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Ausgabe Dezember 2005
Inhalt
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Sag
beim Abschied leise Servus…
Abschied
von einer sehr bescheidenen Institution – so könnte man den Rückzug
von Adolf Lades als „Kümmerer“ des Altdorfer Doktorsgärtleins
bezeichnen. Seit Eröffnung des Gärtleins hat Lades sich in seiner
ihm eigenen, zurückgenommenen Art und nichtsdestotrotz mit sehr viel
Sachverstand und Liebe um den Garten hinter dem Universitätsmuseum
gekümmert.
Wer
einmal eine Gartenführung mit ihm erlebt hat, der weiß, dass er zu
jeder seiner Pflanzen etwas zu erzählen wusste, manchmal rein
informativ, oft auch witzig und mitunter ein wenig gruselig. Seine
Besucher dankten es ihm mit großer Aufmerksamkeit und waren
begeistert. Sein Wissen über historische Pflanzen, seine Erläuterungen
zum Eichstätter Pflanzenbuch „Hortus Eystettensis“, das er fast
ehrfürchtig präsentierte, waren beeindruckend.
Nicht
alltäglich auch seine offene und für das Gärtlein und seine
Besucher gewinnbringende Haltung zur modernen Kunst und den regionalen
Künstlern, die das Gärtlein mit ihren Werken bereicherten. Auch wenn
man ein Werk nicht gleich schätzen könne oder möge, so könne man
doch genießen, dass der Geist sich an solchen Herausforderungen reibt
– ein echtes Zeichen von Zivilisation, Kultur und Menschlichkeit.
Ob
sich ein Nachfolger findet, bleibt abzuwarten. In Zeiten, da das
Ehrenamt immer weniger gewürdigt wird, wird dies sicher nicht
einfach. Umso höher ist das einzuschätzen, was Adolf Lades all die
Jahre unentgeltlich für seine Stadt und viele Bürger, nicht nur
Altdorfer, getan hat. Die LUPE-Redaktion sagt danke!
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Unmut in Hagenhausen
oder „Wie nützlich ist die Kunst,
zu rechter Zeit zu lügen“
Viel
Unmut herrscht über die Straßenführung im neuen Baugebiet „Auf
der Leiten“ in Hagenhausen. Die Straßen seien zu schmal, die
Zufahrten zu eng, die Straßenführung unsinnig, benutzerfeindlich.
So beklagt sich die CSU-Postille AKZENTE in ihrer letzten Ausgabe
und gibt die Stimmung des Ortsteils wider – man ist ja „näher
am Bürger“. Und für den ganzen Mist macht der Autor und
Ortsvereinsvorsitzende Thomas Kramer auch gleich den Schuldigen aus
– das Ganze stammt ja aus der dunkelsten Ära der Altdorfer
Geschichte, als versehentlich nicht wie gewohnt die CSU, sondern
ausnahmsweise die SPD die stärkste Fraktion im Altdorfer Stadtrat
war und in dieser Zeit alles in den Keller fuhr.
Wenn
man der SPD-Stadtratsfraktion im Zusammenhang mit der Westtangente
immer „Erinnerungslücken“ unterstellt hat, dann ist das, was
jetzt in der AKZENTE steht, mindestens als Komplettausfall weiter
Teile des Kleinhirns mit einem schweren Fall von Gedächtnisschwund
zu bezeichnen. Es ist ja nicht das erste Mal, dass die CSU für
alles was in der Stadtratsperiode vom 01.05.1996 bis 30.04.2002
schief gegangen ist, der SPD die Schuld gibt. Aber auch durch ständiges
Wiederholen wird es nicht richtig.
Man möge sich erinnern: Zwischen 1996 und 2002 hatte die
SPD-Stadtratsfraktion neun Sitze im Stadtrat, ebenso die CSU. Keine
der beiden Parteien verfügte über eine eigene Mehrheit, die ja
erst bei 13 Sitzen gegeben wäre. In den so genannten „kleinen“
Ausschüssen wie Bau- oder Verkehrsausschuss hatte die SPD – da
bleibt Kramer ausnahmsweise einmal bei der Wahrheit – tatsächlich
mit dem Bürgermeister fünf von insgesamt neun Stimmen. Da konnte
die SPD wirklich alle anderen Ausschussmitglieder überstimmen.
Nun
geht es in Hagenhausen aber um einen Bebauungsplan. Und irgendwie
hat dem Kramer keiner gesagt, dass Bebauungspläne im
Stadtentwicklungsausschuss vorberaten und im Stadtrat beschlossen
werden. Und der Stadtentwicklungsausschuss ist ein so genannter
„großer“ Ausschuss mit zwölf Stadträten und Bürgermeister.
Und von diesen 13 Stimmen hatte die SPD sechs, die CSU vier, die FWG
zwei und die GRÜNEN einen Sitz. Also muss man feststellen, dass die
Entscheidungen bezüglich des Bebauungsplans „Auf der Leiten“
keineswegs in einem Ausschuss gefallen sind, in der die SPD mit dem
Bürgermeister über eine Mehrheit verfügte. Letztlich sind die
ganzen Abstimmungsergebnisse in den Vorberatungen aber irrelevant,
da der gesamte Stadtrat einen Bebauungsplan beschließt und erlässt.
Und im gesamten Stadtrat hatte die SPD damals zehn Sitze von
insgesamt 25 – für Thomas Kramer offensichtlich eine stabile
Mehrheit.
Werfen
wir einen Blick zurück auf die Beschlüsse, die beim Bebauungsplan
„Auf der Leiten“ vom Aufstellungs- bis zum Satzungsbeschluss
gefallen sind:
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23.07.1998
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Stadtrat
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Beschluss
zur Aufstellung des Bebauungsplans und Vergabe der Planung an
das Architekturbüro Scharrer und Hirschmann
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23:0
ang.
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26.01.1999
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Stadtentwicklungs-ausschuss
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Zustimmung
zum Bebauungsplan und zum Erschließungskonzept
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12:0
ang.
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27.07.1999
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Stadtrat
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Billigung
des Entwurfs des Bebauungsplans und Freigabe zur vorgezogenen
Bürgerbeteiligung
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20:1
ang.
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14.09.1999
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Stadtentwicklungs-ausschuss
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Behandlung
der Bedenken und Anregungen u. a. Verbreiterung der Erschließungsstraßen
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12:0
abgel.
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10.02.2000
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Stadtentwicklungs-ausschuss
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Verbreiterung
der Erschließungsstraßen von 5,50 m auf 6,00 m
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8:4
abgel.
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02.03.2000
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Stadtrat
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Billigung
des Bebauungsplan und Freigabe zur öffentlichen Auslegung
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18:5
ang.
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12.10.2000
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Stadtentwicklungs-ausschuss
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Behandlung
der Bedenken und Anregungen u. a. Verbreiterung der Erschließungsstraßen
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13:0
abgel.
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07.12.2000
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Stadtrat
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Bebauungsplan
wird Satzung
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18:3
ang.
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23.04.2002
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Stadtrat
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Geringfügige
Änderung bei einer Bauparzelle
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22:0
ang.
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13.06.2002
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Stadtentwicklungs-ausschuss
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Verschiedene
Änderungen aufgrund des Umlegungsverfahrens
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13:0
ang.
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25.07.2002
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Stadtrat
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Billigung
des Änderungsentwurf und Freigabe zur öffentlichen Auslegung
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23:1
ang.
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26.09.2002
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Stadtrat
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1.
Änderung des Bebauungsplan
Tekturplan
1
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22:1
ang.
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28.11.2002
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Stadtrat
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2.
Änderung des Bebauungsplan
Tekturplan
2
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25:0
ang.
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16.01.2003
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Stadtentwicklungs-ausschuss
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Behandlung
von Anregungen und Änderungswünschen
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12:0
abgel.
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30.01.2003
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Stadtrat
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Bebauungsplan
Tekturplan 2 wird Satzung
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20:1
gen.
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Man
sieht also, dass nahezu alle Beschlüsse einstimmig oder zumindest
mit deutlicher Mehrheit gefallen sind und an keiner Stelle eine
verzweifelt kämpfende CSU von roten Horden überstimmt wurde. Es
ging ja rechnerisch auch gar nicht.
Nun
will die LUPE bei weitem nicht behaupten, dass im Bebauungsplan in
Hagenhausen alles richtig gemacht wurde. Eine Reihe von
Nachbesserungen, die der Stadtrat veranlassen musste, hätte sich
bei sorgfältigerer Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten sicher
vermeiden lassen. Und auch keine Stadtratsentscheidung ist
fehlerfrei. Es kommt immer wieder vor, dass im Nachhinein
festgestellt wird, dass eine andere Lösung vielleicht doch die
bessere gewesen wäre.
Aber wer etwas macht, macht auch Fehler. Zu diesen muss man stehen,
auch und gerade als Stadtrat. Die Fehler ausschließlich den anderen
zuzuschieben, wie es der CSU-Ortsvereinsvorsitzende - offensichtlich
mangels Kenntnis des tatsächlichen Sachverhalts - tut, ist erbärmlich.
Wahrscheinlich aber kennt er den wahren Sachverhalt sehr gut, dann
gilt der Untertitel unserer Überschrift.
Das ist eben das politische Geschäft. Edi Stoiber hat ja auch bei
seinem Rückzug aus der Bundespolitik Franz Müntefering die Schuld
gegeben.
In
diesem Zusammenhang fallen in den Protokollen der öffentlichen
Sitzungen zwei interessante Beiträge von Stadtratsmitgliedern der
SPD und der CSU auf:
„StR Hirschmann meint, dass man auf eine ausreichende Straßenbreite
achten soll, damit es nicht wie im Bebauungsplan 15 b bei
einseitigem Parken zu Durchfahrtsproblemen kommt. Die Straßen
sollten keinesfalls zu schmal angelegt werden, damit auf der einen
Seiten auch noch Parken möglich ist.“ (Stadtentwicklungsausschuss
am 26.01.1999)
„StR Odörfer meint, dass man die Kurve der Straße schon etwas
enger machen könnte und dadurch auch der geplante Privatweg verkürzt
wird, außerdem wäre zu überlegen, ob die Straße nicht etwas näher
an die bestehende Stallung auf dem Grundstück Schwab herangerückt
werden kann.“ (Stadtentwicklungsausschuss am 14.9.1999)
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Falsche Zahlen für Unterwellitzleithen?!
Man
muss es unumwunden eingestehen, nein besser, man kann sich richtig
freuen. Es schaut nun doch wesentlich günstiger für das
Gewerbegebiet Unterwellitzleithen aus als bisher offiziell
verlautet. Das ist zunächst gut und freut auch uns – auch wenn´s
uns vielleicht der eine oder die andere nicht abnimmt. Aber
selbstverständlich ist auch die SPD-Stadtratsfraktion daran
interessiert, möglichst viel Gewinn aus Unterwellitzleithen zu
machen und keinen Verlust.
Wie
kam es aber dazu, dass Bürgermeister Rainer Pohl in acht Bürgerversammlungen
offensichtlich falsche Zahlen an die Öffentlichkeit gab? Zunächst
muss zur Ehrenrettung festgestellt werden, dass der Bürgermeister
alle Berichte, die er abgibt, von seiner Verwaltung in die Hand gedrückt
bekommt. Er saugt sie sich nicht aus den Fingern, verändert und
manipuliert sie nicht. Ihm dies zu unterstellen, wäre nicht fair
und verkennt seine Arbeit und seinen Charakter.
Die
Aufstellung der Kämmerei für das Gewerbegebiet Unterwellitzleithen
enthält alle Mittel, die auf dem Sonderkonto „BLE“ eingenommen
oder ausgegeben wurden. Den Einnahmen aus Grundstückverkäufen (2,6
Mio. EUR) stehen Ausgaben für Grunderwerb und Planung (3,55 Mio.
EUR), für Straßen- und Kanalbau (1,84 Mio. EUR), für Wasseranschlüsse
(0,61 Mio. EUR) und für Zinsen, Honorare, Vermarktung und sonstiges
(0,45 Mio. EUR) gegenüber. Der Saldo dieses Kontos liegt demnach
bei -4,85 Mio. EUR (Stand: 28.11.2005).
Zu
diesen Ausgaben gehören aber eben auch 850.000,00 EUR, die die BLE
an die Stadt Altdorf für Kanalherstellungsbeiträge zahlen musste.
Buchungs- oder haushaltstechnisch mag das ja auch richtig sein. Aber
aus der Sicht einer logischen Bilanz des Gewerbegebiets, d.h. wie
viel hat man an Mittel hineingesteckt und wie viel an Erlösen
herausgeholt, kann man auch meiner Meinung nach die bereits bei der
Stadt eingegangenen 850.000 EUR für Kanalherstellungsbeiträge
nicht unterschlagen. Und würde man die restlichen 70.000 m² morgen
auf einen Schlag verkaufen, kämen noch einmal ca. 4,9 Mio. EUR
Einnahmen hinzu. Baukosten entstehen nur noch in geringem Umfang
(112.000 EUR). Dann wäre also die Bilanz durchaus als positiv zu
bezeichnen, das Sonderkonto schlösse mehr oder weniger ausgeglichen
ab, blieben die bereits vereinnahmten 850.000 EUR als „Gewinn“
aus Unterwellitzleithen. Immer unter der Voraussetzung des baldigen
Verkaufs der restlichen Flächen.
Und das ist in der Tat besser, als wir bisher befürchten mussten.
Nun wird der SPD-Stadtratsfraktion ja laufend unterstellt, sie mache
das Gewerbegebiet absichtlich teuer, sie tue alles, damit der
Verkauf schleppend verlaufe und sie wünsche sich eben ein Minus am
Ende der Maßnahme. Dies ist alles nicht richtig und wird durch
unser bisheriges Verhalten auch nicht bestätigt.
Auch
die SPD-Stadtratsfraktion kann sich zunächst nur der Zahlen
bedienen, die ihr von der Verwaltung zu Verfügung gestellt werden.
Wir zimmern die uns nicht selbst passend zurecht oder legen sie nach
Gusto aus. In den Schreiben der Verwaltung an alle Stadträte vom
03.08.2005 wird ausgeführt: „Bei einer Hinzurechnung der
Restbaukosten und Finanzierungskosten von einem Jahr ist ein
kostendeckender Verkauf des Gewerbegebiets nicht mehr möglich. Legt
man einen Durchschnittspreis von 70,00 € pro Quadratmeter zu
Grunde, ergibt sich momentan eine Unterdeckung von 550.000 €.“
Diese
Aussage stand uns zur Verfügung wie dem Bürgermeister und allen
anderen Fraktionen. Wir hatten keine Veranlassung daran zu zweifeln.
Und diese Aussage hat uns natürlich alarmiert. Wir wollten ja alle
miteinander einen Gewinn aus Unterwellitzleithen herausholen und
keine halbe Million Verlust.
Es
ist richtig, wir haben den Ankauf der Fläche im April 2001
abgelehnt, weil wir der Ansicht waren, der Kaufpreis wäre zu hoch.
Immerhin handelte es sich kurz davor noch um landwirtschaftliche Flächen.
In der Folge aber haben wir – aus unserer Verantwortung für die
Stadt Altdorf – den Bebauungsplan, die Erschließung usw.
mitgetragen.
Niemand kann uns auch den Vorwurf machen, wir hätten Investoren
verschreckt oder Bewerber abgelehnt. Meist in Einstimmigkeit sind
Entscheidung für Investoren gefallen, dass diese dann nicht alle
nach Altdorf gekommen sind, ist nicht Schuld der
SPD-Stadtratsfraktion – genauso wenig wie der CSU, der Verwaltung
oder des Bürgermeisters. Auch in Einstimmigkeit haben wir
Investoren abgelehnt, weil wir sie uns im Gewerbegebiet
Unterwellitzleithen aus unterschiedlichsten Gründen nicht
vorstellen konnten. Die Pläne für die Errichtung eines Autohofs
sind mit 21:4
deutlichst vom Stadtrat verworfen worden, nicht von der SPD alleine,
auch nicht von der CSU alleine, sondern von einer deutlichen
Mehrheit über alle Fraktionsgrenzen hinweg.
Und wir – zumindest die Hälfte von uns - sind auch „über
unseren Schatten gesprungen“, als es die beiden Bürgermeister uns
dazu drängten. Ich habe mich zum Beispiel sehr schwer getan, der
Zulassung von großflächigem Einzelhandel zuzustimmen, weil ich es
für die falsche städtebauliche Entwicklung gehalten habe und noch
dafür halte. Ich halte
es aber auch für die falsche Entwicklung der Stadt Altdorf, wenn
wir unsere mehr als kritische Haushaltslage noch dadurch verschärfen,
dass wir eine großflächige Gewerbebrache herumliegen haben. Die
Trennlinie zwischen diesen beiden Positionen verlief auch quer durch
alle Fraktionen, am deutlichsten übrigens bei der CSU, die sich bei
der Diskussion nahezu selbst zerfleischte.
Ich
habe auch öffentlich in einer Sitzung erklärt, dass die bisher
verkauften 36% der Gesamtfläche für knapp vier Jahre Vermarktung
ein durchaus passables Ergebnis sei. Wer geglaubt hat, die
Investoren stünden nur so Schlange, um sofort zuzuschlagen, wenn
die Straße fertig sei, war doch ein hoffnungsloser Optimist.
Und
wenn jetzt wieder ein großer Investor ins Haus steht, wird auch die
SPD-Stadtratsfraktion alles mittragen, was sie an diesem Standort für
verantwortbar hält. Aber wir haben schon viele große Investoren
kommen und gehen sehen. Deshalb können wir auch die jetzt wieder
aufkeimende Euphorie der Befürworter nur bedingt teilen. Noch lange
sind die restlichen 70.000 m² nicht verkauft und die Zinsbelastung
ist vorhanden und steigt, je länger wir nicht verkaufen können.
Sicherlich
muss man auch die positiven Folgen bedenken, die sich nicht direkt
aus dem Verkauf ergeben. Wir geben dem Kollegen Dr. Pöllot doch
recht, wenn er an die eventuell geschaffenen Arbeitsplätze und die
möglichen zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen erinnert. Wir sehen
dies eben nur eben etwas skeptischer als die anderen. Bei der CSU fängt
man nun an – trunken vor Glück – sich die hässliche Braut, die
sie zwischendurch schon einmal war, wieder schön zu saufen. Warten
wir das Ende ab, ziehen dann einen Schlussstrich unter Einnahmen und
Ausgaben und stellen dann das Ergebnis fest. Stadtratskollege Dr.
Eckstein hat ja prophezeit, die SPD-Stadtratsfraktion werde auf
Knien nach Unterwellitzleithen pilgern und dort dem Herrgott
respektive der CSU danken, für das Gottesgeschenk Gewerbegebiet
Unterwellitzleithen. So weit sind wir noch nicht – noch lange
nicht.
Ernst
Bergmann
Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion
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Sinnvoll
angelegt
Bekanntlich
werden staatliche Mittel in Altdorf nicht immer uneingeschränkt
sinnvoll verbaut - dass es auch anders geht, kann man derzeit im
Umfeld des Wichernhauses an der Professor-Franz-Becker-Straße
besichtigen. Hier hat eben nicht eine Mehrheit des Stadtrates über
ein Bauvorhaben entschieden, sondern die „Rummelsberger Dienste für
Menschen mit Behinderung“ errichten für über 9,5 Mio. Euro eine
Werkstatt mit Tagesförderstätte und schaffen gleich noch weitere
Wohnmöglichkeiten und ein Wohnpflegeheim für ihre Zielgruppe.
Rummelsberg, das Land Bayern, der Bund, die Arbeitsagentur und der
Bezirk tragen zur Finanzierung bei.
Eine
Investition also, die in ihrer Größenordnung und mit diesen
Kooperationspartnern längst nicht mehr alltäglich ist und deren
Bedeutung für Altdorf man gar nicht hoch genug einschätzen kann.
Die Rummelsberger als Partner der Stadt in vielen sozialen und
kulturellen Bereichen und ohnehin schon bedeutender Arbeitgeber
setzen hier ein deutliches Zeichen für den Standort Altdorf. Bleibt
zu hoffen, dass sich auch der Stadtrat dieser Bedeutung zunehmend
bewusst wird und gemeinsame Projekte, wie die Integrationsarbeit im
Jugendzentrum nicht leichtfertig gefährdet. Als Beispiele für eine
dauerhafte Partnerschaft auf einem soliden Fundament könnten ja die
beiden Grundsteine dienen. In ihnen bezeugen die Urkunden, dass im
Jahre 2005 so unterschiedliche politische Persönlichkeiten wie
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Noch-Landesvater Edmund Stoiber und Bürgermeister
Rainer Pohl auf engstem Raum friedlich im Dienst der guten Sache
vereint sein können.

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Warum ist Altdorf nicht Rednitzhembach?
Heiß
war’s im Sitzungssaal bei einer Stadtratssitzung Ende Juni, als Jürgen
Spahl, Bürgermeister von Rednitzhembach zum Gastvortrag erschien,
um zu erläutern, wie er es geschafft hat, seine Gemeinde in 10
Jahren völlig zu entschulden. Die Ausführungen waren so
interessant, dass die anwesenden Stadträte und Zuhörer die Hitze
bald vergaßen.
Die
verschiedenen Ansätze, die in Rednitzhembach zum Haushaltserfolg führten,
stießen in ihrer Unterschiedlichkeit bei den Altdorfer Fraktionen
auf großes Interesse. Jeder fand wohl für sich eine Anregung, von
der er sagen konnte: „Hab i doch scho immer gsacht, des mäißt
mer machn!“
So
hat der SPD-Fraktion der einführende Satz sehr imponiert, mit dem
Spahl feststellte, dass die erste Prämisse gewesen war, dass an
sozialen und kulturellen Einrichtungen nichts gestrichen werden dürfe,
denn in erster Line seien es diese Einrichtungen, die die
Attraktivität einer Stadt ausmachen, vor allem für Familien. Will
man (gutverdienende) junge Familien in die Stadt bringen, so sind
solche Einrichtungen Voraussetzung.
Die
Einsparungen basierten in Rednitzhembach im Wesentlichen auf vier Säulen:
eine durchdachte Personalpolitik im Rathaus, neue Ansätze bei der
Bewirtschaftung der kommunalen Gebäude und Liegenschaften, Gründung
einer gemeindeeigenen GmbH (u.a. für Wasser- und
Abwasserwirtschaft, Bestattungswesen, Grünanlagenpflege) und eine
im Vergleich zu anderen Gemeinden unübliche und schnelle Abwicklung
von Grundstücksgeschäften durch Bürgermeister und Bauamtsleiter.
Dabei ist in Rednitzhembach grundsätzlich die Kommune bei
Neubaugebieten der Verkäufer der Grundstücke.
Jedem
Stadtrat ist klar, dass man das alles nicht 1:1 auf Altdorf übertragen
kann und in manchen Dingen auch nicht will, aber für die laufenden
Haushaltsberatungen könnten einige Aspekte doch als Anregung
dienen. Wichtig wäre natürlich, dass ein Konsens herzustellen ist,
denn damit, dass jeder eine Rosine im Rednitzhembacher Kuchen
findet, die er herauszupicken gedenkt, ist es sicher nicht getan.
Interessant bleibt in jedem Fall der Denkansatz, einfach über das,
was in Altdorf momentan so angedacht wird – und was vom
Landratsamt gefordert wird (sparen, auch wenn’s weh tut oder
Steuern erhöhen) -, hinauszugehen und andere Wege zu beschreiten,
getreu dem Spahlschen Motto: „Wer etwas will sucht Wege. Wer etwas
nicht will, sucht Gründe.“
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SPD-Theaterabend
Der
SPD-Ortsverein lud traditionsgemäß die Altdorfer Bevölkerung zum
Jahresausklang in den Sparkassensaal zum Theaterabend. Die
Theater-erprobten Genossen um Karin Völkl, Herbert Creutz, Wolfgang
Böss, Werner Birn und Ernst Bergmann wurden musikalisch verstärkt
von Wolfgang Völkl am Klavier und Günther Neumann am Schlagzeug.
Ihren ersten Auftritt auf den Brettern die die Welt bedeuten, hatten
dabei Laura Bergmann (11) und Julia Krämer (12), die mit ihrem „Ey,
cool, ey“ die bodenständige Gunda mehr als verwirrten. Wie immer
präsentierte die bewährte Mannschaft ein Mix aus
selbstgeschriebenen Sketchen, politischem Kabarett und Musik. Dabei
wurde in Hochdeutsch wie in Fränkisch genüsslich die Bundes-,
Landes- und Kommunalpolitik durch den Kakao gezogen – wie immer
bekam dabei auch die eigene Partei mit einem kräftigem Schuss
Selbstironie ihr Fett ab.
Die
Nachrichtensprecherin bot einen Blick in die Zukunft und verlas die
Nachrichten vom 16. Dezember 2015. Die große Koalition feiert ihr
zehn-jähriges Bestehen und mittlerweile den neunten Kanzler. Edmund
Stoiber ist unangefochten bayerischer Ministerpräsident und hat
gleichzeitig alle Minister- und Parteiämter im Freistaat inne - vom
Ortsvereinsvorsitzenden von München, Augsburg und Nürnberg bis zum
Landtagspräsident und Landtagsvizepräsident. In Altdorf gibt der
mittlerweile 73-jährige Rainer Pohl seinen endgültigen Abschied
als Bürgermeister bekannt, weil er sich wieder aktiv in das Fußballgeschehen
einmischen will. Und die Westtangente wird nach zehn-jähriger
Bauzeit endlich fertig; Grund für die Verzögerung war die
schlechte Finanzlage der Stadt, es konnte immer nur so viel gebaut
werden, wie Mittel vorhanden waren, 2008 zum Beispiel 56 Zentimeter
und 2013 sogar nur 28 Zentimeter.
Walder
erklärte den Besucher sehr anschaulich, wer alles im Stadtrat sitzt
(„Also wäih dou der anne über andern HERZOG, red der anne,
SCHNEIDER ander dem es Wort ab, asu a KÄSMANN“) und Gunda
verstand die Welt nicht mehr – selbst in Altdorf wird nur noch von
High-Tech-Offensive, Energie-Contracting und Stadtmarketing
gesprochen. Hochpolitisch wurde es zum Abschluss mit einem
parteipolitischen Rundumschlag über die derzeitige politische Großwetterlage
und die Wirren beim Zustandekommen der Großen Koalition. Zum
Abschluss durften wie immer die alten Schlager mit den neuen Texten
nicht fehlen. Von „Angie“ bis „Für Gerhard tu ich alles“
gab es ein wildes musikalisches Potpourri. Beim anschließenden von
den Mitgliedern gespendeten Buffet klang der Abend aus.
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SPD Altdorf
Ortsverein
Neumarkter
Str
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3
90518
Altdorf
09187
7272
09187 903178
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