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Ausgabe Dezember 2006
Inhalt
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Dank
an Rainer Pohl
Zwölf
Jahre Rainer Pohl als Erster Bürgermeister der Stadt Altdorf sind vorüber,
und zwar erfolgreich, wie ich meine. Viel war geschehen in dieser Zeit
und schwierige Phasen zu überstehen. Rainer Pohl hat sich konsequent
an die Ziele und Aussagen gehalten, die er in seinen zwei Wahlkämpfen
dargestellt hatte. Die regelmäßigen Bürgermeistersprechstunden sind
ein wichtiger Schritt gewesen zur versprochenen Transparenz im
Rathaus, ebenso wie die stets zeitnahe Information der
Stadtratsfraktionen. In der Ausübung seines Amtes hat Rainer Pohl
bewiesen, dass er ein Demokrat durch und durch ist und diese
Einstellung sein Handeln prägte, selbst wenn er politisch gesehen und
als Mitglied der SPD viele Male über seinen Schatten springen musste.
Ein weiteres Merkmal, das in der heutigen politischen Landschaft
schwerlich Beispiele findet, ist seine Ehrlichkeit und
Standhaftigkeit, was ihm sein Leben als Erster Bürgermeister des öfteren
nicht gerade leicht machte, ihm aber letztlich Anerkennung in der Bevölkerung
einbrachte. Seine Meinung hat er stets ungeschminkt und nicht
verklausuliert geäußert und hat Wort gehalten. Als politischer
Gegner wie Freund wusste man immer, woran man bei ihm war, und man
konnte sich darauf einstellen, selbst wenn man seine Meinung nicht
teilte. Das ist gelebte Transparenz, die wesentliche Voraussetzung für
eine funktionierende Demokratie.
Seine
Präsenz sowohl im Rathaus als auch in der Stadt und den Außenorten
war geradezu beispielhaft. Mit Disziplin und nicht nachlassendem
Einsatz war er sowohl für Bürgerinnen und Bürger da als auch für
die städtischen Angelegenheiten. Mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit
hat Rainer Pohl sein privates Leben hintangestellt, um die unzähligen
Termine außerhalb der normalen Arbeitszeit für Gremienarbeit oder für
gesellschaftliche Veranstaltungen in Vereinen und Verbänden
wahrzunehmen. Für all das und vieles mehr, was an dieser Stelle nicht
genannt werden kann, sagt die LUPE-Redaktion ein herzliches Danke.
Ein
nicht minder wichtiger Dank gebührt aber auch seiner Gattin, Renate.
Bei all den durch das Amt bedingten familiären Entbehrungen konnte
man stets ihre uneingeschränkte Unterstützung für ihren Mann spüren.
Wann immer möglich hat sie den Bürgermeister begleitet oder Gäste
aus den Partnerstädten zu Hause bewirtet und sich sicher auch einigen
Ärger angehört, der aus dem Rathaus nach Hause getragen wurde und
nebenbei noch den SPD-Ortsverein und die Arbeiterwohlfahrt als
stellvertretende Vorsitzende geführt.
In
seiner ihm eigenen Art hat Rainer Pohl den unspektakulärsten aller
Wege gewählt, aus dem Amt zu scheiden, nämlich ein bestelltes Haus
zu übergeben und einfach ohne die üblichen Lobreden aufzuhören.
Die
LUPE-Redaktion wünscht Rainer und Renate Pohl eine gesunde und aktive
Zukunft, die Reaktivierung von lange vernachlässigten Freundschaften
und viel Zeit miteinander und füreinander.
Hartmut
Romig
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Kommentar
Es war der ausdrückliche und persönliche Wunsch des inzwischen Altbürgermeisters,
Rainer Pohl, ganz ohne Tam-Tam, Trara und Abschiedsreden in seinen
neuen Lebensabschnitt zu gehen. Auch wenn es für die meisten Menschen
und gemüßigte Leserbriefschreinerinnen ungewöhnlich ist, persönlicher
Wunsch ist persönlicher Wunsch und ist zu respektieren und schon gar
nicht zu kommentieren. Und wenn es jemanden nach öffentlicher Äußerung
drängt, dann steht einer schriftlichen Würdigung nichts im Weg,
worauf Leserbriefschreiberinnen und Rathaus noch warten lassen, denn
in der ersten Stadtratssitzung der neuen Bürgermeisterperiode wurde
es ebenfalls sehr bedauert, dass der „Scheidende“ nicht für öffentliche
Feierlichkeiten zur Verfügung steht.
Hartmut Romig
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Auf
ein Wort …
„Es
ist entschieden, nun ist´s gut – und schnell geheilt bin ich von
allen Zweifelsqualen“, lässt Friedrich Schiller Wallenstein sagen,
nachdem sein Vorhaben, die kaiserlichen Truppen mit den schwedischen
zu vereinigen, gescheitert war. Ein wunderschöner Satz und so
passend.
Es
ist entschieden, die Altdorfer haben entschieden, die Bürgermeisterwahl
ist vorbei. Es war klar, dass es nur einen Sieger geben kann. Ich wünsche
– wie ich es schon am Wahlabend und im Stadtrat gesagt habe –
offen und ehrlich dem neuen Bürgermeister alles Gute im Amt und biete
meine vertrauensvolle Zusammenarbeit und die der SPD-Fraktion zum
Wohle der Stadt an. Der Wahlkampf hat erstaunlicherweise gezeigt, dass
die beiden großen Fraktionen sich bei vielen Sachthemen neuerdings
aufeinander zubewegen. Wenn das nicht alles nur
- wie ich nicht hoffe – leere Worthülsen im Wahlkampf waren,
dann können wir einige wichtige Dinge in Zukunft gemeinsam anpacken.
Ich denke hier besonders an das Jugendzentrum, die
Marktplatzumgestaltung und die Siedlungs- und Verkehrspolitik, wo sich
bisher CSU und SPD eher unversöhnlich gegenüberstanden. Hoffen wir,
dass es jetzt anders wird.
Ob
mein Wahlergebnis nun respektabel, erwartungsgemäß oder enttäuschend
war, bleibt immer der jeweiligen Sichtweise überlassen. Für eine
Altdorfer SPD, die bei überörtlichen Wahlen auf 25-30% kommt, ist
47% sicherlich ein gutes Ergebnis. Für eine Altdorfer SPD, die bei
der letzten Bürgermeisterwahl 55% der Stimmen geholt hat, eher enttäuschend.
Gefreut
habe ich mich über mein gutes Ergebnis in der Kernstadt, über 52%
der Stimmen habe ich erhalten. Enttäuschend dagegen mein Abschneiden
in den Außenorten, bis auf Röthenbach gingen alle an den
Gegenkandidaten und das mit teilweise für mich vernichtenden
Ergebnissen, obwohl ich bei allen meinen 15 Veranstaltungen in den Außenorten
eine sehr offene und freundliche Atmosphäre gespürt habe. Ebenso
enttäuschend ist es, dass es mir offensichtlich nicht gelungen ist,
die Wähler von Horst Topp zu überzeugen, dass seine Politik bei mir
gut aufgehoben ist.
Allen
Kandidaten und allen politisch Verantwortlichen muss aber die geringe
Wahlbeteiligung Anlass zur Sorge geben. Eine gewisse
Politikverdrossenheit bei Europa-, Bundestags- oder Landtagswahlen ist
vielleicht nachzuvollziehen, aber wenn bei einer Kommunalwahl nur 61%
der Wahlberechtigten teilnehmen, ist das ein Warnsignal. Noch
schlimmer: In der Kernstadt ging nur jeder 2. zur Wahl.
Die
Wahlniederlage habe ich schnell verdaut. Woran ich aber noch lange
knabbern werde, sind die – so empfinde ich es zumindest – persönlichen
Angriffe in den letzten zwei Wochen vor der Wahl. Und ich meine damit
nicht die vielen kleinen Gerüchte, die über mich und meine Familie
in Umlauf gebracht wurden. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht,
dass ich seit 25 Jahren konfessionslos bin, ebenso wie meine Frau und
meine Kinder. Der CSU ging es – es stand ja oft genug in der Zeitung
– um einen fairen Wahlkampf. Ich habe in einem Vier-Augen-Gespräch
weit vor der Wahl mit Erich Odörfer auch diesen fairen Wahlkampf
vereinbart. Vereinbart, dass wir uns politisch kommentieren, nicht
aber persönlich verunglimpfen. Dass sein beruflicher Werdegang
genauso wenig im Wahlkampf eine Rolle spielt wie meine
weltanschaulichen Positionen. Ich habe mich daran gehalten, obwohl
viele in meinem Umfeld gerade solche Aussagen von mir gefordert haben.
Ich habe das gegen alle Widerstände nicht getan, und das war gut so.
Auch mit der Konsequenz einer möglichen Wahlniederlage. Wenn jetzt
viele mir sagen „Du warst zu fair“, nehme ich das als Kompliment.
Ich war nicht zu fair, ich war vielleicht zu naiv.
Ich
möchte mich an dieser Stelle bei allen meinen Wählerinnen und Wählern,
bei allen meinen Unterstützern innerhalb und außerhalb des
SPD-Ortsvereins, bei meinen Austrägern und bei meinen steten
Begleitern aus Ortsverein und Fraktion herzlich bedanken. Ganz
besonders bedanken möchte ich mich aber bei meinem Wahlkampfteam, das
über ein Jahr mit mir zusammen so hart gearbeitet hat. Diese Menschen
verdienen es an dieser Stelle einmal persönlich genannt zu werden:
Hans Assmus, Michael Falk, Lisbeth Gierlings, Bernhard Heinlein,
Helmut Heisler, Robert Holzmann, Norbert Käsmann, Silke Kempe, Ulrich
Oberste-Schemann, Rainer Pohl und Karin Völkl. Mein ganz besonderer
Dank denen, die sich über Gebühr für mich eingesetzt haben: Hartmut
Romig, mein „Fels in der Brandung“, Werner Birn, dem
Pressesprecher, für seine grenzenlose Leidensfähigkeit und ständige
Bereitschaft und meinem Freund Herbert „Hex“ Creutz, der eine
fantastische grafische Arbeit für Plakate und Flyer abgeliefert hat.
Ohne die Unterstützung meines engsten Umfelds, meiner Familie und
meines Freundeskreises wäre das Ganze sowieso ein Ding der Unmöglichkeit
gewesen. Über den großen Zuspruch und die tröstenden Worte nach der
verlorenen Wahl – auch aus Kreisen, wo ich es nicht vermutet hätte
- habe ich mich besonders gefreut – Danke euch allen!
Wie
ich bereits bei meinen Veranstaltungen immer wieder betont habe, werde
ich mich nicht beleidigt von Altdorf und der Welt zurückziehen,
sondern weiter meine kommunalpolitischen und gesellschaftlichen
Aufgaben in Altdorf erfüllen. Und wenn es die Altdorfer
SPD-Mitglieder wollen, werde ich auch im Kommunalwahlkampf 2008 wieder
an vorderster Front stehen. Bis dahin…
Ihr/Euer
Ernst Bergmann
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Wie
nicht anders zu erwarten
Prophetisch
veranlagt musste man nicht sein, um das Ergebnis der Wahl zum 2. Bürgermeister
vorherzusehen. Als Ernst Bergmann am Wahlabend seine Niederlage
eingestand und gleichzeitig bekannt gab, dass er selbstverständlich für
das Amt des 2. Bürgermeisters kandidieren werde, fügte er
schmunzelnd an: „Aber die Abstimmung wird 16:9 gegen mich
ausgehen.“ Und so ist es schließlich auch gekommen.
Es
ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der, der die Bürgermeisterwahl
verloren hat, automatisch 2. Bürgermeister wird. Den 2. Bürgermeister
wählt der Stadtrat aus seiner Mitte heraus. Auch wenn viele in
Altdorf sich Ernst Bergmann als 2. Bürgermeister gewünscht haben, es
kam doch anders. Der neue Fraktionschef der CSU, Dr. Pöllot, hat es
ja in unerwarteter Offenheit ausgesprochen. Es sei vielleicht die
Erwartungshaltung der Altdorfer Bürgerinnen und Bürger, aber eben
„nicht sehr politisch gedacht“. Und deswegen unterstütze man in
der CSU den Kandidaten der FWG, der wäre eben politisch näher. Das
klingt nun beinahe so, als wäre die FWG von sich aus auf den Gedanken
gekommen, Dr. Herzog als 2. Bürgermeisterkandidaten aufzustellen.
Tatsächlich hat aber die CSU dies an die FWG und Dr. Herzog
herangetragen, nachdem Georg Schneider als erste Wahl verneinte. Aber
wie den anderen willfährigen Partner belohnen? Der Wunsch der UNA
einen dritten Bürgermeister neu zu installieren, ging dann den
anderen Bündnispartnern doch zu weit. Aber keine Sorge, es wird schon
einmal wieder eine Gelegenheit geben, sich für die am Ende doch
aufgegebene Neutralität im Bürgermeisterwahlkampf erkenntlich zu
zeigen.
Eine
Unterstützung für Ernst Bergmann hätte vielleicht der politische
Anstand geboten oder es wäre eine große Geste für die allseits
beschworene künftige Zusammenarbeit gewesen. Aber Anstand und Gesten
sind eben „nicht sehr politisch gedacht“. Politisch gedacht ist
natürlich die Kehrseite der Medaille. Ernst Bergmann hätte man die Möglichkeit
geboten, sich als 2. Bürgermeister politisch zu profilieren, das
zeigt ja das Beispiel des bisherigen 2. Bürgermeisters. Einen
politischen Gegner aufbauen, ist wenig „politisch gedacht“. Und außerdem
– so berichten wenigstens die gewöhnlich gut informierten Kreise
– will man trotz aller anders lautender Lippenbekenntnisse die SPD
ja vom Informationsfluss – gelinde gesagt – etwas fernhalten. Da wäre
ein 2. Bürgermeister aus den Reihen der SPD nicht besonders
„politisch gedacht“.
Und
deshalb kam es so, wie es nicht anders zu erwarten war. Mit den
Stimmen von CSU, FWG und UNA wurde Dr. Herzog zum 2. Bürgermeister
gewählt, mit 16:9, wie ein Monat vorher bereits vorausgesagt. Die
Allianz hält. Die FWG
- in Altdorf eher auf der roten Liste der aussterbenden Arten
zu finden – stellt wieder den 2. Bürgermeister. Und die UNA hat
wieder einmal deutlich bewiesen, wie jung und unabhängig sie wirklich
ist. Die vermeintlich neutralen Gutmenschen sind doch nichts anderes
als die Krabbelgruppe der CSU.
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Bürgermeister
für wenige...
...und
schon gar nicht für die Kernstadt? Altdorf hat gewählt. Treffender wäre
wohl noch, dass nur ein Teil von Altdorf gewählt hat und dabei dem
Sieger ein problematisches Mandat bescherte. Nur runde 60 Prozent
Wahlbeteiligung bei der Bürgermeister-Stichwahl liefern eigentlich
genügend Stoff zur kritischen Selbstbetrachtung beider Lager. Warum
gingen von über 11.700 Wahlberechtigten nur gerade eben etwas mehr
als 7.100 zur Wahl? Als Verlierer ist man fraglos gut beraten, sich
mit dem Thema intensiv zu befassen. Und als Sieger? Klar, der neue Bürgermeister
und seine Unterstützer sehen ihre Chancen. „Der rote Spuk“ ist
vorbei, triumphierte man noch am Wahlabend durchaus begründet,
angesichts des Mehrheitsblocks von CSU, FWG und UNA im Stadtrat.
Erster Bürgermeister CSU, Zweiter Bürgermeister FWG - endlich sind
SPD und Grüne mit ihren neun Stadträten komplett außen vor. Verhältnisse,
die in ihrer Eindeutigkeit zum „Durchregieren“ verführen und die,
nicht ohne Grund, ganz gut auch das Wahlergebnis in den Außenorten
spiegeln. Von Ludersheim bis Eismannsberg bringt die SPD (fast) kein
Bein auf den Boden, da bleibt ein weites Feld zu bearbeiten.
Und die CSU? So ein Ergebnis verpflichtet. Der Bürgermeister
und bereits sechs von zehn Stadträten kommen aus den Außenorten. In
Altdorf selbst landete Erich Odörfer deutlich hinter Ernst Bergmann,
eine „absolute“ Minderheit, deutlich weniger als 1900 Wähler,
votierten in der Kernstadt für ihn. Praktisch ein mehr als deutlicher
Denkzettel, fast eine politische Ohrfeige, für einen Mann, der mit
dem Bonus als Zweiter Bürgermeister und als Kandidat der
„Bayerischen Staatspartei“ angetreten war. Die CSU und ihr Unterstützerblock
werden aufpassen müssen. Bei aller verständlichen Dankbarkeit gegenüber
den Außenorten, sollten sie auf eine „ganzheitliche“ Politik für
Altdorf achten – wir werden sie daran erinnern.
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Abserviert…
…
und zwar durch die kalte Küche – so erging es dem Altdorfer
Stadtrat Horst Topp von den Grünen. Als Dankeschön für die Unterstützng
bei der Wahl des 2. Bürgermeisters vor viereinhalb Jahren hatte er
2002 von der CSU einen ihrer Sitze im Zweckverband Volkshochschule
Schwarzachtal geschenkt. Als nun in der ersten Stadtratssitzung in der
Ära Odörfer die Umbesetzung der Ausschüsse anstand, fand sich Horst
Topp nicht mehr in diesem Ausschuss. Den Sitz hatte die CSU flugs
wieder für sich beansprucht. Strafe muss sein. Hatte Topp doch nun öffentlich
sich für den SPD-Kandidaten ausgesprochen. Besprochen hatte das
keiner mit Topp, hatte man wohl nicht nötig. Aber die feine englische
Art war’s auch nicht.
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Ein
Beispiel für andere
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neue Spielplatz im Neubaugebiet in Unterrieden ist fertig gestellt. An
sich nichts Besonderes. Er ist weder besonders groß, noch besonders
spektakulär, noch hat die Stadt Altdorf dafür riesige Mittel
aufgewendet. Etwas anders macht ihn zum nachahmenswerten Beispiel.
Die
neuen Bewohner des Neubaugebiets haben nicht gesagt: „Stadt mach´
mal“, sondern haben sich aktiv in den Planungsprozess eingeschaltet,
wollten und durften mitreden, bei der Gestaltung und der Auswahl der
Spielgeräte. Aber damit nicht genug. Sie haben auch Spenden
gesammelt, günstige Konditionen bei Herstellern ausgehandelt und in
Eigenleistung bei der Anlage mitgeholfen. Das verdient das höchste
Lob. Und sorgt auch dafür, dass sich die Anwohner mit „ihrem“
Spielplatz identifizieren und auf ihn Acht geben werden.
Das
Motto der Unterriedener Neubürger lautet frei nach John F. Kennedy:
„ Frage nicht was die Stadt Altdorf für dich tun kann, frage, was
du für die Stadt Altdorf tun kannst.“ – Nachahmenswert!
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Rudi Lodes, seit 20
Jahren für die SPD im Stadtrat
Rudi
Lodes, Jahrgang 1944, wurde am 9. November für sein 20-jähriges
Wirken im Altdorfer Stadtrat mit der Kommunalen Dankurkunde
ausgezeichnet. Grund für einen Bericht in der LUPE.
Rudi wuchs in Nürnberg (St. Peter)
auf. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt. Der war
als Mitglied der im Nazi-Deutschland verbotenen sozialistischen
„Naturfreunde“, nach einer Wanderung (von einem Förster
denunziert) festgenommen, und kam mit 34 Jahren ins
Konzentrationslager Flossenbürg, und dann mit dem Strafbataillon 999
nach Russland um sich hier wieder zu einem vollwertigen Deutschen zu
qualifizieren. Er kam nicht zurück.
Nach der Schule
lernte Rudi Schriftsetzer und war dann bis zu seiner Pensionierung als
Maschinensetzer und
Texterfasser bei den Nürnberger Nachrichten beschäftigt.
Rudi Lodes kam vor 20 Jahren als
Nachrücker in den Altdorfer Stadtrat. Er wurde dann immer mit guten
Ergebnissen von der Altdorfer Bevölkerung wieder gewählt. Hier hat
er die Belange von Kindern, Jugendlichen und Senioren nie aus den
Augen verloren. Neben den o.g. Einrichtungen hat er sich mit Erfolg für
die Musikschule, den Jugendtreff und die Bücherei eingesetzt. Als
Stadtrat ist er auch in verschiedenen Ausschüssen tätig, z. B. im
Werkausschuss, im Hauptausschuss und im Kulturausschuss. Und er
vertritt mit anderen Altdorfer Stadträten die Interessen der Stadt im
Wasserzweckverband und als Aufsichtsratsmitglied bei den Stadtwerken.
Es macht ihm nach wie vor Spaß,
Politik im überschaubaren kommunalen Rahmen zu betreiben. Und er
betont ausdrücklich die Kooperation und auch die guten Zeiten mit
einzelnen Mitgliedern der anderen Fraktionen. Absolut widerlich fand
er die primitiven und persönliche Angriffe und Ausfälle gegen den
SPD-Bürgermeister Rainer Pohl, oft auch unterhalb der Gürtellinie.
Und das von Stadträten, von denen er auf Grund ihrer Bildung, ihres
Titels und ihrer beruflichen Position eigentlich mehr Sachlichkeit
erwartet hätte. Zum Glück seien das aber Ausnahmen. Es müsse aber
auch immer wieder darauf hingewiesen werden, dass die CSU mit ihren
„Verbündeten“ schon immer die Mehrheit im Stadtrat hatte. Deshalb
war diese Fraktion auch immer an allen „negativen“ Entscheidungen
beteiligt, obwohl sie diese immer wieder der SPD unter Bürgermeister
Pohl in die Schuhe zu schieben versuchte.
Künftig wird es noch weniger Einflussmöglichkeiten
für die SPD geben, weil nun auch der erste Bürgermeister von der CSU
gestellt wird. Ab jetzt kann alles glatt durchgewunken werden. Rudi
Lodes befürchtet, dass die „Beziehungen“
wieder eine größere Rolle spielen, und dass die Schwerpunkte neu
gesetzt werden, zum Nachteil von Kindern, Jugendlichen und Senioren.
Die LUPE-Redaktion, die SPD-Stadtratsfraktion und der SPD Ortsverein
danken Rudi Lodes für sein langjähriges Engagement und freuen sich
auf hoffentlich noch viele Jahre guter Zusammenarbeit.
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Infostand
der NPD
Kaum
war die Bürgermeisterwahl vorbei, war schon wieder ein Info-Stand vor
der Sparkasse. Aber diesmal einer von der ganz üblen Sorte. Eher
nebenbei erfuhren die Stadträte im Bauausschuss, dass am folgenden
Samstag die NPD in Altdorf präsent werden wird. Die Stadt fand dabei
keine rechtliche Möglichkeit, die Genehmigung zu versagen. Die
zeitgleich in Feucht, Hersbruck und Lauf beantragten Infostände der
Neonazis fanden übrigens nicht statt. Spontan entschloss sich der
SPD-Ortsverein den Infostand beidseitig zu flankieren und ließ sich
dabei auch nicht von der Androhung körperlicher Gewalt („Geh´mer
um´s Eck´und regeln´s wie Männer“) beeindrucken. Vertreter
anderer demokratischer Parteien und einzelne aufrechte Bürger
schlossen sich dem stummen Protest an. Ihnen sei an dieser Stelle
ausdrücklich gedankt. Die Stadtverwaltung muss sich dringend etwas
einfallen lassen, solche Veranstaltung in der Genehmigung, wenn schon
nicht zu verhindern, dann wenigsten zu erschweren. Und die
demokratischen Parteien müssen Flagge zeigen gegen dieses
faschistoide und rassistische Gedankengut im Deckmäntelchen einer
politischen Partei.
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Zur
aktuellen Lage der Sozialpolitik in Bayern
Gegen die Politik der kalten Herzen
von Dr. Thomas Beyer, MdL
I.
Die
schwierige Lage des Einzelplanes 10, also des Sozialbereichs im
Bayerischen Staatshaushalt, ist spätestens mit dem Nachtragshaushalt
2004 einer breiteren Öffentlichkeit bewusst geworden. Aufgrund
des Streichungskurses der Bayerischen Staatsregierung erfolgten Kürzungen
über alle Bereiche hinweg:
-
Leistungen für die Familie
-
Leistungen für die Jugend
-
Landesplan für Altenhilfe und Bayerisches Netzwerk Pflege
-
Landesplan für Behinderte
-
Blindengeld
-
Leistungen an Aussiedler und Asylbewerber
- usw.
Der
Nachtragshaushalt 2004 brachte der Bayerischen Staatsregierung und
insbesondere dem Ministerpräsidenten zu recht den bereits sprichwörtlich
gewordenen Vorwurf eines „Bayerns der sozialen Kälte“ ein.
Weniger klar scheint im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu stehen,
dass der Sozialhaushalt seit 2004 keine Verbesserung erfahren hat.
Tatsächlich
sind die Mittel des Freistaates in diesem Bereich nicht nur nicht
wieder aufgewachsen, sondern sie sind im Gegenteil sogar weiter
gesunken. So verzeichnet der Haushalt
2006 (Soll-Ansätze des Nachtragshaushaltes), wenn man ihn
zutreffenderweise um die vom Freistaat nur durchgereichten 240
Millionen Euro Bundesmittel für Unterkunftskosten nach Hartz IV
bereinigt, ein Volumen, welches mit 1.840,2 Milliarden Euro noch um
3,6 Millionen Euro unter dem
Ansatz des „berüchtigten“ Nachtragshaushaltes 2004 mit 1.843,8 Milliarden Euro liegt.
Hinsichtlich
des Entwurfs des
Doppelhaushaltes 2007/2008 liegen im Moment noch keine
Einzelheiten vor. Was bekannt ist, lässt aber erwarten, dass es zu weiteren
gravierenden Einschnitten im Sozialbereich kommen wird. So wird
mit dem Einstellen der staatlichen Investitionskostenförderungen im
Bereich der stationären Altenhilfe die Zahlungen für den Landesplan
für Altenhilfe von 20 auf 5,4 Millionen Euro sinken, die Leistungen für
Behinderte sogar in einer Größenordnung von über 30 Millionen Euro
von 289,5 Millionen auf 268,1 Millionen Euro.
Deutlich
ist darauf hinzuweisen, dass das Volumen des Sozialhaushaltes mit 2,0
Milliarden Euro angesichts eines Gesamthaushaltsvolumens von 35,8
Milliarden Euro den permanent erhobenen Vorwurf in keiner Weise
rechtfertigt, die Sozialausgaben wären schlichtweg nicht mehr zu
schultern.
II.
Gravierender
noch als die weitere Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen
erscheint, dass die Bayerische
Staatsregierung sich nicht
mehr an bislang als gesichert geltende Grundsätze der
Sozialstaatlichkeit in Bayern gebunden glaubt.
1.
Sozialministerin Stewens begründet die Einstellung der staatlichen
Investitionskostenförderung im Bereich der Altenhilfe, also der
Pflegeheime, damit, in diesem Bereich sollten die „positiven
Wirkungen des Marktes stärker zur Geltung gebracht“ werden.
Dies
offenbart nicht nur eine naive Wettbewerbsgläubigkeit, sondern zeigt
in gefährlicher Deutlichkeit, dass die öffentliche
Wohlfahrt nach der Auffassung der Bayerischen Staatsregierung
ersichtlich aus der staatlichen
Verantwortung ausgegliedert werden soll.
2.
Dazu kommt, dass die Bayerische Staatsregierung beginnt, den Grundsatz
einer Sozialpolitik nach
Kassenlage schrittweise in der Sozialgesetzgebung zu etablieren.
So stellt die neue gesetzliche Regelung über die Altenhilfe im Rahmen
des AGSG die bislang komplementär zum Staat erbrachte kommunale Förderung
der Landkreise und kreisfreien Städte ausdrücklich unter einen Haushaltsvorbehalt. Auf diesem Wege wird Stück für Stück das
realisiert, was im Rahmen des – beschönigend sogenannten –
Kommunalen Entlastungsgesetzes (KEG) im Jahr 2005 im Bund gescheitert
ist. Die auf das gleiche zielende Initiative der Bayerischen
Staatsregierung für ein Gesetz zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit
der Kommunen für die sozialen Aufgaben (ELSA) kann demnach aus Sicht
der Staatsregierung getrost in der Schublade bleiben, ohne dass sich
an den verheerenden Folgen einer Sozialpolitik nach Kassenlage etwas
ändern würde.
3.
Dazu passt auch, dass die Staatsregierung systematisch
den Stellenwert der
Wohlfahrtspflege demontiert.
Ich erinnere an die Aussage des Kreisgeschäftsführers eines
kirchlichen Trägers, der mir in diesen Tagen rund heraus bestätigt
hat, bei allen seinen Diensten sei eine Finanzierung derzeit nicht
gesichert. Der Bereich der Wohlfahrtspflege ist über Jahre
gekennzeichnet von einem immer weiter Auseinandergehen der Ausgaben/Ertrags-Schere, einer fehlenden
Planungssicherheit in
Bezug auf die finanziellen Rahmenbedingungen und einer teilweise
bereits in der Praxis als „unerbittlich“ beschriebenen Konkurrenz,
etwa im Bereich der ambulanten Dienste, die
um die Qualität fürchten lässt.
Vor
diesem Hintergrund ist es ein weiterer
Schlag ins Gesicht der Wohlfahrtspflege, wenn die Staatsregierung
jetzt mit dem Wegfallen des
Sammlungsgesetzes auch noch die ohnehin geringe Unterstützung für
die zur Finanzierung der Dienste der Wohlfahrtspflege unverzichtbaren
Herbst- und Frühlingssammlungen einstellen wird. Mehr noch als der
von den Verbänden jetzt selbst und auf eigene Kosten zu erbringende
Koordinierungsaufwand fällt ins Gewicht, dass die CSU mit dieser
Vorgehensweise offen ihr mangelndes Interesse an der Wohlfahrtspflege
dokumentiert. Für die vielen aktiven Sammlerinnen und Sammler in den
Verbänden ist dies ein Misstrauensvotum,
dass dort schlichtweg fassungslos macht.
Ein
weiteres Beispiel für den – nicht gegebenen – Stellenwert, den
die Staatsregierung der Wohlfahrtspflege einräumt, ist, dass zwar in
Bayern – anders als in immerhin 7 Bundesländern – aus den staatlichen Lotterieeinnahmen keine (Global-) Zuschüsse an die
Wohlfahrtspflege geleistet wird, andererseits aber der
Finanzminister unlängst über die Presse drohte, etwaige Einsparungen
aufgrund einer veränderten Rechtslage beim staatlichen
Lotteriemonopol würden zu
einer Halbierung „der freiwilligen Leistungen“ im Staatshaushalt führen. Konkret genannt wurde eine Halbierung der staatlichen Zuschüsse
für Altenhilfe, Jugendarbeit, Sport, usw.
Während
also bei den vom Finanzminister und dem Innenminister derzeit mit
harten Bandagen verteidigten Einnahmen des staatlichen
Lotteriemonopols keinerlei Zweckbindung für den Sozialbereich
besteht, wären die Schwachen der Gesellschaft selbstverständlich die
ersten, bei denen der Finanzminister ausbleibendes Geld wieder
hereinzuholen gedenkt.
4. Als
Fazit bleibt festzuhalten,
dass Bayern mit diesem Kurs offen Gefahr
läuft, den Verfassungsauftrag
des Sozialstaates aufzugeben. Es ist Aufgabe der
sozialdemokratischen Politik, auf diese skandalösen Entwicklungen in
aller Deutlichkeit hinzuweisen.
III.
CSU
und Bayerische Staatsregierung bewegen sich damit ganz auf der Höhe
des derzeit herrschenden Zeitgeistes. Gesellschaft
und Wirtschaft stellen sozialstaatliche Grundsätze offen in Frage. An
die Stelle einer sozialstaatlichen Verbindlichkeit der öffentlichen Fürsorge
tritt weder eine Mildtätigkeit
kirchlicher oder mäzenatischer
Prägung. Man schwadroniert von „Compassion“ und meint doch in
Wirklichkeit nur noch organisiertes Mitleid. Symptomatisch für diese
Entwicklung steht die Aussage eines Nationalökonomen, der zur
Sicherung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rät zu
Lohnsenkungen, einem Abbau des Sozialstaates, Deregulierung und einer
Stärkung der Gewinnerwartung der Unternehmen. Ergänzt wird dies mit
dem Hinweis, „sich um die Verlierer zu kümmern ist Aufgabe der
Diakonie“. Deutlicher kann man nicht mehr machen, dass man den
Sozialstaat herkömmlicher Prägung überwinden und es nur noch zur Privatangelegenheit
der Wohltätigen machen will, die Wunden des Marktes zu verbinden.
Die gegenwärtigen Entwicklungen in Bayern leisten einem solchen Verständnis
ebenso Vorschub wie ein inflationärer – und damit auch verräterischer
– Gebrauch des Begriffs „Eigenverantwortung“, der zunehmend als
bloße Selbstverantwortlichkeit verstanden wird.
IV.
Aufgabe einer sozialen und demokratischen Politik
ist demgegenüber
-
die
Errungenschaft eines an der Würde des Menschen orientierten
Sozialstaatsverhältnisses zu verteidigen
-
die falsche Politik
einer Privatisierung originär
gesamtgesellschaftlicher Aufgaben zu beenden
-
Solidarität
als lebensnotwendiges Band des gemeinsamen
Zusammenhalts der Gesellschaft einzufordern
- und staatliches
Handeln tatsächlich daran auszurichten
- den Stellenwert
der freien gemeinnützigen Wohlfahrtspflege neu zu festigen als
Ausdruck echter Subsidiarität bei der staatlichen Aufgabenerfüllung und
entsprechend der aus dem Subsidiaritätsprinzip der katholischen
Soziallehre wie der Staatslehre fließenden Unterstützungspflicht
in planungssicherer Weise arbeits- und leistungsfähig zu
erhalten.
Aufgabe
sozialer und demokratischer Politik ist es nicht zuletzt, den Dialog
all derer am Leben zu erhalten, die – ggf. über alle anderen
Grenzen hinweg – ein Sozialstaatsverständnis eint, wie es Jochen
Wahnschaffe heute in Erinnerung gerufen hat.
Treten wir der Politik des kalten Herzens gegenüber –
treten wir ein für Gerechtigkeit, Solidarität und allgemeine
Wohlfahrt.
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SPD
Ortsverein Altdorf
Hartmut
Romig
Steingrubenweg 2
90518
Altdorf
09187
8770
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