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Ausgabe September 2006

Inhalt

 

Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann

  

In der letzten Ausgabe der LUPE habe ich mich Ihnen politisch vorgestellt, angefangen mit dem Bereich, der mich auch beruflich am stärksten berührt: Stadtentwicklung, Bauen, Verkehr und Umwelt. In dieser Ausgabe möchte ich zu anderen mir wichtigen Themen Position beziehen. Diese Position ist dabei dieselbe, die ich in meiner bisherigen zehn-jährigen Stadtratstätigkeit bezogen habe. Ich kann und will mich für die anstehende Bürgermeisterwahl nicht neu erfinden. Für das, wofür ich heute stehe, bin ich auch bisher im Stadtrat eingetreten.

Eine „kind-gerechte“ Stadt
Nicht nur weil ich selbst derzeit in der persönlichen Situation und Vater von drei Kindern bin, will ich mich ganz entschieden dafür einsetzen, dass Altdorf eine „kindgerechte Stadt“ wird. Betreuungsangebote für alle Alterstufen wie attraktive Kinderspielplätze, sichere Verkehrswege und städtische und private Freizeitangebote gehören hier genauso dazu, wie preiswertes Wohnbauland und das entsprechende Umfeld. Durch alle diese Maßnahmen können wir dafür sorgen, dass junge Familien mit Kindern nach Altdorf ziehen. Wir müssen die Bedürfnisse dieser jungen Familien berücksichtigen und auch die Wünsche der Kinder und Jugendlichen respektieren. Unser Kinderspielplatzfest hat mir gezeigt, dass auch Kinder sehr konkrete Wünsche und Ansprüche an die Politik haben. Und sie verdienen es, gehört zu werden. Deswegen möchte ich neben den „normalen“ Bürgermeistersprechstunden auch regelmäßige Kindersprechstunden einführen, bei denen Kinder und Jugendliche frei von der Leber weg ihre Vorstellung und Wünsche äußern können.

Eine „senioren-gerechte“ Stadt
Es ist allseits bekannt, Deutschland wird eine immer älter werdende Gesellschaft. Dieser demografischen Entwicklung müssen wir auch als Kommune Rechnung tragen und die Bedürfnisse und Ansprüche von älteren Menschen besonders berücksichtigen. Dazu gehört beispielsweise das „barrierefreie Bauen“ genauso wie spezielle städtische Angebote im Bereich Freizeit und Kultur oder die Unterstützung gerade der Verbände und Vereine, die sich in Seniorenarbeit besonders engagieren. Dazu gehört aber auch die Einbeziehung des Seniorenbeirats in allen politischen Entscheidungen.

Eine „unternehmer-gerechte“ Stadt
Altdorf ist auch ein Wirtschaftsstandort, eine Stadt mit Betrieben und Arbeitsplätzen. Auch das muss weiter ausgebaut und gefördert werden. Nicht nur weil Unternehmen Geld in die städtischen Kassen bringen, sondern auch weil es wichtig ist, dass die Menschen, die hier leben, auch hier Arbeit finden können. Und weil von Handwerksbetrieben und Handel, Dienstleistungsunternehmen und Industriebetrieben die Stadt auf unterschiedlichste Weise profitiert. Sie gewinnt an Attraktivität und Lebensqualität, sie hat wertvolle Partner für unterschiedlichste Arten der Zusammenarbeit. Bestehende Kontakte zur Wirtschaft auszubauen und neue Kontakte zu knüpfen ist mir dabei ganz wichtig. Regelmäßige Unternehmensbesuche sind eine Möglichkeit für diese Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wirtschaft, die Einbindung von Betrieben und Unternehmen in die städtische Politik eine andere. Dabei ist mir der Ein-Mann-Handwerksbetrieb genauso wichtig wie das Großunternehmen mit vielen hundert Arbeitsplätzen. Die Ansiedlung von neuen Betrieben in Altdorf wird bei mir zur „Chefsache“.

Eine vielfältige und attraktive Stadt
Der Haushalt der Stadt Altdorf 2006 ist überraschend gut ausgefallen. Das hat leider wenig mit den durchaus ehrenwerten Sparbemühungen des Stadtrates zu tun. Einflüsse von Außen, insbesondere die hohen staatlichen Schlüsselzuweisungen lassen unseren Haushalt derzeit so gut aussehen. Das Zeichen für Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden. Gerade weil der Haushalt so fremdbestimmt ist, kann das im nächsten oder übernächsten Jahr wieder ganz anders aussehen. Die Haushaltskonsolidierung muss daher weitergehen und über jede Ausgabe muss dreimal nachgedacht werden. Dies darf aber nicht dazu führen, dass städtische Einrichtungen, die wertvoll und wichtig für die Attraktivität Altdorfs sind, zu Tode gespart werden. Wir dürfen uns nicht fragen, „Können wir uns das überhaupt noch leisten?“, sondern „Können wir uns überhaupt leisten, darauf zu verzichten?“ Sicherlich, Stadthalle und Bücherei, Jugendzentrum und Musikschule, Volkshochschule und Museum, Sportförderung und Vereinsbezuschussung kosten uns jährlich eine schöne Stange Geld. Solche wichtigen Einrichtungen aber nicht mehr zu haben, solch wichtige Unterstützung nicht mehr zu geben, führt zwangsläufig zu einer unattraktiven und wenig lebenswerten Stadt. Denn sich nur auf die Pflichtaufgaben zu beschränken, wie es mancher Stadtrat in der Hitze des Gefechts schon mal unüberlegt von sich gibt, wäre ein Armutszeugnis für die Stadt Altdorf, im wahrsten Sinne des Wortes. Und wenn man über 2,5 Millionen Euro städtischer Mittel in eine einzige Straße steckt, dann darf man Kinder und Jugend, Bildung und Kultur erst recht nicht vernachlässigen.

Eine transparente Stadt 
In alle politischen Entscheidungen will ich gesellschaftliche Gruppen, Verbände und Vereine wie einzelne betroffene Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld direkt einbinden. Dies gilt natürlich im besonderen Maße für die von der Stadt eingerichteten Arbeitskreise, Seniorenbeirat und „Mobil mit Handicap“. Hier kann man auf einem soliden Fundament aufbauen. Bürgermeister Rainer Pohl hat die regelmäßigen Bürgersprechstunden und Bürgerversammlungen wieder eingeführt, diese werde ich selbstverständlich fortsetzen. Alle Entscheidungen der Politik, alle Maßnahmen der Stadt Altdorf müssen zu den Bürgerinnen und Bürgern transportiert werden, müssen verständlich dargestellt und transparent gemacht werden. In der Öffentlichkeitsarbeit gibt es viel zu verbessern, konventionell mit der entsprechenden Pressearbeit, aber auch zeitgemäß mit Internet. Andere Kommunen machen es uns vor und veröffentlichen alle ihre Beschlüsse auf ihrer Homepage, warum also auch nicht die Stadt Altdorf? Ein effizientes „Bürgerbeschwerde-Management“ werde ich neu aufbauen. Das bedeutet, dass alle Anregungen, Bedenken und Beschwerden, die an den Bürgermeister im persönlichen Gespräch herangetragen werden, die ihn telefonisch, per E-Mail oder wie auch immer erreichen, innerhalb der Verwaltung in kürzester Zeit geklärt und vom Bürgermeister schriftlich beantwortet werden. Und dauert eine solche Klärung länger, gibt es die entsprechende Zwischenmitteilung, damit der, der das Anliegen vorgebracht hat, auch weiß, dass man sich darum kümmert.

 

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Kindermund

Beim Kinderspielplatzfest der SPD konnten Kinder – aber auch Eltern – ihre Wünsche an die Kommunalpolitik zu Papier bringen und an einen „Wunschbaum“ heften. Aus den rund 20 Wunschzetteln eine kleine Auswahl:

Stefan (7) wünscht sich einen Fußball und Leonie (6) ein Meerschweinchen. Diese Wünsche gehen natürlich an die Eltern, da können Stadt und Stadtrat wenig helfen. Aber Jasmin und Julia wünschen sich auf dem Kinderspielplatz Donellusstraße noch eine „Kleterstange“. Vor allem Jasmin verlieh ihrem Wunsch den entsprechend Nachdruck: „Ich wünsche mir so sehr eine Kleterstange“. Diese Investition sollte im städtischen Etat doch hoffentlich noch möglich sein.

Gleich acht Mal wurde der Wunsch geäußert, im Neubaugebiet an der Heinrich-Späth-Straße einen weiteren Spielplatz zu errichten. Offensichtlich kennen die jungen Altdorferinnen und Altdorfer den Bebauungsplan gut. Denn tatsächlich war ursprünglich ein weiterer Spielplatz vorgesehen. Der ist jedoch zwischenzeitlich zum Bauplatz gemacht worden. Dafür gibt es am Ende der Heinrich-Späth-Straße ein Grundstück, das für einen Kindergarten vorbehalten ist. Und nachdem ein Kindergartenneubau in Altdorf derzeit kein Thema ist, bleibt diese Fläche zunächst als öffentliche Grünfläche erhalten.

Viele Kinder wünschen sich auch das lange versprochene Hallenbad oder „Halmbad“, wie auch zu lesen war. Da kann die SPD ehrlicherweise wenig Hoffnung machen, denn diese Investition und ihre Folgekosten sind mit der „Kleterstange“ kaum vergleichbar.

Auch die Eltern äußerten ihre Wünsche. Der Spielplatz Donellusstraße braucht eine vernünftige Bepflanzung und noch das eine oder andere Spielgerät, vor allem für kleinere Kinder. Es gebe wenig Schatten, wurde bemängelt, und die eine Tisch-Bank-Kombination sei zu wenig. In den Straßen werde zu schnell gefahren, an 30-km-Beschränkung oder an den verkehrsberuhigten Bereich halte sich niemand. Kinderumfragen wünschte man sich auch. SPD-Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann hat mit seiner Idee der Einführung regelmäßigen Kindersprechstunden dieses wichtige Thema bereits aufgegriffen.

Das Kinderspielplatzfest kam anscheinend gut an, denn „öfter Spielplatzfeste“ wünschten sich auch einige. Und über Jürgens (so um die 40) „Danke für das tolle Fest“ hat sich die SPD besonders gefreut. Also müssen wir Spielplatzfeste öfters veranstalten – versprochen.

 

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Hir schenkreuzung

Es tut sich was an der „Hirschenkreuzung“, an der Einmündung der Fischbacher in die Nürnberger Straße, wo der mächtige, Anfang des 19. Jahrhundert erbaute Sandsteinbau, das ehemalige Gasthaus „Zum Goldenen Hirsch“, steht. Schon seit geraumer Zeit wurde dort eine „abknickende Vorfahrtsregelung“ eingeführt und die neue Verkehrsführung provisorisch abmarkiert. Die staatliche Straßenbaubehörde hatte diese Regelung wegen der Baustelle Westtangente veranlasst. Selbst einige Stadträte waren damals von der Maßnahme überrascht.

Aber jetzt ist doch der Stadtrat gefordert, denn nach Fertigstellung wird die Westtangente neue Staatsstraße und die Nürnberger und Fischbacher Straße werden zur Ortsstraße herabgestuft. Damit liegt dann auch die Hirschenkreuzung in der Planungshoheit der Stadt Altdorf.

Und es spricht eigentlich alles dafür, die jetzige Regelung beizubehalten und den Kreuzungsbereich entsprechend umzubauen. Schon 1990 hatte SPD-Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann in seiner Diplomarbeit über die Umgestaltung des Marktplatzes geschrieben:

Als ergänzende Maßnahme der Verkehrsberuhigung des Marktplatzes - als "Vor-Verkehrsberuhigung" - werden die Neumarkter Straße ab Einmündung Schießhausstraße und die Nürnberger Straße ab Einmündung Fischbacher Straße verkehrsberuhigt. Die bislang bevorrechtigte Fahrtrichtung "Geradeaus" wird durch rechtliche und gestalterische Maßnahmen in die bevorrechtigte Fahrtrichtung "Rechts" bzw. "Links" abgeändert. Dadurch wird die Einfahrt in den Marktplatzbereich als die untergeordnete Fahrtrichtung deutlich gemacht.

Aber auch die Idee eines „kleinen Kreisverkehrs“ – ohne hier der CSU das Erstgeburtsrecht streitig machen zu wollen – hat vieles für sich und muss ernsthaft geprüft werden. Ob Kreisverkehre überhaupt möglich sind und welche Dimensionen erforderlich sind, ist immer von der jeweiligen Situation abhängig. Anhand der errechneten Zuströme aus den angeschlossenen Straßen, anhand der „Verkehrsbelastungszahlen“ kann man in einem komplizierten Verfahren die Machbarkeit und die technische Ausbildung eines Kreisverkehrs errechnen. Die LUPE hat anhand des digitalen Lageplans festgestellt, dass ein Kreisverkehr mit 24 m Durchmesser auf die Kreuzung passt, ohne dass Eingriffe in Privatgrund erfolgen müssten. Nach Aussagen von Verkehrsplanern reicht das locker für einen Kreisverkehr mit einer Belastung von 15.000 Fahrzeugen und für ein dreiachsiges Müllfahrzeug oder einen Bus, zwar nicht für einen Gelenkbus, aber den gibt es in Altdorf ja auch nicht.

Egal ob abknickende Vorfahrt oder kleiner Kreisverkehr, ein Umbau der Hirschenkreuzung und eine Änderung der ursprünglichen Regelung ist notwendig und muss im Stadtrat diskutiert und geprüft werden. Eine Rückkehr zur alten Lösung mit Linksabbiegerspur in die Fischbacher Straße wäre die schlechteste aller Lösungen. Und egal für was man sich letzten Endes entscheidet, am allerwichtigsten ist, an allen drei Stellen mindestens Querungshilfen für Fußgänger, besser noch Fußgängerüberwege zu schaffen, den an der Hirschenkreuzung fahren nicht bloß viele Autos, sondern wechseln auch viele Fußgänger die Straßenseite. Ella und Ann-Kathrin, Leon und Marcel und all die anderen sollen ja sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen.

 

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Endlich mal was Positives

So möchte man den einstimmigen Beschluss des Altdorfer Stadtrates zur Verlängerung der Mittagsbetreuung in der Grundschule Altdorf kommentieren. Bisher war es möglich gewesen, Kinder in der Grundschule nach dem Unterrichtsende bis 14 Uhr betreuen zu lassen. Auf Anregung von Schulleitung und Elternbeirat wurde nun beantragt, die Betreuungszeit bis 15.30 Uhr auszuweiten. Dies ist eine Verbesserung, die eine wesentliche Erleichterung für berufstätige Eltern, ob alleinerziehend oder nicht, darstellt.

Gerade in Zeiten, wo über Geburtenrückgang, Überalterung der Gesellschaft und zeugungsunwillige Eltern geklagt wird, müssen viele Maßnahmen wie diese dazu beitragen, dass sich an der Kinderbetreuungssituation etwas ändert. Im Gegensatz zu den meisten anderen industrialisierten Ländern dieser Erde, wo die Ganztagesschule längst Alltag ist, stehen bei uns Eltern immer wieder vor dem Problem, dass die Kinder am frühen Nachmittag schon wieder zu Hause auf der Matte stehen. Vor allem Mütter zwingt dies entweder in eine teilzeitliche Berufstätigkeit, wo Stellen kaum verfügbar sind, oder dazu, auf eine berufliche Tätigkeit ganz zu verzichten.

Aus diesem Grund sind Initiativen wie die Verlängerung der Mittagsbetreuung an der Grundschule auf jeden Fall lobenswert. Das Ganze wird auch durch Personalaufstockung unterfüttert. Zwar wird die Inanspruchnahme der Betreuung dadurch auch teuerer, aber 31,50 Euro pro Monat dürfte für die meisten Eltern noch in Ordnung gehen. Ein tolle Sache also! Wie schön, dass man sich im Stadtrat ohne weitere Diskussionen einig war.

 

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Bolzplatz in Gefahr

Im ehemaligen Rentamtsgarten gibt es schon seit Jahren einen stark frequentierten Bolzplatz. Sogar schon ein Länderspiel Deutschland gegen England fand dort im „Altdorfer Rahmenprogramm“ zur WM statt. Der Bolzplatz ist nun akut gefährdet. Der CSU-Bürgermeisterkandidat will dort – wie sollte es auch anders sein – einen innenstadtnahen Parkplatz errichten.

Zugegeben, 1993 hat die Stadt Altdorf die Fläche vom Freistaat Bayern für 123.400,00 DM zweckgebunden für die Errichtung eines Parkplatzes gekauft. Aber die Zeiten haben sich geändert. War es 1993 vielleicht wirklich ein nahe liegender Gedanke, so sind in den letzten Jahren sind doch wahrlich genug Parkplätze am Altstadtrand entstanden: hinter dem Jugendhaus, an der Stadthalle und an der Südtangente. Diese innenstadtnahen Parkplätze sind ja auch ständig überfüllt. So überfüllt, dass am Parkplatz hinter dem Jugendhaus zwischenzeitlich einige Stellplätze fest vermietet worden sind, um die Fläche überhaupt zu füllen.

Gerne wird dann auch von den Parkplatzfetischisten angeführt, es sei vertraglich geregelt, wenn die Stadt Altdorf keinen Parkplatz baue, müsste die Fläche an den Freistaat zurückgegeben werden. Tatsächlich steht aber im Vertrag „Die Käuferin (also die Stadt Altdorf) verpflichtet sich, das Grundstück (…) innerhalb einer Frist von fünf Jahren ab dem Tage der Beurkundung zu einem öffentlichen Parkplatz (…) auszubauen oder die Grundstücksflächen auf Verlangen wieder herauszugeben.“ In diesem Fall hätte der Freistaat Bayern ein Wiederkaufsrecht. Die Beurkundung war am 30. März 1993, die Fünf-Jahres-Frist ist also längstens vorbei und der Freistaat hat das Grundstück bis jetzt nicht zurückverlangt und wohl auch keinen Anspruch mehr darauf.

SPD-Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann hat sich mehrfach öffentlich für den Erhalt dieses Bolzplatzes ausgesprochen und wird sich politisch dafür gemeinsam mit der SPD-Stadtratsfraktion in Zukunft einsetzen. Auch der charmante, kleine Fußweg zum Mühlweg müsste dann nicht als Zufahrtsstraße ausgebaut werden.

Kuriosität am Rande: Der CSU-Kandidat schreibt in seiner Postille, er werde sich „durch Verhandlungen mit dem Innenministerium“ dafür einsetzen, dass vom Rentamtsgarten eine kurze und direkte Fußwegeverbindung zum Schlossplatz geschaffen werden. Die kurze und direkte Fußwegeverbindung ist ebenfalls seit 1993 bereits im Besitz der Stadt Altdorf und wartet seit dieser Zeit auf ihrem Ausbau zum öffentlichen Fußweg. Man prahlt eben gerne mit seinen guten Kontakten zur Bayerischen Staatsregierung. Wenn´s hilft?

 

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Stadtteilspaziergänge mit Ernst Bergmann

Der SPD-Bürgermeisterkandidat Ernst Bergmann hatte Bürgerinnen und Bürger zu  Stadtteilspaziergängen im Westen, Nord-Osten und Süden von Altdorf eingeladen. Am meisten interessierte das Thema Verkehrsberuhigung bzw. wie kann die Stadt dafür sorgen, dass die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten eingehalten werden. Am Berglein wollen Anwohner die jetzige Regelung beibehalten. Zum S-Bahn-Parkplatz geht es über die Straße „Am Berglein“, vom S-Bahn-Parkplatz nur über den Birkenweg. Dadurch sei die Belastung durch an- und abfahrende Autos gleichmäßig verteilt. Auch Ernst Bergmann sieht keine Veranlassung, die jetzige Regelung zu ändern, sie habe sich seiner Meinung nach doch bewährt.

Von einer Versetzung des Ortschilds in der Neumarkter Straße wieder weiter stadtauswärts versprechen sich Anwohner in diesem Bereich eine Geschwindigkeitsreduzierung des stadteinwärts-fahrenden Verkehrs. Die Lärmbelästigung und die Gefährdung seien deutlich gestiegen, nachdem das Ortsschild seit Bau der Südumgehung stadteinwärts verlegt wurde. Außerdem habe es zwei Unfälle mit Kindern gegeben, weil Autos zu schnell gefahren seien. Der Standort der Ortsschilder sei ein ewiger Kampf mit den zuständigen Straßenbaubehörden, aber Ernst Bergmann sah keinen Grund, hier nicht im Sinne der Anwohner immer wieder tätig zu werden.

Wie das Einhalten der Schritt-Geschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen durchsetzen? Offensichtlich genüge das entsprechende Verkehrsschild nicht. Anwohner der Beegstraße bemängelten, dass dieses Problem nicht schon beim Aufstellen der Bebauungspläne bedacht und geeignete bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und -lenkung mit eingeplant wurden, z. B. durch Aufpflasterungen oder Änderungen des Straßenbelags. Und auch mit nachträglich aufgestellten Pflanztrögen wie in der z. B. in der Zöllerstraße habe man doch schließlich gute Erfahrungen gemacht. Ernst Bergmann bestätigte, dass rechtliche Maßnahmen alleine nicht zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit führen, zumal es seit der Abschaffung der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung kaum Sanktionen für zu schnelles Fahren in Wohngebieten gebe. Auch wenn die CSU die „schnelle und unbürokratische“ Schaffung des verkehrsberuhigten Bereichs in der Beegstraße rühme, hat sich offensichtlich nichts Wesentliches verbessert. Das kleine Schildchen am Laternenmast werde nicht wahrgenommen, das bestätigten auch die Anwohner. „Trotz Spielstraße lasse ich meine Kinder nicht auf dieser Straße spielen, das ist mir zu gefährlich“, so eine der anwesenden Mütter.

Im Fürstenschlag führte Heinz Geyer, einer der drei Vorsitzenden der Wärmeliefergenossenschaft in das Heizkraftwerk und erläuterte die gerade angelaufenen Umbaumaßnahmen. Ab spätestens Februar 2007 will die Genossenschaft das Heizwerk mit Hackschnitzel betreiben und damit zumindest in großen Teilen vom Heizöl abkommen. Ernst Bergmann lobte diese energiepolitische Initiative ausdrücklich und freute sich, dass damit wohl auch die laufenden Heizkosten der Genossenschaftsmitglieder gesenkt werden können.

Auf die Zukunft der großen landwirtschaftlichen Fläche zwischen Heizhaus und Riedener Straße angesprochen, machte Ernst Bergmann deutlich, dass er nicht der Meinung sei, die Fläche müsse schnellstens einer Bebauung zugeführt werden. Jede Flächenversiegelung beeinträchtige Natur und Landschaft, zumal in diesem Bereich auch wertvolle Feuchtflächen vorhanden sind, die unbedingt erhalten werden müssen. Allerdings weise der Flächennutzungsplan der Stadt Altdorf, der jetzt seit zehn Jahren gültig sei, diese Fläche schon immer als Wohnbauland aus. Und bevor man an die große Stadterweiterung im Norden gehe, müsse man an die weitere Aufstellung von Bebauungsplänen an anderen Stellen nachdenken, sofern der Bedarf entstehe. Derzeit aber – so seine Entwarnung an besorgte Bürger – gebe es aber seiner Ansicht nach keinen Bedarf, in diesem Bereich tätig zu werden.

Schließlich ist im Fürstenschlag immer der Erhalt des Minimal-Marktes ein Thema, ist er doch für den gesamten östlichen Bereich das einzige Nahversorgungszentrum. Ernst Bergmann teilte die Ansicht der anwesenden Bürgerinnen und Bürger, dass es für den Osten Altdorf ein herber Verlust wäre, wenn der Lebensmittelmarkt seine Pforten schließen würde, teilte aber auch die Ansicht, dass dies nicht ausgeschlossen werden könne. Die Kommunalpolitik könne leider auf wirtschaftliche Entscheidungen wenig bis keinen Einfluss nehmen, er wisse aber, dass Bürgermeister Rainer Pohl hier mit den Verantwortlichen in ständigen Kontakt stehe, um den Markt an dieser Stelle zu sichern. Und doch sei die Politik gefordert, wenn es nämlich darum geht, einen Standort für ein Nahversorgungszentrum für den Osten Altdorf zu finden. Aber auch dies gestalte sich sehr schwer. Er empfahl allen Anwesenden den Lebensmittelmarkt auch entsprechend zu nützen, denn in erster Linie sichere der entsprechende Umsatz den Erhalt.

 

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Westtangente - falsche Nachricht zur falschen Zeit

Erich Odörfer und seine Straßenbaumeister müssen sich wie bei einem Kollaps ihres Ampel-Gesamtkunstwerks an der Rieger-Kreuzung vorgekommen sein. Sämtliche Warnsignale auf Rot und die Angst unvermittelt ausgebremst zu werden. Was war passiert? Das Staatliche  Bauamt Nürnberg, also eine Stoiber-Behörde und bestimmt nicht die SPD-Parteizentrale, hatte eine plötzliche Kostensteigerung von 800.000 EURO für den Bau der umstrittenen Westtangente und damit auch eine höhere Belastung für die Stadt vorhergesagt. Vorgerechnet hatte diese heikle und nicht für alle unerwartete Entwicklung, ein Baurat der Behörde in einem Vermerk, der per Fax an die Stadt Altdorf ging. Bürgermeister Pohl informierte in der Stadtratssitzung am 27. Juli über diese Schätzung und mögliche Auswirkungen auf den städtischen Haushalt. Das hätte er lieber nicht getan oder wohl nur, wenn sich eine sensationelle Kosteneinsparung abgezeichnet hätte. Der Zeitpunkt war einfach „saublöd“.  Zwei Monate vor der Bürgermeisterwahl solche Botschaften über Odörfers Lieblingsprojekt an die Öffentlichkeit zu bringen, grenzte offenbar an Majestätsbeleidigung. Ob die Prognose der staatlichen Berechner nun eintritt oder nicht, die Diskussion oder besser Nicht-Diskussion im Stadtrat darüber war echt bizarr. Bürgermeister Pohl durfte sich gelegentlich für seine Informationsweitergabe verteidigen, aber ansonsten ging es ab, wie beim schönsten Endlos-Kreisverkehr - Odörfer, Eckstein, Haubner, Dr. Eckstein, Dr. Pöllot und immer wieder Erich Odörfer diskutierten quasi mit sich selbst, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Irgendwie wurden auch alle immer aufgeregter, obwohl oder gerade weil sich aus der SPD-Fraktion niemand in diese ausufernden Selbstbetrachtungen einmischte. Fast so etwas wie Höhepunkte dieser vorbeugenden Vorneverteidigung waren dann eine verblüffende Erkenntnis des unvergleichlichen Ratsherrn Haubner und die Zahlenakrobatik des 2. Bürgermeisters. Haubner stellte in aller Schlichtheit fest, dass hier wieder ein Wahlkampfmanöver der SPD aufgeflogen sei und Erich Odörfer hätte es mit noch etwa 10 Minuten mehr Redezeit und etwas Magie bestimmt geschafft, aus 800.000 EURO Mehrkosten eine faszinierende Kostenersparnis zu machen. Beides Ergebnisse, die sich aus dem simplen Vermerk einer Staatsbehörde bestimmt nicht herleiten lassen.

 

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