Hier die gemeinsame Stellungnahme von Martin Tabor und Kerstin Pommereit zu den Äußerungen des Dritten Bürgermeisters der Stadt Altdorf

Altdorfer SPD-Vorsitzende und -Fraktionsvorsitzender entsetzt über Äußerungen des Dritten Bürgermeisters (CSU)

„Ich bin entsetzt und schockiert über die Reaktion des CSU-Stadtrates und Dritten Bürgermeisters Johann Peter Pöllot auf die Einladung des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime nach Altdorf“, erklärte die Vorsitzende der Altdorfer SPD, Kerstin Pommereit.

Jemand der sich derart herabwürdigend über den Islam äußert, hat nicht verstanden, dass Vielfalt, auch die religiöse Vielfalt, untrennbar mit unseren demokratischen Prinzipien verbunden sind. Gleiches gilt natürlich auch für den gemeinsamen Gedankenaustausch, den Dekan Breu mit der Veranstaltung am Reformationstag und mit der Einladung des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, fördert.

„Herr Pöllot verstößt mit seinen respektlosen Äußerungen gegen die Religionsfreiheit und damit auch gegen unsere demokratische Grundwerte. Ich fordere Herrn Pöllot deswegen auf, von seinem Amt als Dritter Bürgermeister zurückzutreten und auch sein Stadtratsmandat niederzulegen“, so Pommereit.

Der Fraktionsvorsitzende Martin Tabor sieht sein Vertrauen in den Dritten Bürgermeister ebenfalls erschüttert: „Ein Bürgermeister ist ein wichtiger Repräsentant seiner Kommune. Er repräsentiert seine Kommune nach außen, sollte aber auch Ansprechpartner, Moderator und Identifikationsfigur sein. Dies hat Pöllot auch in seiner Stellungnahme im Stadtrat vor der Wahl des Dritten Bürgermeisters zugesichert. Die Aussagen des Dritten Bürgermeisters Pöllot haben das Ansehen Altdorfs weit über die Stadtgrenzen hinaus nachhaltig beschädigt. Für viele Bürger und Stadträte sind seine Aussagen unerträglich, so dass eine weitere Zusammenarbeit mit Pöllot in seiner Funktion als Dritter Bürgermeister unmöglich erscheint. Aus diesem Grund lege auch ich Herrn Pöllot den sofortigen Rücktritt als 3. Bürgermeister nahe.“ Wie die CSU Stadtratsfraktion und der Ortsverein mit Pöllot als ihrem Vertreter im Stadtrat umgehe, das müsse sie selbst entscheiden.

Altdorf ist eine weltoffene und tolerante Stadt – derart islamfeindliche Äußerungen können wir auf keinen Fall tolerieren. Erst im vergangenen Jahr hat sich in Altdorf auf Initiative mehrerer kirchlicher und bürgerlicher Träger sowie der SPD das „Altdorfer Bündnis für Toleranz und Respekt“ gegründet. Fremdenfeindlichkeit und Religionsfeindlichkeit haben in unserer offenen Stadt nichts zu suchen.

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