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Ausgabe September 2005
Inhalt
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Bleichanger
Der Bleichanger ist eigentlich nichts anderes als ein Parkplatz und ein Fußweg. Trotzdem ist es ein öffentlicher Straßenraum und die Verbindung von Schießhausstraße zum Riedener Kirchweg. Und da liegt auch das Problem. Anwohner beschweren sich über Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit, die den Bleichanger queren, um in den Riedener Kirchenweg zu kommen und sehen eine Gefährdung ihrer Kinder. Ihr Wunsch, den Bleichanger als „Verkehrsberuhigten Bereich“ auszuweisen.
Auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion hat der Verkehrsausschuss eine Ortsbesichtigung durchgeführt, aber konnte sich für die Ausweisung als Verkehrsberuhigter Bereich nicht erwärmen. Die Mehrheit im Verkehrsausschuss war nicht der Meinung der Anwohner und bezweifelte, dass dort überhaupt zu schnell gefahren werde. Die Verwaltung wies darauf hin, dass für einen verkehrsberuhigten Bereich die Parkplätze gekennzeichnet werden müssten. Das wäre ja auf einem Parkplatz nicht gerade ungewöhnlich, aber auch den Kübel weiße Farbe wollte man wohl nicht investieren.
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Bürgersolar
Solarkraft – ja bitte!
Bürgersolaranlagen schießen derzeit wie das sprichwörtliche Kraut aus dem Boden. Auch in unserer unmittelbarer Nähe gibt es in Schwarzenbruck oder in Feucht solche Anlagen, die auch vom Gemeinderat unterstützt und stolz präsentiert werden. Nur ein kleines fränkisches Dorf am Rande des Regierungsbezirks Mittelfranken hört nicht auf, hier Widerstand gegen die Zeichen der Zeit zu leisten.
Der Gedanke von Bürgersolaranlagen ist, dass sich Bürger einer Gemeinde zusammentun - organisatorisch wie finanziell – um gemeinsam eine Photovoltaikanlage - also eine Anlage zur Erzeugung elektrischen Stroms aus Sonnenenergie – zu errichten und zu betreiben. Der erzeugte Strom wird in das Netz abgegeben und vom Versorgungsträger bezahlt die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung, derzeit 54,53 Cent je Kilowatt. Eine Bürgersolaranlage ist somit nichts anderes als ein kleines Kraftwerk, das von vielen gemeinsam betrieben wird. Seit Einführung des „Erneuerbaren-Energie-Gesetzes“ durch die rot-grüne Bundesregierung ist die Vergütung deutlich angehoben worden, so dass sich die hohen Investitionskosten wesentlich früher amortisieren. Photovoltaikanlagen werden rentabel, für den privaten Haushalt wie auch für den gewerblichen Betreiber. Und die jeweilige Kommune hat eigentlich nichts anders zu tun, als die entsprechenden Dachflächen – möglichst kostenlos - zur Verfügung zu stellen.
In Altdorf ist der Versuch der Bürgersolaranlage – angeregt durch die GRÜNEN - leider mangels Interessenten gescheitert. Ursprünglich hatte auch der Altdorfer Stadtrat diesen Gedanken begrüßt und schon einmal überlegt, welche Dachflächen dafür in Fragen kommen könnten. Zunächst wurde die Dachfläche des städtischen Bauhofs ins Auge gefasst.
Als sich abzeichnete, dass aus der Bürgersolaranlage nichts wird, hat sich nun ein Altdorfer Handwerksbetrieb, der sich gewerblich mit der Errichtung von Solaranlagen befasst, entschlossen, unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung eine 400 m² große Photovoltaikanlage auf dem Dach des städtischen Bauhofs zu errichten und zu betreiben. Er hätte dafür sogar der Stadt Altdorf einen jährlichen Mietzins in Höhe von 2% der Einspeisevergütung als Pachtzins entrichtet. Man denke an dieser Stelle an die Haushaltsberatungen und an die Willenserklärung, neue Einnahmequellen zu erschließen. Bei der Erhöhung der Gebühren für die Bücherei, der Musikschule oder der Stadthalle war das kein Thema.
Alles was es dafür noch brauchte, war eine grundsätzliche Erlaubnis der Stadt Altdorf zur Nutzung der städtischen Dachfläche, um dann einen entsprechenden Gestattungsvertrag zu schließen. Nur noch Formsache, dachte man sich, angesichts der bisherigen Diskussionen im Stadtrat. Aber weit gefehlt – im Bauausschuss wurde die Anfrage der Firma mit 5:4 Stimmen von CSU und FWG in bekannter trauter Eintracht abgelehnt.
Kleinkrämerisch wurden Bedenken vorgetragen, man müsse ja auch an unser städtisches Dach denken und an vielleicht später einmal notwendige Reparaturen, dann müsse die Photovoltaikanlage auf Kosten der Stadt abgebaut werden usw. Alles Sachverhalte, die im Gestattungsvertrag hätten geregelt und auch ausgeschlossen werden können und müssen. In Wirklichkeit aber war es die alte Skepsis der CSU gegenüber regenerativen Energien und das Festhalten am „sauberen“ Atomstrom. Energie aus Sonne, Wind und Erdwärme will man einfach nicht, aber weil man es so deutlich nicht sagen will, schiebt man Hilfsargumente vor. Bei der Solaranlage das Dach, bei der Windenergie den Landschaftsschutz, der ja ansonsten bei der CSU so gut wie keine Rolle spielt.
Diese rückschrittliche Energiepolitik der CSU in Altdorf spiegelt ja nur wider, was CDU/CSU auch im zurückliegenden Wahlkampf immer wieder betont haben – Abschaffung der Förderung für regenerative Energien, Rücknahme des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes, Rücknahme des Ausstieges aus der Atomenergie und Erhöhung der Laufzeiten der bestehenden Reaktoren. „Ökologie ist Luxus“, so Obergebirgsjäger Edmund Stoiber.
Unabhängig davon, ob man nun Solarenergie für den Segen der Menschheit oder für Teufelswerk hält, es hätte Altdorf gut zu Gesicht gestanden, auch eine „öffentliche“ Solaranlage zu haben. Ganz abgesehen davon, dass auch der örtliche Handwerksbetrieb seinen Nutzen davon gehabt hätte, da zeigt sich die viel beschworene Mittelstandförderung. Alle Bedenken hätten ja im Gestattungsvertrag ausgeräumt werden können, so dass für die Stadt Altdorf auch keine Nachteil entstanden wäre.
Übrigens wollte die SPD-Stadtratsfraktion dieses knappe Nein des Bauausschusses so nicht hinnehmen und beantragte daher Überprüfung des Beschlusses im Gesamt-Stadtrat. Deshalb ist das Thema am 29. September nochmals auf der Tagesordnung.
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Montessori-Haus
Im Haus an der Ecke Ohmstraße-Hersbruckerstraße zieht im Wortsinne neues
Leben ein. Der Montessori-Verein hat sich des denkmalgeschützten
Gebäudes angenommen und will dort in Kürze einen eingruppigen
Kindergarten und eine Kinderkrippe errichten
Die LUPE gratuliert den engagierten Eltern zu ihrer Beharrlichkeit und
mutigen Entscheidung und freut sich, dass auch der Stadtrat hier
sein einstimmiges Ja dazu gegeben hat. Nicht nur dass damit eine
weitere Möglichkeit für die Betreuung von Kleinkinder zwischen
einem halben und drei Jahren gegeben ist – der Bedarf ist da und wächst
ständig -, endlich gehört damit auch das über 10-jährige
Provisorium im Feuerwehrhaus der Geschichte an, für alle
Beteiligten sicherlich nur von Vorteil. Und schließlich kommt auch
wieder ein denkmalgeschütztes Gebäude in Altdorf zu einer neuen
Aufgabe und zu einem neuen Gesicht.

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Kein Golfplatz auf der Dörlbacher Au
Au-weia
Die
schlechte Nachricht: Tiger Woods und Bernhard Langer werden nicht in
Altdorf einlochen. Die gute Nachricht: Golf wird auf der
Rascher Au nicht gespielt werden.
Oberhalb
von Rasch wollte die Firma Frankenjura Golf GmbH i. G. eine
Golfsportanlage errichten. Und weil Golf wichtig ist und auch oft
von wichtigen Leuten gespielt wird, sollte für unsere schöne Au
eine Flächennutzungsplanänderung und ein Raumordnungsverfahren
durchgeführt werden. Im Regionalplan ist dieser Bereich als
„landschaftliche Vorbehaltsfläche“ ausgewiesen und für viele
von uns ist es einfach eine wunderbare Fläche für einen netten
Spaziergang.
Obwohl auch im Altdorfer Stadtrat eine ganze Reihe von
besonders wichtigen Leuten sitzen, wurde der Antrag im
Stadtentwicklungsausschuss einstimmig abgelehnt. Man folgte damit
den Burgthanner Kollegen, die auf ihrem Teil der Au auch nichts von
den Segnungen des Golfsports wissen wollten. Die Ansiedlung eines
Golfplatzes mit Clubhaus wäre eine unerwünschte Entwicklung in den
landwirtschaftlichen Außenbereich hinein, lautete der Tenor der
Ablehnung. Für die Frankenjura-Golfer war diese Abfuhr offenbar so
etwas wie der missglückte Abschlag in den Sandbunker. Ein Teil des
Stadtrates sei sich wohl der Bedeutung des Golfsports nicht so ganz
bewusst, folgerte die GmbH i. G. und hat nun dringend zur Nachhilfe
mittels Platzbesichtigungen in die nahe Oberpfalz geladen. Dort
wolle man den Stadträten die Realität auf den Greens, die wahre
Bedeutung und die Perspektiven der Golferei verdeutlichen. Die
stetig wachsende Nachfrage nach dem Golfsport müsse auch in Altdorf
befriedigt werden,
sonst könnten künftig gewaltig höhere Kosten und Gebühren
für aktive und Möchtegern-Golfer drohen. Auweia – denken wir uns
als unbedeutende Menschen und genießen statt des Golf-Ausflugs in
die Pfalz lieber einen einfachen, billigen und schönen Spaziergang
auf der Au ganz ohne Querschläger aus dem Clubhaus.
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Kinder sind unsere Zukunft
Gedanken zur Familienpolitik
Wenn
es einen Politikbereich gibt, der häufig im Schatten der aktuellen
Tagespolitik steht, kurz vor Wahlen aber plötzlich hoch aktuell zu
sein scheint, dann die Familienpolitik. Erst ganz langsam setzt sich
die Vorstellung durch, dass mittel- und langfristig ein Ausweg aus
zahlreichen sozialpolitischen Problemen der Zukunft nur durch eine
Stärkung der Familie erreicht werden kann. Zwei Aspekte haben ganz
besondere Bedeutung:
- Kinder
sind unverzichtbar für unsere Gesellschaft
- Die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist der Schlüssel für
einen Wandel.
Die
demographische Entwicklung in Deutschland und fast ganz Europa ist
verheerend. Für Deutschland ist ein Schrumpfen der Einwohnerzahl
bis 2050 auf 65 Millionen prognostiziert.
Dabei geht es nicht um die nackte Zahl, sondern vor allem um die
Altersstruktur. Die dann überalterte Bevölkerung ist mit der
Finanzierung der Renten, der Pflege und der Krankheitskosten überfordert.
Soziale Verwerfungen und Ungerechtigkeiten sind unvermeidbar. Da nur
noch ein Drittel der Haushalte Familien - Haushalte mit Kindern sind, kann dieser Trend auch
nicht schnell umgewendet werden.
Armut in Deutschland ist vor
allem ein Problem der Kinder und der allein erziehenden Mütter, wie
Sozialhilfestatistiken nachweisen. Aus Mangel an finanzierbaren
Krippen- und Kindergartenplätzen können viele Frauen nicht
erwerbstätig sein, selbst wenn sie Chancen auf dem Arbeitmarkt hätten.
In einer Studie des
Bundesministeriums für Familie heißt es deshalb: „Als Ziele für
eine nachhaltige Familienpolitik werden daher die Erhöhung der
Geburtenrate und die Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen
formuliert“.
Zunächst
einmal wird konstatiert: Kinder sind teuer – rein ökonomisch für
den individuellen Familienhaushalt betrachtet. Volkswirtschaftlich
gesehen sind aber keine Kinder weitaus teurer. Daher muss der
Staat durch finanzielle Transferleistungen diese Nachteile
ausgleichen. Dazu verpflichten auch das Grundgesetz und
Entscheidungen des Verfassungsgerichts. Kindergeld,
Steuererleichterungen, Berücksichtigung bei der
Rentenanwartschaftszeit, und andere gesetzliche Regelungen versuchen
dies, wenn auch noch unzureichend. Hoffentlich lassen die Parteien
ihre Versprechungen im Wahlkampf zu diesem Bereich Wirklichkeit
werden.
Viel
wichtiger für eine Änderung des Verhaltens ist aber, dass die
Chancen der Teilnahme von Eltern am Erwerbsleben verbessert werden.
zwar ist die rechtliche Position der Frauenerwerbstätigkeit
inzwischen hinreichend abgesichert. Die Verbesserung der
Kinderbetreuung, die es aber erst möglich macht, Kinder und Arbeit
in Einklang zu bringen, liegt noch im Argen. Erst durch den weiteren
Ausbau dieser Möglichkeiten bei gleichzeitiger Flexibilisierung der
Arbeitszeitmodelle für Eltern wird sich dies auch praktisch
verbessern. Wenn dazu noch die gesellschaftliche Einstellung zum
Kind langsam so verschiebt, dass aus dem „Kostenfaktor Kind“ ein
„Wunschfaktor Kind“ wird, haben wir alle in Deutschland wieder
Zukunft.
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Neubaugebiet an der Fachakademie
An Bäumen herrscht noch Mangel, ein
Kinderspielplatz fehlt, aber das Baugebiet am ehemaligen
Kreisbauhofareal füllt sich mit Leben. Viel hat sich getan zwischen
Hersbrucker- und Praetoriusstraße auf dem Gelände hinter der
Fachakademie für Sozialpädagogik. Die Bauplätze sind mit Hilfe
der Stadt verkauft, viele Wohnungen schon bezogen – in kurzer Zeit
ist ein neues Wohngebiet entstanden. Nur das versprochene Hallenbad
ist in weite Ferne gerückt. Zur Erinnerung, die Fläche dieses
Baugebietes gehörte dem Landkreis. Ohne das Einverständnis der
Stadt und die Änderung
des Flächennutzungsplanes durch den Stadtrat hätte der Landkreis
mit dem zentralen städtebaulichen Filetstück nie einen
Millionenerlös erzielen können. Im Gegenzug für die Ausweisung
der Bauplätze sollte auch Altdorf, was in Lauf und Hersbruck
selbstverständlich ist, mit diesen Mitteln endlich ein Hallenbad
bekommen. Der Landrat und wohl viele Kreisräte, die schon früher
nur schwer für dieses Vorhaben
zu begeistern waren, können nun aufatmen. Das Geld dürfte
irgendwann in den Tiefen des Kreishaushalts abtauchen, da die Stadt
Altdorf wegen der eigenen, teilweise hausgemachten Schuldenbelastung
(siehe Westtangente) wohl selbst die Badehose im Schrank lassen muss
und ihren Eigenanteil auf absehbare Zeit vermutlich nicht aufbringen
wird.


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SPD Altdorf
Ortsverein
Neumarkter
Str
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3
90518
Altdorf
09187
7272
09187 903178
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