochenstunden hat das G8 de facto zu einer Ganztagsschule gemacht, ohne dass die Schulen entsprechend ausgestattet wurden. Die Mängel bei der Mittagsversorgung sind vielerorts noch immer nicht behoben, von der Einführung moderner pädagogischer Ganztagskonzepte und eines rhythmisierten Unterrichtstages ganz zu schweigen. Vielerorts wurden Wahlunterrichte gestrichen, weil die Schüler dafür keine Zeit mehr haben, Freizeitaktivitäten wie Sport und Musik wurden zurückgefahren, dafür wächst stetig der Nachhilfemarkt ebenso wie die Nachhilfe durch die Eltern.
Was also muss geändert werden? Zum einen brauchen unsere Gymnasien bessere Rahmenbedingungen: Kleinere Klassen, mehr Lehrer, individuelle Förderung, mehr Zeit zum Üben und Vertiefen der Inhalte. Zum zweiten ist es dringend nötig, die Lehrpläne kritisch zu überprüfen. Weniger Faktenwissen, dafür mehr Erlernen von Fähigkeiten und Arbeitstechniken. Und drittens muss die Staatsregierung endlich die Realitäten anerkennen: Das G8 ist nicht als Halbtags-Sparmodell zu führen. Wenn das G8 ein Erfolg werden, - also mehr und nicht weniger Kinder als das G9 zum Abitur führen soll, - dann muss der Freistaat Geld in die Hand nehmen für Lehrpersonal, Schulausbauten und besseren Unterricht. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Minister Schneider dies auch erkannt hat.
________________________________________
Buchbesprechung
Mma Ramotswe, die beleibte Detektivin aus Alexander McCall Smiths gleichnamiger Krimireihe ist Inhaberin von Botswanas einzigem Detektivbüro. Die Fälle, mit denen Mma Ramotswe beauftragt wird, haben nichts mit den kriminellen Machenschaften anderer Thriller zu tun. Nein, Mma Ramotswe nimmt nur Aufträge an, die sich mit kühlem Verstand und einer Menge Herz erledigen lassen. Statt Vergewaltigung, Mord und Totschlag drehen sich in Botswanas einziger Privatdetektei die Ermittlungen um Ehebruch, geprellte Ehemänner, Kuckuckskinder und verschollen geglaubte Sprösslinge. Mma Ramotswe löst ihre Fälle gewaltfrei, mit gesundem Menschenverstand, weiblicher Intuition und Scharfsinn. Sie ist eine Afrikanerin, die gerne in ihrem Land wohnt und auch stolz darauf ist. Sie hat im Laufe der Jahre ihre Taille verloren, aber sie unterwirft sich nicht dem Diktat der Dünnen. Eher, so räsoniert sie, setzt sie sich mit ihrem dicken Hintern auf die dünnen Knochengestelle, die würden da schon sehen, was sie davon haben...
Neben den wunderbaren Gestalten, die der in Simbabwe geborene Schotte McCall Smith in seinem Buch entstehen lässt, erfährt der Leser einiges, und manches Überraschende über den Alltag in Botswana. Es ist wohltuend, dieses afrikanische Land in all seiner Farbenpracht kennen zu lernen. Für Schwarz-Weiß-Malerei ist darin kein Platz vorhanden. Der Leser kann aus den Zeilen geradezu die afrikanische Sonne leuchten sehen. Weder Hektik noch scharfe Sozialkritik stören die Ruhe des Erzählflusses.
In ihrem neuem Fall muss Mma Ramotswe die vier Verehrer der Mma Holonga auf ihre Ehetauglichkeit überprüfen. Natürlich ist das ein Leichtes für die patente Detektivin. Schließlich ist sie selber verlobt – und das schon viel zu lange, wie sie in schwachen Momenten findet. Als dann noch die Leiterin der Waisenfarm ihren Verlobten zu einem Fallschirmsprung zwecks Spendensammelns überreden will, muss sich die lebenskluge Frau dringend etwas einfallen lassen. Schließlich möchte sie nicht als verlobte Witwe enden …. Fazit: Auch ohne Morde mordsmäßig gut Alexander McCall Smith Ein Fallschirm für Mma Ramotswe
Ehrenwirth, März 2006
269 Seiten, EUR 16,90
Ein Koch für Mma Ramotswe EUR 7,95
Ein Krokodil für Mma Ramotswe EUR 7,95
Ein Gentleman für Mma Ramotswe EUR 7,95